Superhaus in Emmen

16. Mai 2017 17:42; Akt: 17.05.2017 14:25 Print

Menschen heizen Haus mit eigener Körperwärme

von Nicole Agostini - Emmen erhält ein Bauwunder: Ein Gebäude ohne Heizung. Die Wärme kommt von Menschen, Computer und vom Licht.

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Es ist ein «energetisches Bauwunder», schwärmt die Gemeinde Emmen: An der Emmenweidstrasse bei der Viscosistadt entsteht bis 2019 ein Superhaus – das erste Gebäude der Schweiz, das ohne Kühlung, mechanische Lüftung und Heizung funktioniert, teilte die Gemeinde mit. Der Trick dabei: Durch die Abwärme der Menschen, der Computer, des Lichts und weiteren Maschinen wird das Bürogebäude mit der nötigen Wärme versorgt.

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Bauchef frohlockt

«In Zukunft brauchen wir intelligente Lösungen, um den Energiehaushalt in Griff zu haben. Es ist das erste Gebäude einer solchen Art in der Schweiz. Ich finde das schön, dass dieser einzigartige Bau in Emmen entsteht», sagt Josef Schmidli, Direktor Bau und Umwelt. «Für Emmen als Energiestadt ist dieser innovative Bau zukunftsweisend. Es wird sicher Interesse und Neugier wecken, wie es funktioniert», sagt Schmidli weiter.

Abwärme der Menschen ist Heizung

Einzigartig am Bau ist, dass die Temperatur des Hauses durch die thermische Masse und durch ein modernes Regelungssystem stabilisiert wird. «Die Mauern sind sehr massiv. Sie sind beachtliche 80 Zentimeter dick und haben einen zweischaligen Aufbau. Durch die Masse und eine effiziente Isolierung wird eine sehr gute Wärmedämmung erreicht», erklärt Schmidli.

Bei sommerlicher Hitze wird nachts mit Zugluft gekühlt. «Abends kann die kühlere Luft von aussen durch das ausgeklügelte Regelungssystem über Klappen in das Gebäude reinströmen. So wird es abgekühlt und sorgt für gute Raumtemperatur und Luftqualität.» Auch tagsüber würde somit frische Luftzufuhr gewährleistet. Das Ziel sei, dass man eine geregelte Innentemperatur zwischen 22 und 26 Grad erreichen könnte.

Wenn neu, dann auch innovativ

«Das alte Gebäude war sanierungsbedürftig und man fragte sich, was man damit machen kann. Also haben die Eigentümer einen Wettbewerb gestartet», sagt Schmidli. Die Architekten Baumschlager Eberle haben mit ihrem energetischen Bau die Jury überzeugen können, denn: «Der viergeschossige Neubau nimmt Rücksicht auf die historische Umgebung im Spannungsfeld zwischen Zukunft und Vergangenheit, Innovation und Erbe, sowie in ökologischer und ökonomischer Hinsicht. Und wenn man ein neues Gebäude baut, dann soll es auch innovativ sein», betont Schmidli.

Erster Prototyp in Österreich

Die Architekten Baumschlager Eberle haben bereits im 2013 ein Bürogebäude als Prototyp im österreichischem Lustenau realisiert. «Es existiert erst ein solches Gebäude — somit ist der zweite derartige Bau in Emmen auch noch ein Prototyp. Es ist immer eine Herausforderung, wenn man etwas Neues anpackt — aber ich bin zuversichtlich.»

9,5 Millionen Baukosten

«In der Immobilienentwicklung braucht es Innovation und für das Risiko Mut», so Adrian Brun, Inhaber der Brun Real Estate AG und Bauherr des Projektes. Die Baukosten würden 9,5 Millionen betragen. Das Gebäude soll innert zwei Jahren entstehen. «Wir beginnen mit dem Bau diesen September und der Erstbezug wird voraussichtlich anfangs Januar 2019 sein», so Brun weiter.

«Die erste und zweite Etage konnten bereits vermietet werden. Dafür war keine grosse Werbung notwendig, die Interessenten haben sich schnell bei uns gemeldet.» Bei der Vermietung müsse sich der Mieter an spezielle Auflagen halten, damit das Energiesystem funktionieren würde. «Man kann beispielsweise die Lampen nicht einfach aufteilen wie man will, denn das Licht ist genau berechnet», so Brun weiter.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mountainpixels2 am 16.05.2017 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll

    Ich finde das Haus nicht schön aber finde es eine geniale Idee. Komplett unabhängig.

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  • Mario am 16.05.2017 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was?

    Also für 9 Mio. würde ich schon ein bisschen ein schöneres Haus erwarten, als diese Kartonschachtel mit Fenstern. Die Idee ist sicher nobel, aber manchmal frag ich mich, wo unsere super Architekten ihre Inspiration herbekommen. Scheusslich

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  • manu am 16.05.2017 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jajaja

    Haben wir desswegen ein Deffizit von minus ca. 7'000'000 in unserer Gemeinde?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • pirmin Robert am 17.05.2017 07:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frische Luft

    Ich kann nur bei offenem Fenster schlafen, daher käme dies dies für mich nie in Frage. Es gibt andere Vernünftigere und bezahlbare Lösungen.

    • Andy Seeland am 17.05.2017 08:12 Report Diesen Beitrag melden

      @pirmin Robert

      Energetisch machbar, Arbeitskomfort wird aber sehr stark leiden. Nebst Abwärme produziert der Körper auch Geruchstoffe, Schweiss etc. zudem CO2, sollte auf tiefem Niveau gehalten werden. Das funktioniert nur rechnerisch, aber lässt sie mal machen, nicht mein Geld

    • Innerschweizer am 17.05.2017 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andy Seeland

      Die Luft wird ja trotzdem dauern erneuert, da dieses System eine aufwendige Lüftung braucht wird die Luft sogar besser sein als in vielen anderen Gebäuden.

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  • Müller 17,05,17 am 17.05.2017 07:14 Report Diesen Beitrag melden

    Noch mehr bis zum Chlapf,

    ein absoluter Grusiger Bau ohne Balkon, langsam frage ich mich ,was das für einer ist dieser Schmidli, der es zulässt das die hinterste Ecke Emmen Verbaut wird und die Letzten Bauerhöfe Verschwinden, Siehe Emmen oder Erlen ,0der Feldbreite ,der Sommergarten nun Viscosi, vie vil noch ????

  • Stöfi,17,05,17 am 17.05.2017 06:23 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn es den Klappt

    so en sich, Wohnen nur 2 Mieter da ,was dann, ist es Minus 10 Grad draussen was dan,? wir haben Fernwärme, ganz Emmen wird in Zukunft an Fernwärme Angehängt, klappt, und zuerst mal die Feldbreite Vermieten, hier sind noch über 100 Wohnungen Frei, und 150 weitere wurden soeben Fertiggestellt.

  • Fred am 17.05.2017 05:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was in 30 Jahren?

    Das Ziel ist ja eigentlich das Computer, Leuchtkörper und andere elektrische Geräte immer effizienter werden und damit immer weniger Wärme abgeben. Ob das eine gute Idee ist ein Haus zu bauen, das auf die Mängel heutiger Technik setzt?

    • Tom am 17.05.2017 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fred..falsch...

      ...Geräte mit Energieeffizienz Z, werden dort gefragt sein :-)

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  • Tom am 17.05.2017 04:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "Hee Schatzi...

    ...mach das Licht an, ich friere" :-D

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