Weniger Gewalt

23. Februar 2016 17:34; Akt: 23.02.2016 17:37 Print

«In Luzern wird die Sicherheit hoch gehalten»

2015 gab es weniger Delikte gegen Leib und Leben in Luzern. Auch Jugendgewalt gibt es weniger. Gründe dafür sind etwa viel Polizeipräsenz und eine hohe Beschäftigungsquote.

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Oberstaatsanwalt Daniel Burri informierte am Dienstag über den Jahresbericht der Staatsanwaltschaft 2015. (Bild: 20 Minuten/pz)

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Es ist ein Novum: Erstmals in der Geschichte der Luzerner Strafverfolgungsbehörden wird bei den eigegangenen Fällen die 50'000-Marke geknackt. Es ist ein Anstieg von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, 1388 Fälle mehr als 2014. Aber: «Man darf sich von den Zahlen nicht täuschen lassen – es war ein unaufgeregtes Jahr», sagt Oberstaatsanwalt Daniel Burri.

Auffällig sind neben der gestiegen Zahl der Wirtschaftsdelikte, den markant höheren Zahlen im Bereich des Strassenverkehrsgesetzes (+ 15 Prozent) auch die gesunkenen Zahlen bei Gewaltdelikten.

«Polizei sorgt mit ihrer Präsenz für Recht und Ordnung»

Erfreulich ist der Rückgang der Delikte gegen Leib und Leben auf 881 Fälle: In den letzten Jahren ist eine deutliche Abnahme solcher Vergehen festzustellen – 40 Prozent gegenüber 2012 (1552) und 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. «Auch schweizweit ist dieser Trend vorhanden», so Burri. Über mögliche Gründe des kontinuierlichen Rückgangs dieser Deliktgruppe könne man nur spekulieren. Aber: «Hier in Luzern wird die Sicherheit hoch gehalten. Die Polizei sorgt mit ihrer Präsenz für Recht und Ordnung», sagt Burri. Die kontinuierliche Abnahme der Fallzahlen könne als sehr positives Zeichen gewertet werden, sagt der Oberstaatsanwalt.

Bewährter Mix aus Prävention und Repression

Die Jugendanwaltschaft hatte im Vergleich zum Vorjahr 185 Fälle mehr zu bearbeiten. Erfreulich ist aber: Die Gewaltdelikte sind weniger geworden. Körperverletzungen gingen 2015 um 50 Prozent zurück, von 25 Fällen auf 12 – Tätlichkeiten wurden 25 erfasst, im Jahr zuvor waren es noch 42. Dennoch: «Grössere Schwankungen lassen nicht auf einen Trend schliessen», erklärt Burri. Dies auch, weil in einigen Deliktsbereichen die Fallzahlen tief seien.

Eine hohe Zahl von Gewaltdelikten unter Jugendlichen habe es vor allem in den Jahren 2009 und 2010 gegeben. Diesen Höhepunkt habe man aber inzwischen überwunden. Damals hätte es Schwierigkeiten bei der Integration verschiedener Jugendlicher gegeben. Burri: «Hier spielt vor allem die Zusammensetzung der Jugendlichen verschiedener Herkunftsländern eine wichtige Rolle.»

Ein weiterer Grund für den Rückgang der Gewaltdelikte unter Jugendlichen sei unter anderem die hohe Beschäftigungsquote. Der Oberstaatsanwalt erläutert: «Wenn Jugendliche einer Arbeit, einem Hobby nachgehen, oder gut integriert sind, tendieren sie weniger dazu, gewalttätig zu werden.» Aber nicht nur: «Ein bewährter Mix aus Prävention und Repression hat dazu beigetragen», sagt der Oberstaatsanwalt. Mit Aufklärungsarbeit gegen Gewalt haben man in den Schulen einiges bewirken können ist Burri überzeugt.

(pz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Joe CE am 23.02.2016 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Achtung Propaganda

    wegen dem haben wir trotzdem zehnmal mehr Einbrüche als in Deutschland. sieht wahrscheinlich mit den anderen Delikten auch nicht viel besser aus

  • Thomas am 23.02.2016 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vogel Strauss

    Was soll dieser Bericht nun wieder? Wieder einmal mehr wird uns Sand in die Augen gestreut, damit der Ja-Sager am 28.Feb. sich eventuell seine Einscheidung anders überlegt. Mag sein das in Luzern mehr Polizeipräsenz ist, aber anderswo kommt es jeden Tag zu Überfällen und Einbrüchen!

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  • Platz Hirsch am 23.02.2016 21:22 Report Diesen Beitrag melden

    keine Anzeige

    vielleicht schon mal daran gedacht, dass die Opfer gar keine Anzeige erstatten, da die Polizei eh sagt, dass sie keine Zeit hat? Auch so geht die Kriminalrate runter...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Opferfamilie am 27.02.2016 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fingerabdrücke sind ein Fremdwort

    Uns wurde die Autoscheibe eingeschlagen, die Polizei kam nicht, wir mussten auf den Splittern sitzen und mit unseren zwei kleinen Kindern auf den Polizeiposten. "Das sei ein alltägliches Verbrechen, nicht so schlimm, uns sei ja nichts passiert. Die gestohlenen Gegenstände könne man ja der Versicherung angeben". Nur weiter so, ein Freibillette für alle Verbrecher. Die Polizei ist schlicht zufaul, das Schweizervolk zu schützen.

  • SaKo am 25.02.2016 03:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tjajaa

    Wir hatten vor ca 3-4 Monaten ein betrunkener Randalierer vor unserem Haus in einen 3'000 Seelendorf. Als wir die LU Polizei anriefen, sagten diese nur:" Versuchen sie ihn zu beruhigen. Die nächste Streife ist ca 40min. Wenn er weiter macht rufen sie noch einmal an." Tja...keine Dorfpolizei ist doch etwas schönes... ...für Kriminelle

    • Michel am 25.02.2016 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Mecker Mecker

      Kein Problem! Steuern erhöhen, Personal aufstocken und schon sind sie zufrieden.... Oder? Wahrscheinlich beschweren Sie sich im Anschluss über die vielen Kontrollen und Bussen!! Mecker Mecker Mecker.......

    • SaKo am 25.02.2016 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Michel

      Überall wird gespart und trotzdem hat der Bund 2,3 Milliarden Franken Gewinn gemacht. Anstatt dieses Geld sinnlos in irgendwelche überteuerten Projekte oder alles für den Schuldenabbau zu verbrauchen (und auf der anderen Seite sparen!) kömnte man es an die Kantone verteilen! Und ich zahle dieses Jahr wieder mehr Gemeindesteuern als letztes Jahr. Nur zur Info

    einklappen einklappen
  • John am 24.02.2016 17:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noch besser

    Mit der DSI werden die Werte im negativen Bereich liegen.

  • Herr Bünzli am 24.02.2016 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    super

    hat sicher auch damit zu tun, das man in Luzern an jeder Ecke feines Gras bekommt.

  • K. Odak am 24.02.2016 03:20 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Stadt

    Ich finde es gut, wenn sich die Luzerner besser in die Schweiz integrieren. Sie müssen dann nicht so oft ausgeschifft werden!

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