Felssturz Wolhusen

18. Januar 2016 19:13; Akt: 19.01.2016 10:00 Print

Kälte-Einbruch begünstigt die Aufräumarbeiten

Aus der Kleinen Emme wird immer noch Schutt geräumt. Das Gebiet ist gefährdet von Hochwasser – durch die Kälte entspannt sich aber die Situation.

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«Wir kommen mit den Arbeiten gut voran» sagt Fredy Röösli, Gemeindeamman von Werthenstein. Aus dem Bachbett der Kleinen Emme habe man aber eine Woche nach dem Felssturz erst einen kleinen Teil des Gesteins räumen können. Denn: Für Aufräumarbeiten ist derzeit nur das rechte Ufer des Flusses freigegeben. Zuerst stehen noch Sicherungsschritte an: Der Fels wird von einer spezialisierten Firma in Zusammenarbeit mit einem Geologen gereinigt und gesichert. «Sobald das Gebiet freigegeben ist, wird auch am linken Ufer Gestein abgetragen», sagt Röösli.

Temporärer Schutzdamm errichtet

Begünstigt werden die Arbeiten durch das winterliche Wetter. «Dank der Kälte und wenig Niederschlag müssen wir nicht mit einem plötzlich ansteigenden Wasserpegel rechnen.» Da die Durchflussmenge im Bachbett durch den Felssturz auf knapp zehn Prozent der üblichen Wassermenge reduziert wurde, könnte eine grössere Schneeschmelze oder ergiebige Niederschläge zu einer erneuten Überschwemmung führen. Um die latente Überflutungsgefahr zu verringern, wird auf der Höhe des Schuttkegels auf der rechten Flussseite ein temporärer Schutzdamm errichtet. Röösli: «Ziel ist es, dass das Flussbett Ende nächster Woche wieder frei ist.»

Am 11. Januar hatte sich in den frühen Morgenstunden bei der Badflue eine tausend Quadratmeter grosse und vier bis fünf Meter dicke Felsplatte gelöst. Weil der abgestürzte Fels in den Fluss fiel, wurde das dortige linksufrige Gebiet überschwemmt.

Wir geben nicht auf

Am meisten getroffen haben die Auswirkungen des Felssturzes Werner Imbach. Er ist Mitinhaber eines Kies- und Betonunternehmens direkt an der Kleinen Emme. Eine Woche nach dem Naturereignis habe man das Schlimmste überstanden. «Zurzeit ist die Gebäudereinigung in vollem Gang, wir kommen voran», sagt Imbach. Ein besonderer Dank gelte dem Zivilschutz: «Die Zivilschützer haben einen grossartigen Job gemacht.» Der finanzielle Schaden sei aber riesig: «Er beträgt über eine Million Franken», erklärt er. Schon das Jahrhundertwasser von 2005 habe den Betrieb zerstört. Doch Werner Imbach ist trotzdem frohen Mutes: «Wir werden den Familienbetrieb weiterführen und geben nicht auf.» Gegen die Natur sei man aber schliesslich machtlos.

Wegen der Überschwemmung waren einige Tausend Liter Dieselöl in das Erdreich, den Fluss, in die Kanalisation und in die Luft gelangt. Die Fauna und Flora der Gewässer seien wohl nicht zu stark beeinträchtigt worden, schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung. Es sei aber möglich, dass weiterhin aufschwimmendes Öl sichtbar sei.

Damit keine Schadstoffe ins Trinkwasser gelangen konnten, wurden Trinkwasserfassungen vorübergehend abgestellt. Rund 150 Kubikmeter Kies wurde verunreinigt. Die fachgerechte Entsorgung sei in die Wege geleitet worden, hiess es.

(gwa/pz/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Klimaforscher am 18.01.2016 21:43 Report Diesen Beitrag melden

    Erderwärmung

    Immer das selbe Problem mit der Klimaerwärmung! Die macht nur Probleme und schadet den Köpfen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Klimaforscher am 18.01.2016 21:43 Report Diesen Beitrag melden

    Erderwärmung

    Immer das selbe Problem mit der Klimaerwärmung! Die macht nur Probleme und schadet den Köpfen.

    • hst am 19.01.2016 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Klimaforscher

      Was hat das jetzt mit Klimaerwärmung zu tun. Da müssen der Goldauer- und der Flimser Bergsturz wohl auch daher gekommen sein.

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