Streik wegen Sparen

21. Februar 2017 17:23; Akt: 21.02.2017 17:23 Print

Luzerner Schüler holen sich Demo-Touristen

Luzerner Schüler streiken, um gegen Sparmassnahmen zu protestieren. Sie mobilisieren dafür auch Schüler aus Zürich und Aargau.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Am 5. April soll in allen Mittelschulen in Luzern, Zürich und Aargau der Schulbetrieb ruhen. Grund ist ein Schülerstreik in Luzern. Protestiert wird damit gegen die Sparmassnahmen im Luzerner Bildungsbereich.

Umfrage
Sollen Schüler, die für die Demo den Unterricht schwänzen, bestraft werden?
40 %
44 %
16 %
Insgesamt 682 Teilnehmer

«Möglichst grosse Anzahl Schüler»

Am Dienstag nun informierte der Verband der Luzerner Schülerorganisationen (VLSO), der den Streik organisiert, dass auch die Schülerverbände in Zürich und im Aargau Schüler mobilisieren werden, die in Luzern streiken sollen: «Wir werden mit einer möglichst grossen Anzahl Schüler der Mittelschulen der Kantone Luzern, Zürich und Aargau unsere Meinung klar und friedlich darlegen.»

«Auch in anderen Kantonen wird gespart»

VLSO-Präsident Serafin Curti begründet die interkantonale Demo-Aktion so: «Auch in anderen Kantonen wird gespart, das sind unsere ausserkantonalen Mitschüler und wir haben die gleichen Ziele. Der Protest hat eine viel grössere Wirkung, wenn wir das zusammen machen.» Ob die Schüler mit Konsequenzen rechnen müssen, sei davon abhängig, ob Regierung oder Schulleitungen Weisungen erteilen würden. «Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Teilnahme ohne Folgen bleibt.»

Aldo Magno, Chef der Gymnasialbildung, sagt dazu: «Es braucht keine Weisungen. Wer Unterricht hat, geht nicht zum Streik oder er riskiert eine unentschuldigte Absenz.» Wie streng das tatsächlich geahndet werde, liege im Ermessenspiellraum der Schulen.

Bei der letzten Zürcher Aktion kamen 18'000 Personen

Beim Dachverband der Zürcher Schülerorganisationen (ZSO) versucht man es gar nicht erst so weit kommen lassen: «Es soll nicht das Ziel sein, dass Schüler und Schülerinnen an diesem Tag schwänzen», so ZSO-Sprecher Timothy Oesch. Bei gewissen Personen sei es aber bis zu einem gewissen Punkt unabdingbar, dass sie im Unterricht fehlen würden. «Ein grosser Teil der Schüler hat an diesem Mittwochnachmittag aber sowieso frei», sagt Oesch.

Ihm sei es in erster Linie wichtig, dass die Schüler an diesem Tag gemeinsam ein interkantonales Zeichen gegen Sparmassnahmen am Bildungssystem setzen. «Wir vertreten 25'000 Schülerinnen und Schüler und bei unserer letzten grösseren Aktion kamen rund 18'000 Personen», sagt Oesch. Man wolle auch an diesem Nachmittag so viele Personen wie möglich mobilisieren. «Die genaue Rolle des ZSO werden wir aber erst noch mit den anderen Verbänden besprechen», so Oesch.

Aargauer müssen Form der Beteiligung zuerst definieren

Ähnlich klingt es aus dem Kanton Aargau: «In erster Linie freuen wir uns auf eine nationale Kooperation mit anderen Verbänden, um gegen diese Kürzungen zu demonstrieren», sagt Aurel Gautschi, Präsident der Aargauer Schülerorganisation (AGSO). In welcher Form man sich am 5. April in Luzern beteiligen wolle, müsse man aber zuerst noch definieren.

(mme/wed)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schüler am 21.02.2017 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steuergeld verschwendung

    Man sollte die Schüler eher finanziel unterstützen und nicht Milionen wegen lust und laune ins Ausland oder auch in der Schweiz verschwenden. Find ich gut das die Schüler streiken!

    einklappen einklappen
  • Garry am 21.02.2017 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blitzer für Bildung

    Es ist ja peinlich für ein reiches Land wie unseres dass die Kinder für Ihre Bildung auf die Strasse gehen müssen. Warum setzt Luzern die dreissig Millionen Bussgeld von den ganzen Blitzern nicht für die Bildung ein.

    einklappen einklappen
  • Holohugu am 21.02.2017 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unentschuldigte Absenz für freie Meinungsäusserung

    Um ihre Meinung frei äussern zu können sollten die Schüler frei bekommen. Immerhin sind sie direkt von den Sparmassnahmen betroffen! Man könnte gleichzeitig im Unterricht eine passende Lektion zum Thema gestallten. So lernen sie sogar noch etwas:)

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • mako am 24.02.2017 17:07 Report Diesen Beitrag melden

    Geld hat wenig mit Bildung zu tun

    In den letzten Jahrzehnten sind die Budget in der Bildung stetig gewachsen. Weltweit haben wir wohl eines der grössten Budgets für die Bildung. Und trotzdem brauchen wir heute Fachkräfte aus dem Ausland. Mehr Geld heisst auch nicht, dass ein Schüler mehr Bildung erhält. In der Bildung kann man noch so viel Geld sparen, ohne dass man am Ende der Schule eines Jungen merken würde, dass hier Geld gefehlt hätte. Unser Bildungswesen basiert noch auf Humbolt.

