Jugendradio

27. Juni 2017 05:53; Akt: 27.06.2017 05:53 Print

3Fach setzt eine Woche lang auf «Pussy Power»

Mit der «Pussy Power Week» will das Luzerner Jugendradio eine Woche lang die Frauen ins Zentrum stellen. Männer werden dennoch am Mikrofon stehen.

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In dieser Woche widmet sich Radio 3Fach in einer Spezialwoche ganz der Frau: Dabei will sich die Radiostation «mit Fragen rund ums Frau-Sein und Geschlechter-Rollen» befassen, wie Marketing- & Kommunikationsleiter Yanik Kloter erklärt.

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Konkret heisst das: In der «Pussy Power Week» vom 26. Juni bis 2. Juli läuft nur Musik von Frauen oder Bands, die mindestens zu 50 Prozent aus Frauen bestehen. «Für mich als junge Radiojournalistin ist auffallend, dass speziell die Musikwelt eine Männerdomäne ist», sagt Jara Helmi, Initiantin der Themenwoche, «dieser Fakt hat mich irritiert.» Die Männerdominanz sieht man etwa bei den Festivals: So stehen auf den grossen Schweizer Openair-Bühnen diese Saison nur 12 Prozent Frauen. Bei 3Fach gibts deshalb «eine Woche lang nur Eierstöcke», wie es auf der Website heisst.

Geladene Gäste sind ausschliesslich Frauen

Laut Kloter bedeutete die Themenwoche in der Vorbereitung für Musikredaktor Moritz Stettler jedoch keinen übermässigen Aufwand: «In unserem Programm gibt es auch ohne diese Sonderwoche einen relativ hohen Frauenanteil», sagt Kloter. So wurden die Playlists neu arrangiert und Songs hinzugefügt, damit verschiedene Rotationen möglich sind.

Auch die geladenen Gäste im Studio sind in dieser Zeit ausschliesslich Frauen: «Eingeladen sind beispielsweise Kantonsratspräsidentin Vroni Thalmann-Bieri oder Sexarbeiterin Elo», sagt Kloter. Auch Clara Vuillemin, IT-Verantwortliche beim Magazin «Republik», ist dabei. «In der IT-Branche oder auch in der Politik sind Männer immer noch stark überrepräsentiert», so Kloter.

Bestimmte Kriterien für eine Auswahl der Gäste gab es nicht. «Die Verantwortlichen für die Sendungen bei 3Fach sind in der Arbeit immer sehr frei.» Sie hätten jeweils den Fokus auf Aspekte gelegt, die sie am Thema besonders interessieren. «Es ist nicht primär eine politische Woche. Die Sendungen werden verschiedene Formen und Perspektiven haben.»

Trotzdem Männer am Mikrofon zu hören

Während der Spezialwoche werden am Mikrofon trotzdem Männer zu hören sein: «Das Team diskutierte, ob Moderation und Redaktion getrennt werden sollten und die Moderationen nur von Frauen gemacht werden sollten.» Man habe sich jedoch dagegen entschieden, denn «das würde bedeuten, dass Frauen am Mikrofon Texte lesen würden, die von Männern geschrieben worden sind», sagt Kloter. Gleichstellung würde alle etwas angehen.

Der Kommunikationsleiter ist sich sicher: «Es wird eine Woche voller spannender Geschichten. Wir wollen unser Publikum begeistern, anregen und auch ins Grübeln bringen. Gute Musik darf bei 3Fach natürlich auch nicht fehlen.»

Delilahs-Frontfrau Rhyner bejubelt die Aktionswoche

«Das ist eine tolle Aktion», sagt Muriel Rhyner, Sängerin und Bassistin bei der Zuger Band Delilahs. Die Förderung von Frauen in der Musik ist ein wichtiges Anliegen. Die Musikerin findet es schade, dass der Frauenanteil bei Band überhaupt ein Thema ist: «Irgendwann sind wir hoffentlich so weit, dass man darüber nicht mehr diskutieren muss.»

Rhyner selbst fördert ebenfalls Jungmusikerinnen: Bei der Koordinationsstelle für Musikerinnen im Jazz, Pop & Rock «Helvetiarockt» führt sie unter anderem Bandcoachings durch und leitet Workshops für junge Frauen, die Musik machen wollen.

Dabei machen die Jungmusikerinnen auch erste Erfahrungen auf der Bühne: «Es ist jeweils sehr emotional, wenn sie zum ersten Mal auf der Bühne stehen. Das gibt ihnen Selbsbewusstsein – auch in anderen Bereichen», sagt sie. Doch diese Hemmschwelle dazu sei bei vielen relativ gross. «Bei mir das ähnlich. Ich hätte wohl mit 14 auch nicht den Mut gehabt, auf die Bühne zu stehen, wenn mich meine Mutter nicht derart unterstützt hätte.


(gwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heckfredi am 27.06.2017 07:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung...

    Wenn es eine Männerwoche gäbe, würde es einen riesen Skandal auslösen.

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  • Pussylover am 27.06.2017 06:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diskriminierung? Diskriminierung!

    Gerade in der musikwelt sind die pussies selber schuld, dass es mehr dicks auf den bühnen gibt. Die pussies entscheiden für welche musik sie bezahlen. Da dies meist einzelkünstler wie bieber, sheeran usw. resp. Boybands (seit den backstreetboys vor gut 20 jahren) sind, werden dicks von der plattenindustrie bevorzugt, um geld zu verdienen. Konklusion (oder ausfluss, um beim wording zu bleiben): wenn pussies musik von pussies kaufen würden, müssten pussies bei plattenverträgen nicht in die röhre schauen. Denkt mal an den aufschrei, falls man dasselbe für männlein machen würde...

  • james mc'neil am 27.06.2017 06:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo denn?

    Im Metal, Rock und Rap-Bereich gibt es vermutlich tatsächlich weniger Frauen, aber sonst ist doch die Mischung ziemlich bunt. Muss heutzutage denn alles 50/50 sein und erzwungen werden? Es gibt auch etliche Bereiche die primär weibliche Domänen sind. Hauptsache ist doch dass beide Geschlechter gleich viel für die gleiche Arbeit verdienen! Die Wahl der Branche steht jedem frei und das Geschlecht spielt dabei keine grosse Rolle.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fredu am 27.06.2017 17:56 Report Diesen Beitrag melden

    chilleds mou

    Nützts nichts schads nichts. Verstehe den Hate nicht.

  • Jugendlicher Radiohörer am 27.06.2017 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abwechslung

    Also ich finde, unabhängig ob jetzt das männliche oder weibliche Geschlecht 'bevorzugt' wird, es gut das etwas Abwechslung über das Radio in die Arbeitswoche gebracht wird! :)

  • Norman Bates am 27.06.2017 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genug ist genug

    Das geht zu weit.

  • Frauchen am 27.06.2017 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Schaden als Nutzen

    Hört endlich mal wieder auf mit dem ganzen Feminismus-Hype-Schwachsinn! Dieser ganze Wahnsinn schadet den Frauen mehr als dass er nützt. Wer nimmt einem so noch ernst, echt.

  • Anny am 27.06.2017 11:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pipi Power?

    Gibt es im Gegensatz dazu auch eine Penis-Power Woche wo nur Musik von Menschen der männlichen Gattung gespielt wird?