Riesencrash bei Sempach

06. September 2015 14:35; Akt: 06.09.2015 17:57 Print

Astra überprüft nach Unfallserie A2-Baustelle

Nach dem Auffahrunfall am Freitag auf der A2 mit 41 Verletzten bleiben fünf Personen weiter in Spitalpflege. Das Bundesamt für Strassen will nun den betroffenen Autobahnabschnitt prüfen.

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Insgesamt 34 Passagiere des am Freitag verunfallten Reisecars aus Südwales konnten das Spital bereits am Samstag wieder verlassen. Sie verbrachten die Nacht in einem Hotel in Luzern und konnten am Sonntagmittag die Heimreise antreten.

Fünf Verletzte müssen sich noch während mehreren Tagen weiterhin in der Schweiz behandeln lassen. Zwei dieser fünf Personen seien der Car-Chauffeur und ein Ersatzfahrer, so Jason Edwards, Geschäftsführer des Reisebus-Unternehmens Edwards Coaches.

Die Verletzungen der Passagiere, die noch im Spital sind, seien nicht lebensgefährlich. Es handle sich vor allem um Knochenbrüche. Zum Gesundheitszustand der übrigen Verletzten konnte die Luzerner Polizei am Sonntag keine Angaben machen.

Anhängerzug fährt auf Bus auf

Zum Unfall kam es am Freitagmittag auf der Autobahn A2 zwischen Sempach und Sursee in einem Baustellenbereich. Nach Angaben der Polizei fuhr nach dem Tunnel Eich ein Anhängerzug der Post auf den Reisecar auf, der auf dem Rückweg von Italien war. Der Bus wurde gegen einen Lastwagen vor ihm gedrückt, der wiederum in einen weiteren LKW prallte. Laut der «Zentralschweiz am Sonntag» ginge man davon aus, dass ein Leitkegel, der auf der Strasse lag, die mögliche Unfallursache sei.

Insgesamt wurden beim Unfall 41 Personen verletzt, vier davon schwer. Unter ihnen ist auch der Fahrer des Post-Anhängerzuges. Beim Unfall entstanden mehrere hunderttausend Franken Sachschaden. Die Unfallstelle war rund sieben Stunden für den Verkehr blockiert, da eine Fahrspur gesperrt werden musste. Es kam zu Wartezeiten von bis zu 45 Minuten.

Astra will Streckenabschnitt prüfen

Da dieser Unfall bereits der vierte innerhalb von zehn Tagen im selben Abschnitt war, will das Bundesamt für Strassen Astra den Baustellenbereich ab nächster Woche auf die Sicherheit hin überprüfen, wie Richard Kocherhans, Chef der Astra-Filiale Zofingen, gegenüber dem SRF-Regionaljournal sagte.

Die Baustelle sei gemäss den gültigen Normen eingerichtet und überprüft worden, so Kocherhans. Die Unfallserie werde aber zum Anlass genommen, die Signalisationen sowie die Ein- und Ausfahrtsituationen bei den Baustellen nochmals genauer zu überprüfen und allenfalls anzupassen.

Vierter Unfall innert zehn Tagen

Am 25. August waren bei Schenkon ein Auto, ein Lieferwagen und ein Auto mit Bootsanhänger kollidiert. Am Montag darauf verunfallte ebenfalls kurz nach dem Tunnel Eich ein Sattelschlepper und steuerte ins Strassenbord. Am Dienstag fuhr ein Lieferwagen im Tunnel Eich in eine Wand und kippte. Dabei wurde der Fahrer verletzt. Die Unfälle führten neben Sachschäden zu Staus von bis zu zehn Kilometern Länge.

Das Bundesamt für Strassen erneuert derzeit auf der Autobahn A2 zwischen Sursee und Rothenburg seit Sommer 2014 den Belag. Daneben wurden Fahrbahnübergänge und Abdeckungen ersetzt sowie Wildschutzzäune unterhalten. Die 18 Millionen Franken teuren Sanierungsarbeiten sollen Mitte Oktober 2015 beendet sein.

(as / sda)

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