Goldau

12. Juli 2018 15:31; Akt: 12.07.2018 15:32 Print

Astra testet auf Autobahn den neuen Superbeton

Dank eines neuen Baustoffs soll der Strassenbau extrem beschleunigt werden. Der neue Ultra-Hochleistungs-Faserbeton wurde am Donnerstag erstmals vorgeführt.

Premiere: Am Donnerstag wurde der Baustoff in Goldau vorgeführt. (Video: Keystone-SDA)
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Der Bund dichtet erstmals Autobahnbrücken mit einem Verfahren ab, dank dem statt drei zeitaufwändige und witterungsabhängige Arbeitsschritte nur noch ein Arbeitsgang nötig ist.

«Ultra-Hochleistungs-Faserbeton» (UHFB) nennt sich das neue Material, das das Bundesamt für Strassen Astra am Donnerstag bei Goldau auf einer Autobahnbaustelle vorführte. Der grossflächige UHFB-Einbau ohne separate Abdichtung ist schweizweit eine Premiere, teilte das Astra mit. Die Neuheit verkürze die Bauzeit, die Strasse könne wieder schneller dem Verkehr übergeben werden.

Verbaut wird der UHFB auf den drei Brücken Linden, Mettlen und Boli der A4 zwischen Küssnacht und Brunnen auf eine Fläche von 14'000 Quadratmetern. Der 20 Kilometer lange Autobahnabschnitt ist 35 Jahre alt und wird in drei Etappen bis 2022 erneuert.

Aufs Wetterglück nicht mehr angewiesen

Um ein Rosten der Armierung zu vermeiden, werden Autobahnbrücken abgedichtet. Bislang wurde dies mit einer Epoxidharz-Versiegelung und mit Polymer-Bitumen-Dichtungsbahnen gemacht. Für diese Abdichtung waren drei zeitintensive Arbeitsschritte nötig, die bei trockenem und heissem Wetter durchgeführt werden mussten. Das Harz musste jeweils 24 bis 48 Stunden aushärten.

Beim Einbau mit UHFB entfallen diese Arbeitsschritte, teilte das Astra mit. Es braucht lediglich gewisse Nachbehandlungen, die aber nicht witterungsabhängig sind und den Bauablauf nur kurzfristig störten.

Beton ohne Kies

UHFB enthält drei bis vier Mal mehr Zement sowie mehr Bindemittel als normaler Beton, sagte Bauleiter Christian Schmuckle gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Weiter enthält er pro Kubikmeter 200 Kilogramm Stahlfasern sowie Feinsand, aber keinen Kies.

Astra testet auf Autobahn neuen Superbeton

Diese Zusammensetzung macht den UHFB gegenüber herkömmlichen Beton dichter und härter, die Gefahr von Rissen ist geringer. Der neue Baustoff weist eine ausgeprägte Druck- und Zugfestigkeit aus, teilte das Astra mit. Wird er zur Verstärkung eingesetzt, kann er viel dünner eingebaut werden als normaler Beton, sodass die Trägerkonstruktion weniger belastet wird. Nach 24 Stunden hat der UHFB die Festigkeit, die Beton erst nach 28 Tagen erreicht.

ETH Lausanne begleitet Projekt

Das Astra hatte UHFB bereits 2014 beim Chillon-Viadukt bei Montreux VD eingebaut, damals war aber noch eine separate Abdichtung nötig. Die ETH Lausanne begleitet das Projekt wissenschaftlich.

Der UHFB-Einbau auf der A4 werde für die Bauzukunft ein wegweisendes Referenzprojekt darstellen, teilte das Astra mit. Eingesetzt werden kann der Baustoff gemäss Bauingenieur Schmuckle zur Verstärkung bestehender Bauwerke, für Abdichtungen sowie als mechanischer Schutz.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Seppi am 12.07.2018 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    Das wäre mal was für Zürich

    die Stauplaner brauchen für 200m Strassenbelag 1.5 Jahre, für ein Brücke ein Jahrzehnt

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  • Köbl am 12.07.2018 15:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt gehts schneller

    Da werden sich die Bauunternehmer aber gar nicht freuen, wollen sie doch so gerne unser Steuergeld aus der öffentlichen Hand pressen.

