Naturschutzreservat

07. Dezember 2017 13:23; Akt: 07.12.2017 16:14 Print

Am Pilatus entsteht ein neues Naturparadies

Auf dem Pilatus gabs einen See – vor dem viele grosse Angst hatten, weil darin angeblich eine sagenumwobene Gestalt lag. Nun wird das Gebiet zum Naturwaldreservat.

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Beim ehemaligen Pilatussee, in dem der Sage nach die Leiche von Pontius Pilatus versenkt sein soll, entsteht ein neues Naturwaldreservat. Auf einer Fläche von 76 Fussballfeldern am Pilatus können sich künftig Flora und Fauna frei von menschlichen Einflüssen entwickeln.

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Das neue Naturwaldreservat erstreckt sich über das Gebiet Oberalp-Bründle-Hörnli in den Gemeinden Schwarzenberg LU und Hergiswil NW, wie die Luzerner Staatskanzlei am Donnerstag mitteilte. Der Kanton realisiert es in Zusammenarbeit mit dem Kanton Nidwalden und den Besitzern, der Korporation Alpnach und der EWL Wasser AG.

Wanderer sind willkommen

Das Gebiet bleibt weiterhin frei zugänglich. Da auf der Oberalp viele Kühe übersommern, müssen alle grösseren Wald- und Moorflächen jedoch mit Zäunen vor dem Weidevieh geschützt werden.

Das 54,3 Hektaren grosse Naturwaldreservat soll seltenen Pflanzen und Tieren wie beispielsweise dem Raufusshuhn Platz bieten. Auch national prioritäre Lebensräume wie der Torfmoos-Bergföhrenwald könnten so langfristig geschützt werden und natürliche Prozesse uneingeschränkt ablaufen, heisst es weiter.

Künftig wird in diesem Gebiet auf eine forstliche Nutzung verzichtet. In Ausnahmefällen könnten Massnahmen zur Förderung bestimmter Arten oder Lebensräume nötig sein. So wie beispielsweise in den Jahren 2014 und 2016, als das Hochmoor beim ehemaligen Pilatussee aufgewertet wurde.

Angst vor Pontius Pilatus im See

Der ehemalige Pilatussee liegt zwischen den Gipfeln des Pilatus und dem Mittaggüpfi. Der Sage nach soll die Leiche von Pontius Pilatus, dem römischen Statthalter, der Jesus zum Tod verurteilte, versenkt im Bergsee liegen.

Bis ins 16. Jahrhundert verbot der Luzerner Stadtrat der Bevölkerung das Betreten des Pilatus und den Zugang zum See. Man glaubte, dass es schwere Unwetter gebe, wenn die Leiche gestört würde.

Die Sage wurde später widerlegt. Der Luzerner Stadtrat beschloss Ende des 16. Jahrhunderts, den See durch Grabungen trockenzulegen. Das gelang allerdings nur teilweise. Aus dem ehemaligen See entstand über die Jahrhunderte ein Hochmoor.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ledini kraft am 07.12.2017 14:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    neues Naturschutzgebiet

    wunderbar wir können nicht genug Natur schützen. DANKE

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  • Froher Lauch am 07.12.2017 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Schön zu lesen

    Tur gut sowas zu lesen. Hoffe dass die Tier und Pflanzenwelt sich dort frei entfalten kann.

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  • Spiritualist am 07.12.2017 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erfreulich, aber...

    Dieser Bericht ist erfreulich, wenn man bedenkt, dass die Schweiz jede Sekunde die Fläche eines Fussballfeldes Land verbaut. Wenn wir nicht zu einem 'Alpenmonaco' werden wollen, muss noch viel mehr Naturschutzgebiet geschaffen werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kirchenvater am 11.12.2017 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Übermut!

    Nur nicht zu übermütig, der Böse Geist schläft nur, wehe, wenn der erwacht!

  • Sophia am 09.12.2017 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Zu viel Menschen?

    Man hat überall Platz für Pflanzen und wilde Tiere, aber nicht für den Mensch.

  • autramseyer am 08.12.2017 20:23 Report Diesen Beitrag melden

    tolle Sache

    suppi! Was mir aber auffällt: So Zonen werden immer dort eingerichtet, wos verd.. mühsam zum Hinkommen und damit auch zum Holzen ist. Im Flachen würden auch allerhand seltene Pflanzen und Viecher wachsen, und es gäbe den tollen Urwald mit Totholz und so, wenn man die Natur machen liesse.

  • Sepp Trub am 08.12.2017 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    Habe einfach Angst for Pontius

    Nein, nur immer Rigi-Kaltbad fuer eine feine Olma mit Roesti, Knorr-Sauce und ein lauwarmes Rivella auf der Terrasse.

    • Zuger Länder am 09.12.2017 00:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sepp Trub

      Beleidige nicht meinen Hausberg die Rigi mit Olma und Knorrwasser.

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  • Weiter so. Bravo. am 07.12.2017 19:51 Report Diesen Beitrag melden

    Danke !

    Sowas ist ungemein wichtig und sehr, sehr wertvoll. Die Natur und Umwelt, und somit unsere Lebensgrundlage überhaupt, wird es uns danken !

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