  • Ameliore am 22.02.2017 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    Tja, klein fängt an

    wer ein guter Lobbyist werden will. :-)

  • Denkpause am 22.02.2017 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sparen bei der Bildung ...

    ... rechtfertigt schlussendlich die Notwendigkeit nach Fachkräften aus dem Ausland. Bald gibt es wohl Schweizer Wirtschaftsflüchtlinge. Irgendwo muss leider gespart werden, um die Sozial- und Gesundheitskosten tausender Asylsuchenden bezahlen zu können.

  • jane77 am 22.02.2017 06:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    chance

    die klassen werden immer grösser und trotzdem wird an allen ecken in der bildung gespart... ich finde das unser land eher das augenmerk auf eine gute schulbildung sowie die chancen auf eine gute ausbildung fördern sollte den so haben alle schüler die chance auf einen guten start ins berufsleben

  • Skorpion 45 am 22.02.2017 03:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wo wird gespart?

    Es wäre angebracht die Demonstrierenden zu fragen, wie sich die Ausgaben im Bildungsbereich in den letzten 20 Jahren entwickelt haben. Tatsache ist, dass Bildung nach den sozialen Aufwendungen die grösste Kostensteigerung erfahren hat.

    • padi l. am 22.02.2017 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Skorpion 45

      2 mal wurden 20000 schüler der Volksschulen Luzern für eine Woche Nach Hause geschickt um Geld zu sparen. welche zusätzlichen Informationen benötigen Sie von den Schülern?

    • Skorpion 45 am 22.02.2017 07:20 Report Diesen Beitrag melden

      @ padi l.

      Ich bezweifle sehr, ob noch höhere Ausgaben für die Bildung Ihre sehr schwachen Grammatikkenntnisse verbessern würden! Die gestellte Frage sollte mit den Zahlen der Kostenentwicklung beantwortet werden.

    • Heart4animals am 22.02.2017 07:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Skorpion 45

      Bei uns wird beispielsweise an der seit Jahrzehnten durchgeführten Maturareise gsepart, sodass unklar ist, ob diese in Zukunft überhaupt noch statt findet. Weiter werden die Löhne der Lehrer gekürzt, sodass wir unmotivierte Lehrer haben, uns alles selber beibringen müssen statt wie ursprünglich gedacht es die Lehrer tun oder zumindest unterstützen. Dazu kommt deshalb noch um einiges mehr Stoff au weniger Prüfungen, da es die Prüfung nun zu viel Zeit braucht. Bei Schulmaterialien wird auch gespart, sowie bei den Klassen. ABSCHLUSS &5. Kl werden auseinander genommen und neu zsm gemischt...toll.!

    • Ch.U.R. am 22.02.2017 07:53 Report Diesen Beitrag melden

      Wo geht das Geld hin?

      Die Ausgaben für Bildung sind überproportional gestiegen, also mehr als Wachstum der Schülerzahlen und Teuerung. Scheint so, dass alle die hier jammern, nicht wirklich eine Ahnung haben. Also, wo geht das Geld hin, wenn überall gespart wird?

    • Marcel S am 22.02.2017 08:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heart4animals

      Eine Maturareise kann auch aus der eigenen Tasche bezahlt werden.

    • Timo Weber am 22.02.2017 08:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ch.U.R.

      Überteuerte Lehrmittel, externe Evaluationen, Reformen, LP21, externe Leistungstests für SuS, Mittagstisch, Hausaufgabenstunden, Schulsozialarbeit (oft arbeiten ja beide Eltern), Statistikerhebungen, schulpsychologischer Dienst...

    • padi l. am 22.02.2017 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Skorpion 45

      haha...schon am Ende Ihrer Argumentationskette angekommen, dass Sie mich jetzt persönlich angreifen bezüglich meiner Grammatikkenntnissen? Erachte das nicht als eine anstrebenswerte und reife Form der Diskussion.

    • padi l. am 22.02.2017 08:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Skorpion 45

      noch eine Bitte: hätten Sie die Güte, ein Beispiel zu posten wie meine beiden Sätze hätten gestaltet sein müssen um nicht das Prädikat 'sehr schwach' in der Kategorie Grammatik zu erhalten. So kann ich mich zumindest verbessern. Danke

    • Skorpion 45 am 22.02.2017 08:44 Report Diesen Beitrag melden

      @ padi l.

      Das freut mich, dass Sie von einem wenig gebildeten Bauarbeiter (7 Jahre Primarschule) etwas lernen wollen. 1. Schüler schreibt man gross, 2. nach schreibt man klein, 3. hause schreibt man in den Zusammenhang klein, 4. am Satzanfang schreibt man Nach gross. Dieser Nachhilfeunterricht ist kostenlos.

    • Ch.U.R. am 23.02.2017 21:45 Report Diesen Beitrag melden

      @Timo Weber

      Exakt! Und auf welcher Seite stehen die treibenden Kräfte, die das Schulsystem aufblasen und dafür schlechter machen? Wie wählen Lehrer mehrheitlich? Ob die Demonstranten sich dies bewusst sind?

    einklappen einklappen
FCL.TV
Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen