Selbstfahrende Shuttlebusse

07. März 2017 12:44; Akt: 07.03.2017 19:56 Print

«Das ist die Mobilität der Zukunft»

Schweizer Premiere: In der Stadt Zug verkehren zwischen dem Bahnhof und dem Technologiecluster ab Sommer Shuttlebusse ohne Chauffeur.

Das selbstfahrende Shuttle ist am Dienstag in Zug enthüllt.worden (Video: gwa).
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«Zug will sich zu einer Pionierstadt für neue Verkehrsformen auf Basis selbstfahrender, intelligenter Fahrzeuge entwickeln, um damit langfristig auch eine Verkehrsentlastung der Innenstadt zu bewirken. Als Schweizer Premiere werden ab Sommer selbstfahrende Shuttles in ein bestehendes, innerstädtisches und bereits stark genutztes Verkehrs- und Mobilitätssystem integriert»: So heisst es in einer Mitteilung der SBB vom Dienstag.

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Konkret werden in der Stadt Zug ab Sommer fahrerlose Shuttlebusse unterwegs sein. Zum Einsatz kommen elektrisch betriebene Fahrzeuge der Firma Local Motors, die in Berlin hergestellt werden. «Das ist die Mobilität der Zukunft», sagt SBB-CEO Andreas Meyer. «Das Fahrzeug wird in einem geregelten Fahrplanbetrieb verkehren – auch auf den öffentlichen Strassen zusammen mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln und privaten Fahrzeugen.»

Shuttles werden auch in SBB-App integriert

In einer ersten Projektphase verkehren zwei selbstfahrende Shuttles mit vordefinierten Zwischenhalten zwischen dem Bahnhof und dem Technologiecluster Zug. Ab Sommer werden die Selbstfahrenden Shuttles für zwei Jahre getestet. Der Bus ist während des Pilotbetriebs in Zug von einer Person begleitet, welche im Ereignisfall eingreifen kann. Die SBB sehen vielerlei Einsatzmöglichkeiten: Kunden sollen die Shuttles auch bestellen oder anhalten lassen können. «Das ganze wird auch in unsere App integriert, damit man die Reisen planen kann», sagt Meyer.

Bis ins Jahr 2025 soll die Technologie laut einigen Experten ausgereift sein. Meyer glaubt, dass die Fahrzeuge teil des Individualverkehrs werden. «Das hat ein riesiges Potenzial für relativ wenig Geld Mobilität von Tür zu Tür für alle zu organisieren», so der SBB-CEO. Durch die Shuttles würden aber auch Personen Zugang zu Mobilität erhalten, die nicht mobil sind und bereits Schwierigkeiten haben, an einen Bahnhof zu gelangen.

SBB bringen ab Sommer selbstfahrende Shuttles

«Wir wollen eine Smart City sein»

«Es ist ein Test, ein Untersuchen, ein Erleben – auch für uns», sagt Patrick Marti, Geschäftsführer von Mobility Carsharing. Man wolle lernen, was der Konsument benötigt, um die richtigen Mobilitätsformen bereitstellen zu können. «Ich bin überzeugt, das wird eines der wichtigsten und gewichtigsten Projekte werden, was die Mobilität der Zukunft anbelangt», sagt Marti.

«Wir sind eine Stadt, die für die Zukunft arbeitet. Der Stadtrat stand geschlossen dahinter», sagt der Zuger Stadtpräsident Dolfi Müller. Zug wolle sich zur Pionierstadt für neue Verkehrsformen entwickeln. Jetzt sei ein wichtiger Moment und es müssten Pflöcke für die Zukunft eingeschlagen werden. «Wir wollen eine Smart City sein», so Müller. «Man darf auch kritisch sein, aber eigentlich muss man sehen: Das sind Chancen für uns», so der Stadtpräsident.

Vernunft bleibe auf der Strecke

Ab 2018 sollen die Kunden dann beliebig zu- und aussteigen können. Der Pilotversuch wird bis Ende 2018 dauern. Danach werden die Partner entscheiden, ob und wie die selbstfahrenden Shuttles in das Zuger ÖV-System integriert werden.

Für das Projekt spannen mehrere Partner zusammen. Die SBB habe das Know-How als Mobilitätsgenerator, Mobility sei Spezialistin für Carsharing-Fahrzeugtechnologie, die Zugerland Verkehrsbetriebe beim Unterhalt zum Zuge, und der Technologiecluster Zug schaffe einen neuen Ort für die urbane Industrie, die an den ÖV angebunden wird.