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  • meierisli am 12.07.2018 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    interessant, gibts mehr infos?

    die bindemittel, was für welche sind das? lösen die sich bei wasser aus?die stahlfasern, wie gross sind diese stahlfasern? kann dieser beton gut abgetragen werden, wenn mal austausch erforderlich ist?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gero F am 17.07.2018 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    ASTRA???????

    Schon nur die Überschrift: "Astra testet auf Autobahn den neuen Superbeton" lässt mich Ungutes erahnen, denn seit DL dies Dep. Innehat geht so ziemlich alles daneben und wird Geld für Verkers-(Verplanung) ausgegeben ohne Ende. Überall wo das ASTRA reinredet kam bis anhin nichts Schlaues heraus. Als Baufachmann weiss ich jedoch dass die vorhandenen Mittel sehr gut geeignet sind nur leider unter falscher Bauleitung / Koordination.

  • Betong am 15.07.2018 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Sicher bald ein Garantiefall

    Und wenn's schief geht ist die Baufirma die das Einbaut auch keine unbekannte.

  • Butch am 13.07.2018 19:13 Report Diesen Beitrag melden

    Was ich toll fände:

    Ich fände es noch toll, wenn es mit den Lärmschutzsanierungen endlich vorwärts gehen würde. Da gibt es ein paar Regionen, die hätten das bitter nötig!

  • Stefan am 13.07.2018 08:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage....

    Wie sieht das ganze im Winter aus mit dem Strassensalz, den man weiss ja Salz beschädigt den Strassenbelag? Zudem würde es mir noch interessieren, wenn der Belag so gut ist und Wasser abstossend wirkt auf Regen dementsprechend würde doch viel Wasser auf den Belag gelangen könnte des eventuell zu einer Überschwemmung führen? Es gibt sicher gute Gründe dafür und Erklärung.

    • Marco am 13.07.2018 14:25 Report Diesen Beitrag melden

      @Stefan

      Das hat mit dem eigentlichen Belag nichts zu tun, hier geht es um Autobahnbrücken die saniert werden und wo die oberste Schicht Beton erst entfernt und dann neu aufgebaut wird. Der eigentliche Strassenbelag wird später darüber verlegt.

    • Stefan am 17.07.2018 08:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marco

      Das war nicht meine Antwort gewesen. Es geht darum wie der Beton sich verhält im Winter und bei Regenwetter.

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  • R. Lee Dipl. Ing am 12.07.2018 23:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ASTRA privatisieren dann wird studiert

    Astra hat wohl das Ei des Kolumbus erfunden. Die Fahrbahnbeläge haben nach wie vor Hohlräume dass heisst doch das Salzwasser in den Untergrund fliesst. ASTRA wird wohl die Garantie für diesen Hockubokus für die nächsten 30 Jahre übernehmen. Man hat vom gleichen Amt dazu mal behauptet das Walzbrlag Wasserdicht sei. Bis heutehat man ca. 1Milarde für diese Sanierung ausgegeben. ASTRA wird bei Sanierungen dieser Arbeiten von nichts mehr Wissen Man sollte ASTRA Privatisieren dann würde man mit solchen Äusserungen zurück haltern sein.

    • Xeno72 am 13.07.2018 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @R. Lee Dipl. Ing

      Das Astra ist ein Bundesamt und kein Unternehmen. Was plappern Sie da?

    • R.B. am 13.07.2018 14:18 Report Diesen Beitrag melden

      @R.Lee Dipl.Ing.

      Vielleicht sollten Sie einen Kurs in Betontechnologie besuchen und sich weiterbilden bevor Sie öffentlich Kritik anbringen.

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