Luzerner Pilotprojekt

21. Mai 2015 10:15; Akt: 21.05.2015 16:50 Print

Autostopp per SMS soll ÖV ergänzen

Der Kanton Luzern testet ein neues Mitfahrsystem. Dabei können Autofahrer Gäste mitnehmen, die an Haltestellen in Randregionen per SMS ihre Destination sichtbar machen.

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Auf einer solchen Anzeige an der Haltestelle wird signalisiert, wohin der Wartende mitgenommen werden will. (Bild: ZVG)

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Ein solches Mitfahrsystem werde zum ersten Mal in der Schweiz öffentlich erprobt und soll den ÖV in Randregionen revolutionieren, sagte Christoph Zurflüh, Sprecher des Verkehrsverbunds Luzern (VVL), auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Getestet wird es in einer dünn besiedelten Region im Westen Luzerns an der Grenze zum Kanton Bern, wo Postautos nur mit wenigen Kursen unterwegs sind. Mitfahrgelegenheiten in Privatautos würden den herkömmlichen öffentlichen Verkehr mit Bussen und Regionalzügen nicht ersetzen, sagte VVL-Sprecher Christoph Zurflüh. Die neuen Angebote könnten aber den bestehenden ÖV ergänzen und so verbessern.

Abrechnung übers Handy

Die Idee ist simpel: Wer mitgenommen werden will, sendet von einer speziellen Haltestelle aus eine SMS mit seinem Fahrziel an eine Onlineplattform. Danach signalisiert ein Lämpchen auf einer Anzeige an der Haltestelle den Autofahrern, wohin der Wartende mitgenommen werden will. Der Fahrgast quittiert die Mitnahme, indem er die Autonummer ebenfalls per SMS ans System meldet. Wer das Angebot immer wieder nutzt, kann sich auf einer App registrieren.

Abgerechnet wird die Fahrt über das Handy. Beim Testlauf im Kanton Luzern kostet eine Fahrt den Passagier pauschal zwei Franken. Davon geht ein Franken an den Fahrer. Die andere Hälfte sind Inkasso- und Vermittlungsgebühren etwa für die Mobilfunkbetreiber und die Taxito AG.

Testbetrieb ab Juni für ein Jahr

Der Testbetrieb beginnt am 2. Juni mit fünf Haltestellen in den Gemeinden Luthern, Willisau und Zell. Das 50'000 Franken teure Pilotprojekt dauert ein Jahr. Finanziert wird es vom Verkehrsverbund. Die Idee stammt vom Berner Unternehmer Martin Beutler. Der 52-jährige Architekt betreibt das Kleinunternehmen Taxito, welches das gleichnamige Mitfahrsystem entwickelt hat und vertreibt.

Der grosse Unterschied zwischen Taxito und normalem Autostoppen sei das System, das dahinterstecke, sagte Initiant Martin Beutler kürzlich dem «Willisauer Boten». Wenn er jemand per Autostopp mitnehme, wisse er nicht, auf wen er sich einlasse. Dasselbe gelte für den Fahrgast. Bei Taxito seien Fahrer und Passagier aber im System erfasst. Das sorge für die nötige Sicherheit.

Sechs Minuten Wartezeit

Mit dem Pilotprojekt will der VVL testen, wie das Mitfahrsystem in der Bevölkerung ankommt. Die betroffenen Gemeinden, Bus-, Bahn- und Postautobetriebe in der Region stünden hinter dem Projekt, sagte VVL-Sprecher Christoph Zurflüh.

Ähnliches Projekt in Burgdorf eingestellt

Von 2002 bis 2005 wurde in der Region Burgdorf BE ein technisch simpleres, aber ähnliches Mitfahrsystem in sechs Ortschaften getestet. Dabei lag die durchschnittliche Wartezeit pro Passagier bei nur sechs Minuten. Allerdings lag die Nachfrage seitens der Passagiere weit unter den Erwartungen. Statt geplanten acht Abfahrten pro Standort und Tag war es im Schnitt jeweils effektiv nur eine Abfahrt. Das Projekt lief nach einem dreijährigen Test aus. Aus Kostengründen wurde es nicht definitiv eingeführt.


(as / sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stöplerin am 21.05.2015 13:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll!!!

    Das ist doch mal eine tolle Idee.... viel Erfolg allen Beteiligten!

  • Potentielle Nutzerin am 21.05.2015 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade wurde es in Burgdorf eingestellt

    Ich möchte eigentlich gelegentlich in das eine oder andere Dorf, das mit dem ÖV nur katastrophal zu erreichen ist. Da wäre dieses System wirklich sinnvoll. So komme ich da nie hin.

  • Nina am 21.05.2015 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Sorry finde das weniger gut... Die Nutzer sind zwar "Registriert", trotzdem kann man da niemandem so wirklich trauen, würde es deshalb nicht nutzen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • ob acht am 21.05.2015 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    8ung

    Missbrauchgefahr lässt grüssen. Es solö eine Sicherheut eingebaut werden wo man Profile validieren kann damit keine fake Profile entstehen. dann kräftig durch werbung pushen und dann sehe ich gute chance für erfolg :)

  • Rolf am 21.05.2015 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    Schwarzarbeit - Verbot

    Für solche Dienst sind Taxis da, die auch ihr Geld verdienen müssen. Abzocker-Geschäfte nicht gefragt - denn Gratis gibt es nicht.

  • Autofahrer am 21.05.2015 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augen auf die Strasse

    O.o Bin ich der einzige denn es stört, dass durch solche Apps einen schlussentlich vom Autofahren ablänkt?

    • Placebo am 21.05.2015 22:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Teufelskreis

      Es gibt Leute die muss man halt bevormunden und beschützen in jeder Situation. Und je mehr man sie bevormundet und beschützt umso unselbständiger werden sie..... Da brauchts wiederum nochmehr Bevormundung und Regelungen und Gesetze... Tja, und genau diese Leute schreien dann nach nochmer Gesetzen und Verboten...... Toll, der selbstdenkende, selbsthandelnde und intelligente Mensch scheint eine aussterbende Spezies zu sein.....

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  • Nina am 21.05.2015 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Sorry finde das weniger gut... Die Nutzer sind zwar "Registriert", trotzdem kann man da niemandem so wirklich trauen, würde es deshalb nicht nutzen.

  • Ilir am 21.05.2015 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kopie von UBER

    Echt jetzt. Warum wurde die App UBER in die CH nicht erlaubt und warum laufen jetzt die Taxifahrer nicht Sturm? Natürlich es ist ja eine Schweizer Erfindung und die ist Gut. Hoffentlich klagen die UBER erfinder.

    • Taxi am 21.05.2015 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Jetzt schon wehren?

      Die Taxifahrer werden sich auch hier verteidigen wenn es überhand nimmt wie bei Uber. Ich finde aber im Moment wäre es unangebracht schon einen Aufruhr zu machen

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