Zentralschweizer Blondine

24. Juni 2015 05:45; Akt: 24.06.2015 05:49 Print

Miss Zufall Michèle greift nach dem Krönchen

Michèle Rösch (24) aus Rothenburg dachte nie daran, als Miss Schweiz zu kandidieren. Doch dann ging sie in Luzern shoppen.

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Die Mutter aller Standardfragen, die die Miss-Kandidatinnen landauf, landab beantworten müssen, lautet: Warum machen Sie mit? «Darauf habe ich eine ziemlich gute Antwort», sagt Michèle Rösch und zeigt ein strahlendes Lächeln, das nicht aufgesetzt, sondern natürlich wirkt.

Wie schon oft fuhr Rösch an einem Donnerstag im April mit ihrem Freund in die Stadt Luzern, um dort ein wenig in den Läden zu stöbern – «Shopping Queen» ist ihre Lieblings-TV-Sendung. «Im Manor kamen wir am Casting der Miss-Organisation vorbei, als man mich ansprach, ob ich nicht auch mitmachen wolle.» Lieber nicht, sei ihr erster Gedanke gewesen. «Dann hat mein Freund aber gesagt, dass sowas eigentlich noch zu mir passen würde, und ich sagte spontan zu.»

Zwei Titel auf sicher

Damals ahnte sie noch nicht, dass sie es unter hunderten jungen Schweizerinnen unter jenes Dutzend Girls schaffen würde, die am 7. November in Basel an der Miss-Schweiz-Wahl zur schönsten Frau des Landes gekürt werden wollen. «Man machte im Manor Luzern schnell ein Porträt- und ein Ganzkörperbild von mir, das wars.» Sie wurde dann aber ans Final-Casting gerufen, wo sie sich vor einer Jury gegen weitere 80 junge Frauen durchsetzte. Am Montag nun wurde sie als offizielle Kandidatin präsentiert. Einen Titel hat Michèle Rösch also schon auf sicher: Sie ist Miss Zufall.

Rösch sticht noch aus einem zweiten Grund aus der Masse heraus: Sie ist als einzige der zwölf Kandidatinnen blond. «Keine Ahnung, ob das ein Vorteil oder ein Nachteil ist», sagt sie. Eins ist sicher: Rösch fällt als Blondine unter lauter Brünetten, Rot- und Schwarzhaarigen auf – und hat deshalb bereits einen zweiten Titel auf sicher: Sie ist Miss Blond.

Tanzen als grosse Leidenschaft

Nun steht Rösch also bis zumindest im November im Rampenlicht und ist eine öffentliche Person. «Das stört mich überhaupt nicht», sagt sie. Beim Fototermin vor dem KKL in Luzern posierte sie schon wie ein Profi – natürlich, locker, selbstbewusst. «Gelernt habe ich das nie, das kommt wohl vom Tanzen», sagt sie. Tanzen ist ihre grosse Leidenschaft – Michèle ist ausgebildete Tanzpädagogin und führt in Rothenburg ihre eigene Tanzschule MR Dance. Am Luzerner Fest vom nächsten Samstag tritt Rösch mit ihren kleinen Tanzschülern übrigens im Pavillon auf (15.30 bis 16 Uhr).

Die Schule werde sie sicher weiterführen, sagt sie. Trotz der vielen Termine als Miss-Kandidatin will sie zudem weiterhin zu 80 Prozent als stellvertretende Geschäftsführerin bei Interbike in Buchrain arbeiten. Privat wohnt sie noch bei ihren Eltern in Rothenburg, doch irgendwann in Zukunft möchte sie mit ihrem Freund in die erste gemeinsame Wohnung ziehen – «wenn ich dann mal Geld habe». Als Miss Schweiz wäre sie nach Laetitia Guarino die zweite schönste Schweizerin mit Lohndeckel und würde «nur» 10'000 Franken pro Monat kassieren. Frühere Missen kamen zwar auf ein Mehrfaches, doch «für mich wäre das ganz viel Geld», sagt Rösch.

Tanzend durchs Miss-Jahr

Die Grossmutter aller Standardfragen, welche Miss Schweiz-Kandidatinnen beantworten müssen, lautet übrigens: Was möchten Sie als Miss Schweiz bewirken? Weltfrieden oder ähnlich hehre Ziele nennt Rösch keine. Sie hat einen ganz simplen Wunsch: «Andere Leute zum Tanzen bringen, wenns geht, gerne auch für gute Zwecke.» Würde mehr getanzt auf dem weiten Erdenrund, es gäbe sicher auch mehr Frieden.

(mme)

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