Intervenieren sei unmöglich

Der Schweizerische Eisenbahn- und Verkehrspersonal-Verband SEV ist nicht erfreut. «Damit fällt in einem weiteren Bereich Personal weg, was für die Kunden gefährlich ist», sagt Vizepräsident Manuel Avallone. Dadurch sei das Reisen in solchen Shuttles unsicher. «Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zum Beispiel kann kein Chauffeur durch Anhalten intervenieren.» Zudem kritisiert er, dass führerlose Shuttles Stellen kosten.

Kurt Schreiber, Präsident von Pro Bahn Schweiz, begrüsst den technologischen Fortschritt. Die Shuttles hätten aber einen grossen Haken. «Hat ein Zug Verspätung, fahren sie ohne Rücksicht auf Verluste ab.» Da der denkende Chauffeur wegfalle, bleibe die Vernunft auf der Strecke. Mit einer erhöhten Unfallgefahr rechne er nicht. «Die Erfahrungen zeigen, dass führerlose Shuttles keine Gefahr für Leib und Leben sind.» Bis sich die Menschen in die Shuttles setzten, brauche es aber viel Vertrauen. «Wichtig ist, dass sie genügend Informationen erhalten.» Noch zu klären sei, wie der Verkehr in der Innenstadt geregelt werde. «Um Staus umfahren zu können, wäre eine eigene Spur für die Shuttles nötig.»

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • The Observer am 07.03.2017 13:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und wo ist da jetzt die Neuerung?!

    In Sion (Sitten) sind diese Shuttles schon seit 2 Jahren im Dienst der Postauto AG und das erfolgreich. Es gab zwar mal eine Touchierung eines Busses mit einer offenen Heckklappe eines Transporters, aber kein nennenswerter Schäden entstand. Eine Premiere in Zug sind die Chauffeurlosen Busse also nicht. Den Titel hat sich Sion gesichert. Allerdings dürfte das etwas hektischere Leben in Zug eine Herausforderung für das Fahrsystem werden. Es bleibt abzuwarten, wie gut die Busse sich im Zuger Stadtverkehr etablieren. In Zürich sehe ich da (noch) keine Chance aufgrund der hohen Verkehrsdichte!

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  • Punktaufdemi am 07.03.2017 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    Sitten first

    Premiere?!? In Sitten ist es seit 1.5 Jahren ein bestehendes Angebot von PostAuto

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  • tinu am 07.03.2017 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    karte?

    ich war noch nie im kanton zug. kenne mich somit nicht aus. es wär noch hilfreich gewesen eine karte nachzureichen. damit man sich ein besseres bild der gegebheit machen kann

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Die neusten Leser-Kommentare

  • frogdochgoogle am 08.03.2017 17:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unnötig

    sehe nichts positives in solchen entwicklungen... und wie gross das ist!! unglaublich^^

  • Mark Troxler am 08.03.2017 08:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Winterbetrieb ?

    Wie läuft das im Winter bei Schnee und Eis?

  • Christian Joss am 08.03.2017 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verspätung

    Um vorzusorgen das Verspätete Züge Abgewartet werden muss eine Verspätungsmeldung automatisch ans Fahrzeug übermittelt werden. allenfalls auch von einer Leitstelle im verspätungsfall eigegriffen werden.

  • Marc am 07.03.2017 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Taktile Linien für .... ??

    Wozu sind die Linien am Boder bei der Präsentation des Shuttele ?? Eher ungeschickt ...

    • eN_Pilz am 07.03.2017 23:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marc

      Das sind Linien für Blinde, diese können sich daran orientieren.

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  • P.latzhersch am 07.03.2017 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    SBB mobilität

    Ahaaaa... sbb? Dachte die fahren auf schienen. Darum also solche bilettpreise. Schuster bleib doch bei deinen Leisten. Danke

    • Mountainpixels2 am 08.03.2017 00:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @P.latzhersch

      Bin jetzt in Kanada Sprachaufenthalt die Preise sind günstiger aber heute waren 3 Busse nacheinander voll ich musste 30min an der Haltestelle warten. Der erste Skytrain war auch voll und ich musste warten. Ihr vergisst wohl wie gut die SBB eigentlich ist.

    • und nun am 08.03.2017 10:04 Report Diesen Beitrag melden

      Vergleiche

      Vergleiche mit dem Ausland bringen NICHTS! Wir müssen hier mit den ÖV klarkommen!

    • Rotfuchs am 08.03.2017 13:25 Report Diesen Beitrag melden

      @ und nun

      Ohne Vergleich keine Kritik.

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