Luzern

13. Mai 2016 11:01; Akt: 25.01.2017 15:31 Print

Asbest in WCs der Uni Luzern entdeckt

Einige Toiletten der Uni Luzern stammen noch aus der Zeit, als diese noch ein Postgebäude war. Dort wurde jetzt in Klebern von Keramikplatten Asbest gefunden.

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Unerfreulicher Fund in der Uni Luzern an der Frohburgstrasse: Einige Toiletten sind asbestverseucht. Konkret sind in einzelnen Toilettenanlagen die Plättli teilweise mit asbesthaltigem Kleber befestigt. Lukas Portmann Kommunikationsbeauftragter der Uni, bestätigte Berichte auf «Zentral+» und auf dem Blog von Conradin Knabenhans, früher Moderator der Sendung CampusRadio von Radio 3Fach.

Umfrage
Würden sie die betroffenen Toiletten der Uni Luzern noch benutzen?
67 %
26 %
7 %
Insgesamt 866 Teilnehmer

«Keine Gefahr» für Toilettengänger

Portmann betont: «Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung für die Nutzer.» Dies, weil das Asbest in gebundener Form wie in den betroffenen Toiletten keine Gefahr für die Gesundheit darstelle. Die WCs sind denn auch nach wie vor offen und können benutzt werden, sagte Portmann auf Anfrage von 20 Minuten. Dennoch steht jetzt eine Sanierung an.

Raum wird abgeriegelt

Gefährlich wirds allerdings, wenn die WCs asbestbereinigt werden. Grund: Wenn die Platten von der Wand abgelöst werden, können Asbestfasern freigesetzt werden. «Asbest in loser oder schwachgebundener Form ist gesundheitsgefährdend und kann zu Lungen- und Brustfellkrankheiten führen. Innerhalb der Sanierung ist diesem Risiko grosse Beachtung zu schenken. Darum werden beim Ausbau der Plattenbeläge besondere Sicherheitsmassnahmen notwendig», heisst es in einem Infoblatt der Uni an ihre Mitarbeiter. Bei der Sanierung wird der betroffene Raum deshalb abgeriegelt. «Er ist nur über ein System von Schleusenkammern zugänglich. Die Schleusen stellen sicher, dass keine Fasern über die Luft in die Umgebung gelangen. Die
Arbeiter ziehen sich in den Kammern um und duschen dort. So wird erreicht, dass keine Fasern über die Kleider oder die Haut der Arbeiter nach aussen gelangen», schreibt die Uni weiter.

Der Ausbau des asbesthaltigen Materials wird in den ersten beiden Wochen in August vorgenommen, wenn das ganze Gebäude geschlossen ist. Allerdings ist das Asbest nicht der ursprüngliche Auslöser für die Sanierung; andere Arbeiten an den alten Toiletten stünden schon länger an, heisst es bei der Uni. Weil die Uni in dieser Zeit sowieso für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist und keine Gefahr für die Nutzer bestehe, sei nur intern und nicht auch extern über den Asbestfund kommuniziert worden, sagte Portmann auf Anfrage. Budgetiert für die Sanierung sind beim Kanton eine halbe Million Franken.

Das Gebäude wurde von 2007 bis 2011 zur Universität umgebaut. Zuvor diente es als Postgebäude. Die Asbest-Toiletten stammen noch aus den alten Post-Zeiten. Sehen Sie im Vorher-Nachher-Slider, wie sich das Gebäude von der Post zur Uni gewandelt hat:

(mme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • marc.kap am 13.05.2016 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage an die Redaktion.

    Ist "Asbest verseucht" nicht ein bisschen übertrieben geschrieben? Da es ja in gebundener Form hinter den Plätli ist UN keine Gefahr für Menschen besteht. lg

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  • jowe am 13.05.2016 13:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..ja und jetzt?..

    solange alles beim alten bleibt und nicht erneuert wird verändert sich nichts. Und wenn es mal erneuert werden sollte gelten die vorhandenen Renovationsauflagen.

  • Vera am 13.05.2016 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Super für die Uni

    Das ist doch super für die Uni. Da haben die Studenten echt gutes Material für Laborarbeiten und können die Auswirkungen von Asbest perfekt dokumentieren.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus Künzli am 17.05.2016 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Kurze Aufklärung

    33% würden die Toilette nicht mehr benutzen oder sich unwohl fühlen - hier noch etwas Beunruhigendes für Sie: Mit grosser Wahrscheinlichkeit findet sich auch bei Ihnen zu Hause Asbest. Seien es Rohr- oder Steckdosenisolationen, das Elektrotableu oder der Eternit-Blumentopf auf dem Balkon: überall ist Asbest drin. Und das Beste: Asbest ist völlig ungefährlich, solange Sie ihn nicht beschädigen.

  • Martin Ru am 15.05.2016 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man kann's übertreiben...

    Das ist alles Panikmacherei, in fast allen Häusern die über 25 Jahre alt sind findet sich noch gebundener Asbest. Man kann also getrost auch gegen die Wand pinkeln ohne das man krank wird.

  • jowe am 13.05.2016 13:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..ja und jetzt?..

    solange alles beim alten bleibt und nicht erneuert wird verändert sich nichts. Und wenn es mal erneuert werden sollte gelten die vorhandenen Renovationsauflagen.

  • Uni fail am 13.05.2016 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Student

    Die Uni Luzern hat die Studenten nicht informiert. Die 1. Studenten erhielten Insiderinfos vor 1 Woche... Ein öff. Communique an die Studenten, hielt die Uni nicht für nötig. Die betroffenen Studenten entnehmen die Infos erst aus den Medien. Schwach von der Uni Luzern!

    • Innerschweizer am 13.05.2016 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Uni fail

      Warum sollten die Studenten informiert werden? Ist es üblich das die Studenten in den WCs Platten anbohren oder zerschlagen?

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  • Peter Schmid am 13.05.2016 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kosten???

    Und wer zahlt die 500'000.- für die Sanierung? Natürlich der Steuerzahler...