Golden Retriever fast gestorben

07. Mai 2015 05:57; Akt: 07.05.2015 14:43 Print

Hundehasser legt Happen mit Rasierklingen aus

von Daniela Gigor - In Schindellegi und Gross hat ein unbekannter Hundehasser Würste ausgelegt, die mit Klingen und Rattengift präpariert waren. Ein Hund überlebte nur mit viel Glück.

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Eine Hundehalterin aus dem Kanton Schwyz war am Morgen des 28. April mit ihrem acht Monate alten Golden Retriever in Schindellegi an der Sihl unterwegs. «Der Rüde rannte in der Gegend herum und plötzlich sah ich, dass er etwas gefressen hatte», sagt sie. Umgehend versuchte sie, dem Hund den Gegenstand aus dem Maul zu nehmen – mit Folgen: «Dabei habe ich mir die Finger zerschnitten. Ich sah dann, dass die Wurst mit Rasierklingen präpariert worden war.»

Sofort suchte die Hundehalterin die Tierärztin Martina Rusch in Wollerau auf, wie das «Höfner Volksblatt» berichtete. Die Tierärztin entdeckte auf einem Röntgenbild eine weitere Rasierklinge im Magen des Hundes. Daraufhin überwies sie die Hundehalterin mit ihrem Golden Retriever notfallmässig an die Ennetseeklinik in Hünenberg.

Vier Klingen entfernt

«Dort wurden unserem Hund während der Operation vier Rasierklingen entfernt, die aneinander klebten», erzählt die Frau weiter. Operiert wurde das Tier von Chirurg Angelo Alessandro Andreoni: «Der Hund hatte Glück, dass die Klingen erst im Magen angekommen waren, weil die Magenschleimhaut stark ist.» Anders hätte es laut dem Arzt ausgesehen, wenn die Klingen bis in den Darmtrakt gelangt wären – dies hätte der junge Rüde wohl kaum überlebt.

Weil der Hund während der Operation viel Blut verlor, ordnete Andreoni zusätzlich einen Test an, mit dem die Gerinnung des Blutes gemessen wird. Dieser Test ergab, dass der sadistische Hundehasser auf Nummer sicher gehen wollte und die Würste auch noch mit Rattengift versehen hatte. «Der Hund hatte Glück, dass wir diese Blutkontrolle durchführten», sagt Andreoni weiter. Hätte man das Gift nicht entdeckt, wäre der Hund verblutet. Wegen des Rattengifts musste dem Hund zusätzlich zur Operation noch eine Bluttransfusion gemacht werden. Ausserdem musste das Tier drei Tage stationär gepflegt werden.

Nun muss der Hund während drei Wochen Tabletten fressen, die dem Körper Vitamin K zuführen. Andreoni: «Dieses Vitamin wird von der Leber produziert. Wegen des Rattengifts müssen wir die natürliche Produktion nun für gewisse Zeit ersetzen.» Danach stehe die nächste Kontrolle des Blutes an und die Kur muss eventuell noch verlängert werden.

Weiterer Fall bekannt

Die Halterfamilie des Golden Retrievers wird gegen den Hundehasser Anzeige erstatten. Dies hat am Dienstag ein weiterer Hundebesitzer aus Gross bereits getan, wie David Mynall, Sprecher der Kapo Schwyz, bestätigte. Die beiden Fälle seien sich ähnlich. Über den Gesundheitszustand des zweiten Hundes ist nichts bekannt. Die Polizei hat Ermittlungen gegen den unbekannten Täter aufgenommen. Hundehalter sind zur Vorsicht aufgerufen.

Immerhin kann der gerettete Golden Retriever in der Zwischenzeit wieder herumtollen. Die Halter des Hundes müssen aber tief in die Tasche greifen: Die Rechnung der Tierklinik beläuft sich auf 3600 Franken.

