Unternehmenssteuer

20. Oktober 2013 18:31; Akt: 21.10.2013 11:23 Print

Luzern zieht schweizweit am meisten Firmen an

von Martin Messmer - Nirgends zahlen Firmen so wenig Steuern wie in Luzern – und sie kommen in Scharen. Den Steuerausfall können sie noch nicht kompensieren.

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Eine der Firmen, die sich neu im Kanton Luzern niederliessen: Firma Aeschbach Chocolatier AG in Root (Bild: MIB)

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Per Anfang 2012 halbierte der Kanton Luzern die Unternehmenssteuern – seither ist die Steuerbelastung für Firmen in keinem Kanton tiefer.
Nun zeigt eine neue Erhebung des Wirtschaftsinfodienstes Orell Füssli über die Migration von Firmen über die Kantonsgrenzen hinweg: Luzern hat seit 2011 deutlich am meisten Firmen hinzugewonnen. Allein in diesem Jahr sind es bereits 147, berichtete die «NZZ am Sonntag».

Luzerns Finanzdirektor Marcel Schwerzmann freut sich über die vielen Zuzüge. Allerdings seien dafür nicht allein die tiefsten Steuern der Grund. «Es ist ein Gesamtpaket mit unseren guten Verkehrsanbindungen, der attraktiven S-Bahn, den verfügbaren Arbeitskräften und der kundenfreundlichen Behörde.»

Grosser Steuerausfall für Gemeinden

Finanziell aber hat sich diese Steuerpolitik bislang nicht gelohnt: Im letzten Jahr betrug der Steuerausfall auf Gemeindeebene 60 Millionen Franken, wie die «Neue LZ» schrieb. Doch der Finanzdirektor ist «überzeugt, dass sich die Steuerstrategie in wenigen Jahren auszahlen wird. Obwohl die Steuer halbiert wurde, gingen die Einnahmen nur um 34 Prozent zurück, das werte ich als gutes Zeichen». Trotzdem plant die Regierung eine Steuererhöhung, «für natürliche und juristische Personen», wie Schwerzmann betont.

Die SP hat dagegen Widerstand angekündigt: Sie verlangt, dass eine Steuererhöhung «zwingend mit einer zumindest teilweisen Rücknahme der Unternehmenssteuer verknüpft ist», damit die «Steuergeschenke an Firmen nicht vom Volk finanziert werden».

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nina am 20.10.2013 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    Mag es den Luzernern gönnen...

    wenn sich mehr Firmen im Kanton Luzern ansiedeln. Der Kanton braucht eine dynamischere Wirtschaft. Wenn ich manchmal im Winter in die Stadt Luzern komme, ist mir fast etwas unheimlich, so verschlafen wirkt die Stadt und so wenige Leute sind zu sehen. Deshalb wünsche ich den Luzernern, dass sie ihre Steuerstrategie durchhalten und sie zum Erfolg führt.

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  • 4488 am 21.10.2013 06:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Paradiesische Zustände

    Für Firmen hat die Schweiz mittlerweile paradiesische Zustände geschaffen. Ganz nach dem Motto Arbeitsplätze schaffen um jeden Preis. Die Arbeitsplätze werden dann meistens durch ausländische Arbeitnehmer besetzt. Der "Kollateralschaden" also Lohndruck, steigende Mieten, Ausbau Infrastruktur kann dann wieder mal der normale Bürger bezahlen. Das ist genau diese Politik welche eigentlich niemand mehr will.

  • Liberaler am 20.10.2013 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weitblick

    Sehr gut, Luzern hat den nötigen Weitblick! Gemäss SP soll das Volk aber ruhig für alles andere bezahlen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Steff am 21.10.2013 17:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Versuch ist's Wert

    Ich kann ja verstehen, dass es suspekt wirken mag, mit Geldern aus dem NFA scheinbar Steuersenkungen zu finanzieren um so Firmen anzulocken. Langfristig könnte sich dies aber bezahlt machen. Dann nämlich, wenn ein solcher Kanton wirtschaftlich derart wächst, dass er weniger NFA benötigt oder sogar zum Geberkanton werden kann. So gesehen wäre die Strategie nicht schlecht. Ob sie langfristig funktioniert, wissen wir heute alle noch nicht. Wenn alles nicht gemacht worden wäre, wo "schlaue" Köpfe vorher schon wussten, dass es nicht funktioniert, würden wir noch in Höhlen wohnen.

    • Max Burkhalter am 22.10.2013 15:55 Report Diesen Beitrag melden

      Durchhalten und gewinnen

      In Zug und Schwyz hat's funktioniert. Warum nicht auch in Luzern? Nur nicht locker lassen und halt die paar schwierigen Jahre durchbeissen. Ohne Einsatz gibt es keinen Gewinn; ohne Sähen gibt es keine Ernte.

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  • Regula am 21.10.2013 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    Wollen wir das überhaupt?

    Wer will denn, dass sich immer mehr Firmen ansiedeln bei uns? Was bringt uns das genau? Das heisst mehr Verkehr, weniger Platz, teurere Wohnungen. Letztendlich schiessen wir uns damit ins eigene Bein.

    • k.kari am 21.10.2013 11:40 Report Diesen Beitrag melden

      bauernkanton

      luzern leidet an grössenwahn.

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  • Steuerzahler am 21.10.2013 08:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steuergeschenk!

    Unternehmenssteuer halbiert!Der Steuerzahler wird es schon richten,dafür ist der Steuerzahler schliesslich da! Das Steuergeschenk hat sich noch nicht ausbezahlt,wir haben auch keinen günstigen Wohnraum mehr,die Strassen wie der öffentliche Verkehr ist ein Chaos,der Steuerzahler wird es schon richten! Es wird viel versprochen,die Realität spricht eine andere Sprache!

  • Markus am 21.10.2013 07:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unternehmer sind reich???

    Unternehmer sind nicht einfach reich. Viele fangen mit Nichts an oder setzen alles Ersparte auf ein Feld. Viele Inhaber von KMUs verdienen in den ersten Jahren weniger als viele ihrer Angestellten. Wieso sollen sie dabei nicht von guten Bedingungen profitieren? Wenn mich mein Chef anständig bezahlt, soll er irgendwann auch anständig verdienen können. Unterstützt von guten Gesamtbedingungen. So haben wir alle etwas davon!

    • k.anig am 21.10.2013 11:38 Report Diesen Beitrag melden

      die armen unternehmer?

      ich kann dieses gejammere nicht mehr hören. steurerleichterung ja aber im verhältnis zur anzahl arbeitsplätze.

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  • stefan keller am 21.10.2013 07:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zu wenige wohnungen

    dass es mehr arbeitsplätze hat ist schön. es hat aber jetzt schon zu wenige wohnungen. da müsste auch was getan werden.

    • Alles klar am 22.10.2013 16:00 Report Diesen Beitrag melden

      PFZ muss gekündigt werden.

      Ganz einfach: Die Personenfreizügigkeit muss per sofort gekündigt werden, damit die Schweiz wieder selbst die Kontrolle über die Einwanderung zurückerhält. Sie können dies mit dem Wahlzettel im Jahr 2015 beeinflussen.

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