Wikon/Reiden

09. Juni 2017 13:18; Akt: 11.06.2017 14:51 Print

Tote Krähen auf Feld empören Tierfreunde

von Nicole Agostini - Das Bild eines aufgehängten Tierkadavers sorgt auf Facebook für Ärger. Ein Bauer soll angeblich tote Krähen als Vogelscheuchen benutzen.

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«Armselige Menschheit – unser Umgang mit der Natur ist beelendend. Ich klage nicht nur den Krähenschänder im Wiggertal an, sondern auch alle Produzenten, Verteiler und Konsumenten von Lebensmitteln, die genormt und makellos sein müssen. Ich hinterfrage mein eigenes Konsumverhalten auch», so lautet der Facebook-Post einer Userin*.

«Wollte die Kadaver mit meinen eigenen Augen sehen»

Sie hat die Entdeckung der aufgespiessten Krähen auf einem Feld zwischen Reiden und Wikon gemacht. «Als ich mit dem Auto am Feld vorbeifuhr sah ich zum ersten Mal, dass so Sachen hängen – ich dachte da hängen Attrappen. Da hat mir aber eine Freundin gesagt, dass es echte tote Krähen sind, die da hängen. Ich war empört und wollte das mit meinen eigenen Augen sehen. Also lief ich zu den angeblichen Kadavern.»

Ihre Freundin hatte Recht, es waren tatsächlich echte Tierkadaver. Daraufhin beschloss sie davon Bilder zu machen und sie auf Facebook zu posten, weil: «Ich habe es sehr makaber gefunden, dass Bauer tote Tiere aufhängen, um die eigene Saatgut zu schützen. Die Bilder sind ein symbolischer Appell an alle: Man soll mehr hinterfragen, wie wir etwas machen.»

Weitere Facebook-User ärgern sich

Die Bilder auf Facebook zeigen tote Krähen, die an einem Stock mit einem Seil, das an ihrem Bein befestigt ist, aufgehängt sind oder sogar teilweise aufgespiesst wurden. Bei anderen Facebook-Usern rufen die Bilder ebenso harte Kritik hervor. «Das ist Tierquälerei vom Übelsten. Sollte man das nicht dem Tierschutz melden?» Oder: «Die Arroganz, Ignoranz und Selbstgerechtigkeit des Menschen gibt es in vielen Formen und Farben.»

Tierkadaver schon öfter als Vogelscheuche benutzt

Es gab schon des Öfteren solche Vorfälle (20 Minuten berichtete), bei denen Bauern die Tierkadaver angeblich dazu benutzten, um die eigene Saat auf dem Feld vor Krähen zu schützen. Laut Zürcher Bauernverband ist die Methode mit den toten Vögeln eine von vielen, die angewendet wird, um das Krähen-Problem zu lösen. «Denn die Tiere sind auf den Feldern ein echtes Problem, weil sie die Saat fressen», so ein Sprecher. In schweren Fällen hätten ­Bauern schon alles neu säen müssen.

*Name der Redaktion bekannt

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • CaptainLonestarr am 09.06.2017 13:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das hat sich bewährt

    Die anderen Krähen bleiben dann dem Geld fern. So ist der Tod von wenigen gerechtfertigt, die anderen müssen dann nicht getötet werden. Es ist scheinheilig sich darüber zu empören. Jährlich werden in den Städten Mäuse und Ratten zu 10tausenden getötet. Weil mans aber nicht sieht ist das ok. Ein paar tote Krähen die aber einen Zweck erfüllen führen zu einem shitstorm.

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  • Ueli dr Hecht am 09.06.2017 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Naivität hoch 2

    Wenn Stadtmenschen das erste mal mit der Realität konfrontiert werden. Falls sich die Dame mal richtig aufregen möchte, empfehle ich mal einen Tag mit einem Fischer oder Jäger zu verbringen. PS: Autofahren ist auch nicht so das beste für die Umwelt und die Natur.

  • Zack am 09.06.2017 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    Früher normal heute Skandal

    Ich denke (erst 1991 geboren) das sowas früher normal war aber heute ist sowas ja Skandal und abartig. Jaja die heutige Zeit.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • @m am 10.06.2017 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gier

    Krähen und auch Raben sind sehr schlau und leben Monogam. Die einzige böse Kreatur auf der Welt ist und bleibt der Mensch. Die Gier nach Geld und Macht ist schon sehr erbärmlich... Macht nur weiter so, dann gibt es in 400 bis 500 Jahren keine Menschen mehr und die Welt gehört wieder den Tieren!

  • fredi Gurtner am 10.06.2017 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    Tote Krähe

    Dies ist doch eigentlich normal. Das war früher die einzige Möglichkeit, Krähen zu vertreiben, da diese Vögel intelligenter sind ,als mancher Mensch. Täglich schauen wir im Fernsehen dem Tod in die Augen und hier wird masslos übertrieben und gejammert

  • hellosunshine1 am 10.06.2017 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht schlimm

    Krähen sind keine Hühner, die man aus Haustier haben will. Krähen sind eher bös und greifen andere Vogelarten aus. Krähen vermehren sich extrem schnell und das Gleichgewicht zwischen den Vögel ist sonst schon etwas angekratzt. Es gibt so viele Krähen, ich sehe keinen Grund weshalb Bauern diese Methode nicht weitermachen könnten. Lieber sie sterben und man verwendet sie noch.. Sorry leute, aber irgendwo muss man mal einen Punkt machen. Ich liebe Tiere auch, aber Krähen sind schon fast eine Plage.

  • Irene am 10.06.2017 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tierversuche

    In unseren Laboren werden Tiere ganz anders gequält um irgendwelche Medis zu testen! Nehmen wir darum auch keine Tabletten....?

  • Vogel Freund am 10.06.2017 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    Naive Sentimentalität

    Krähen, auch Elstern sind sehr intelligent und schwierig abzuschiessen. Sie sind nicht nur fatal für den Bauern, sondern in Überzahl insbesondere für unsere Singvögel. Sie vertreiben und töten diese ohne "Grund". Also hört auf mit eurer unwissenden Sentimentalität.

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