*Name der Redaktion bekannt

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Petra Chevalier am 07.05.2015 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wie mit dem Tier so mit den Menschen

    Ich hoffe, dass man herausfindet wer so etwas tut! Und dass die Strafe unserem Gesetze nach auch entspricht! Jeder Mensch, der so gegen Tiere vorgeht, geht irgendwann auch gegen Menschen so vor. Leider kann man das nicht machen: Aber im sollte man jeden Tag so eine kleine Ration Rasierklingen ins Essen tun.

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  • Chris am 07.05.2015 10:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Verständnis ....

    Die " wahren Monster " sind die Menschen ... Habe selbst Hunde und das ist ein Alptraum ...zum Glück kommt alles irgendwie retour.... Wünsche diesem Menschen .... Nein, ich schreibe es lieber nicht....

  • Nina am 07.05.2015 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wie kann mann nur...

    Traurig, dass die Tiere unter der Abneigung einiger Menschen leiden müssen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Petra Chevalier am 08.05.2015 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Meinung von Fachleuten gefragt

    Mal eine Frage: Da ja ein Tier (zum Glück) heute keine Sache mehr ist, ist eigentlich das, was dieser Hundehasser mit den Hunden gemacht hat: Vorsätzliche Tötung! Oder sehe ich das falsch? Was ist die Strafe bei vorsätzlicher Tötung gegenüber einem Lebewesen?

  • Anonym am 08.05.2015 08:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diese Tat ist verabscheuent

    Ich habe nichts gegen Hunde und verabscheue diese Tat. Habe aber etwas gegen Hundehalter die ihre Tiere nicht im Griff haben und das sind viele.

  • Bita Gerami am 07.05.2015 18:33 Report Diesen Beitrag melden

    Pfui!

    Kein Mensch ist berechtigt in irgendeiner Weise Gift auszulegen nur weil er eine Abneigung gegen Tiere hat. Auch Kleinkinder können Würste oder ähnliches aufnehmen und essen, nicht nur Tiere.. was ist dann? Muss erst ein Mensch sterben an diesen Ködern damit endlich reagiert wird? Pfui!

  • Peter am 07.05.2015 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    crazy...

    Es ist schockierend wie viel Kommentare hier die Hundehalter kritisieren und somit schon fast so etwas wie "verständnis" für eine solche Tat haben!!! Schwarze Schafe gibt es überall und das gewisse Hundehalter sich mehr anstrengen sollte stimmt auch! Aber hier wurde ein Tier wahllos durch einen Köder verletzt und vergiftet...also mir fehlen die Worte und ich bin einfach nur schockiert, wer zu so etwas fähig ist, ist einfach nur psychisch Krank!!!!!!

  • Dahlie am 07.05.2015 14:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hunde vergiften

    .....das ist schrecklich. Als ehemaluge Hundehalterin muss ich leider sagen das die ganze Hundeproblematik hausgemacht ist! Es gibt viele Hundehalter die ihre Tiere mit oder ohne Leine im Griff haben und nur positiv auffallen. Vielen Dank!! Leider gibt sehr sehr viele HH die ihre Hunde nicht erziehen und dementsprechend auch negativ auffallen.

    • Bonny am 07.05.2015 23:40 Report Diesen Beitrag melden

      Wer verurteilt-wird auch verurteilt!

      Was hat das betroffene Tier damit zu tun? Unterscheide mal, wem du Leid antust, dem Hundehalter oder dem Tier?

    • Petra Chevalier am 08.05.2015 14:35 Report Diesen Beitrag melden

      Hundeschule-zu Hause umsetzen

      Ja, das Problem sind Leute, die Ihren Hund nicht im Griff haben. Und da nützt auch die ganze obligatorische Hundeschule nichts. Wenn man das, was man lernt nicht zu Hause mit seinem Hund umsetzt, dann nütz die ganze Hunde (Menschen)-Schule gar nichts. Da diese Schulen eigentlich für den Hundehalter gedacht sind, was auch sinnvoll ist, wundere ich mich immer wieder wie viel Ärger es mit Hundehaltern gibt. :-(

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