Bancomat-Manipulationen

10. November 2011 10:36; Akt: 10.11.2011 13:16 Print

Ertappte Skimming-Gauner verurteilt

Im Kanton Schwyz sind zwei Männer wegen Bancomaten-Betrug zu je sechs Monaten bedingt verurteilt worden. Sie waren in flagranti dabei erwischt worden, wie sie ein Skimming-Gerät von einem Bancomaten entfernten.

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In Basel haben Betrüger den falschen Kartenleser gleich in den Automaten eingebaut. Von aussen ist nichts zu sehen.... ...doch unter der Verdeckung klafft ein mit einem unbekannten Gerät herausgebranntes Loch. Hier haben die Betrüger das falsche Kartenlesegerät eingesetzt und... ...dann die Öffnung mit einem Kleber verschlossen. Doch auch mit anderen Tricks können Bankomat-Betrüger ihre Opfer um Tausende von Franken erleichtern. Besonders perfid: Eine direkt im Sichtschutz des Bankomaten versteckte Kamera zeichnet die Eingabe des Pin-Codes auf. Den Miniatur-Kameras reicht ein stecknadelgrosses Loch zum Ausspähen der Geheimnummer. Der neuste Trick ist «Cash Trapping»: Im Dezember 2011 warnt Hersteller Wincor Nixdorf vor der Masche, dass dem Kunden ein defekter Bankomat vorgegaukelt wird. Um Kreditkarten-Daten oder Bargeld zu ergaunern, manipulieren «Skimmer», wie die Diebe im Fachjargon heissen, die Bankautomaten mit raffinierten Mitteln. In diesem Fall wurde die Originaltastatur (rechts oben) mit einem Aufsatz versehen (links). Im Beispiel unten wurde gleich die ganze Frontplatte ersetzt. Hier hat sich jemand ganz viel Mühe gegeben: In eine gefälschte Frontplatte wurde sogar Elektronik für eine Statusanzeige und den Kreditkartenleser eingebaut, inklusive Akkupack. Hier sollte aber schon der Laie misstrauisch werden: Stümperhafte und lose Kartenaufsätze, die in niedersächsischen Bankautomaten entdeckt wurden. Manchmal muss man aber tatsächlich zweimal hinsehen, bis man die immer professioneller angefertigten Kreditkarten-Fänger entdeckt. Auch hier wurde eine nahezu perfekte Installation gebaut, um später Kreditkarten zu klonen. Hier installierten findige Pin-Diebe eine Miniatur-Kamera, die in einem Prospekthalter untergebracht ist und alle Tastatureingaben mitfilmt. Klar werden hier alle Kreditkarten akzeptiert: Hinter der Abdeckung filmt eine Spion-Kamera das Tastaturfeld. Das Abwehrsystem von Synfis erkennt 30 Arten von Manipulationen und stört das Magnetfeld von Skimming-Modulen. Das hat seinen Preis: Pro Automat kostet die Gegenmassnahme etwa 1500 Franken.

Zum Thema
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Die Schwyzer Staatsanwaltschaft hat zwei Bulgaren wegen Bancomat-Manipulationen zu bedingten Freiheitsstrafen von je sechs Monaten verurteilt. Sie haben die Schweiz bereits verlassen und das Amt für Migration hat ein Einreiseverbot verfügt.

Am 1. April 2011 hat ein Kunde an einem Bancomat in Seewen SZ ein Skimming-Gerät entdeckt und die Polizei orientiert. Ende April wurden in Luzern zwei Männer ertappt, als sie die Geräte von einem Geldautomaten entfernten. Die Untersuchung ergab, dass die Männer auch für die Tat in Seewen verantwortlich waren.

Im August wurden die beiden Bulgaren im Alter von 32 und 34 Jahren von Luzern an die Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz übergeben. Diese konnte laut Mitteilung vom Donnerstag Taten aus den Kantonen Aargau, Bern, Luzern, Zug und Zürich klären. Die Schadensumme belief sich auf mehrere zehntausend Franken.

Täter hatten keine Vorstrafen

Die beiden Täter wurden zu bedingten Freiheitsstrafen von je sechs Monaten verurteilt. Der bedingte Vollzug wurde gewählt, weil keine Vorstrafen vorlagen. Auch wurde die Untersuchungshaft von rund viereinhalb Monaten angerechnet.

Beim Skimming wird auf dem Bancomat ein Gerät angeschlossen, das den Magnetstreifen der Bankkarte kopiert. Zugleich wird die Codeeingabe gefilmt. Mit den gefälschten Karten beziehen die Täter dann im Ausland Geld zu Lasten der ahnungslosen Karteninhaber.

An Schweizer Bancomaten ist der Geldbezug nicht möglich, weil den gefälschten Karten der Chip fehlt. An veralteten Bancomaten im Ausland dagegen genügen die geskimmten Magnetstreifen, zusammen mit dem Code.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vreneli am 11.11.2011 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Witz

    Na ja, wenigsten viereinhalb Monate Untersuchungshaft. Der Rest ist ein Witz. Die sind sicher schon wieder in der Schweiz und wissen nun, wie man es besser machen kann!

  • Thomi am 10.11.2011 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Egal

    Bedingt? Das ist denen doch egal... Unsere Gerichte lernen es wohl nie.

  • Pesche am 10.11.2011 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist die Bestrafung?

    Ausser Kosten (Polizei, Gefängnis, Prozess, musste der Anwalt der Beiden auch noch bezahlt werden?) für den Staat kam somit nichts dabei raus. Nicht einmal eine abschreckende Wirkung kann mit einem solchen Urteil erreicht werden. Das ist geradezu eine Einladung dies weiter zu machen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ralph am 11.11.2011 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    Das grosse Staunen

    Typisch, für Schweizer Gerichte. . Da kann man nur noch gratulieren und staunen.

  • Vreneli am 11.11.2011 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Witz

    Na ja, wenigsten viereinhalb Monate Untersuchungshaft. Der Rest ist ein Witz. Die sind sicher schon wieder in der Schweiz und wissen nun, wie man es besser machen kann!

  • Zyniker am 10.11.2011 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    Merkwürdig.

    und haben die auch noch Reisegeld bekommen?

  • Stefan B. am 10.11.2011 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Bestrafung

    Solche Kriminaltouristen beuten unser System komplett aus. Ich möchte gar nicht wissen, was die beiden Gauner für Kosten verursacht haben (x Stunden Observation, Befragungen, Tatortbesichtigungen usw. dies von der Polizei wie auch der Staatsanwaltschaft. Weiter muss diesen Leuten auch noch ein Anwalt und ein Dolmetscher beigestellt werden. Die können doch nur über ein solch lasches Urteil lachen. Und kommen tun sie sowieso wieder, haben ja kaum etwas zu befürchten. Liebe Politiker: Wir Steuerzahler verlangen schon längst härtere Gesetze gegen solche Banden und verstärkte Grenzkontrollen!!!

  • R. Her am 10.11.2011 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Einreiseverbot

    Von wegen Einreiseverbot Die halten sich sowieso nicht daran. In einer Woche sind sie wieder da. Auf jeden Fall können sie gut leben vom ergaunerten Geld. Ein solche Strafe ist eine Einladung, darum auch die steigenden Fälle.

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