Aktion der SP Schwyz

10. März 2016 10:37; Akt: 10.03.2016 14:02 Print

Bahn lehnt Werbung mit «Gaggi»-Emoji ab

Die SP Schwyz wirbt in einem Videoclip mit Kothaufen-Emojis für den ÖV. Die Südostbahn weigert sich nun, den Film zu zeigen. Die Partei spricht von Zensur.

storybild

Mit dieser Werbung macht sich die SP Schwyz für den ÖV stark. Die Südostbahn hat allerdings keine Freude daran und zeigt den Clip in ihren Zügen nicht. (Bild: SP Schwyz)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Schweizerische Südostbahn (SOB) lehnt es ab, den Werbefilm der SP in ihren Zügen zu zeigen. Darin setzt sich die Schwyzer Partei für den öffentlichen Verkehr ein: Mit Emojis verbreitet sie die Botschaft «Den ÖV zu streichen, ist scheisse». Um dies zu versinnbildlichen, kommt im Clip unter anderem auch das «Gaggi»-Emoticon vor.

Umfrage
Verstehen Sie, dass die Südostbahn den Clip der SP nicht zeigen will?
51 %
33 %
16 %
Insgesamt 1554 Teilnehmer

Lukas Markic, Parteisekretär und Co-Wahlkampfleiter der SP, glaubt, dass der Kothaufen für die SOB zu provokativ ist und sie deshalb die Werbung nicht ausstrahlen wollen. Der Spot ist allerdings bereits bezahlt – und die Reaktion der Bahn sorgt bei der Partei kurz vor den Kantons- und Regierungswahlen dementsprechend für Ärger: «Das stösst bei mir und der SP auf Unverständnis», so Markic zum «Bote der Urschweiz». Das sei Zensur.

Nur Werbung für politische Ämter erlaubt

Dass die SOB den Film ablehnt, obwohl die SP sich in ihrer Werbung ja für den ÖV einsetze und dies der Bahn eigentlich in die Hände spielen sollte, irritiert den Politiker besonders. «Mit ihrem Vorgehen behandelt sie uns nicht gleich wie alle anderen Bewegungen.»

Die Südostbahn weist diese Kritik vehement von sich. Der Grund für das Nicht-Ausstrahlen sei weder Zensur noch das «Gaggi»-Emoticon, sondern die Tatsache, dass der Film konkrete politische Themen beinhalte, sagt Denise Debrunner von der SOB-Unternehmenskommunikation zur Zeitung. Es spiele dabei keine Rolle, worum es in der Werbung gehe. Bei der SOB würde nur Wahlwerbung publiziert, also Werbung für politische Ämter mit Kandidaten. Das gelte für alle Parteien.

Auto AG Schwyz zeigt den Film

Markic gibt sich mit dieser Argumentation nicht zufrieden: Das Ziel des Clips sei ja genau, dass die Schwyzer SP wählten. Damit gehöre er ganz klar zur Kategorie Wahl- und Kandidatenwerbung. Das Video enthalte schliesslich keine Sachvorlage, die zur Abstimmung gelange. «Sollen wir denn in Zukunft inhaltslose Werbung machen?», fragt der Sozialdemokrat. Das sei weder im Interesse der Demokratie noch der Stimmbürger.

Weniger Mühe mit dem Spot hatte offenbar die Auto AG Schwyz. Das Unternehmen hat ihn in ihren Bussen gezeigt, obwohl man sich laut Direktor André Diethelm «bewusst ist, dass es sehr heikel sein kann, politische Werbung zu zeigen». Den Entscheid hätten sie aufgrund des Bundesgerichtsurteils vom 3. Juli 2012 gefällt. Dieses hat die SBB dazu verpflichtet, politische Werbung zu veröffentlichen.

(tab)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • B0B am 10.03.2016 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Marketing

    Aber jetzt ist es in der Zeitung sogar gratis... Also hats geklappt oder?

  • Alexander am 10.03.2016 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Werbung.

    Das ist ja auch keine Werbung, sondern Kinderk...ram.

  • Bianca am 10.03.2016 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anständige Werbung?

    Wie wäre es, wenn sich die Politik einfach wiedermal an anständige Werbung halten würde, die nicht immer um jeden Preis provozieren und auffallen muss? Das ist übrigens an alle Parteien gerichtet...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bähnler am 14.03.2016 05:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Werbung des Natürlichen

    Ist doch das natürlichste der Welt, jeder Mensch macht es und soll immer noch ein Tabu sein. Aber Werbung im Bahnhof von Tampoo, WC-Papier und Kondomen...

  • Simon M. am 10.03.2016 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kindisch

    Dass sie solche Werbungen produzieren müssen, zeugt ja schon zur Genüge von der Kompetenz und dem Niveau der Partei... am Ende soll es noch ein gratis ÖV auf kosten des Autofahrers werden. Frechheit!!

  • Timo am 10.03.2016 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    SOB?

    Jaja, "zu provokativ" aber sich selber SOB nennen...wer Nathaniel Rateliff & The Night Sweats kennt, weiss was ich meine :)

    • Berner Bär am 16.03.2016 09:00 Report Diesen Beitrag melden

      @Timo

      Der Vergleich ist nur peinlich und zeugt von absolutem Nichtwissen. Die (erste) SOB, die "Schweizerische Südostbahn" war eine Eisenbahngesellschaft, die bereits in den 1850ern bestand. Die heutige SOB ist eine Fusion zwischen verschiedenen Normalspurbahnen in der Ostschweiz. Die Bezeichnung "SOB" für eine Bahnunternehmung gab es also schon lange bevor ein dahergelaufener Haufen Hobbyrocker sich erdreistete, die gleichlautende Abkürzung für eine ziemlich üble englische Beleidigung zum Liedtitel zu wählen.

    einklappen einklappen
  • Wade WIlson am 10.03.2016 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ich habe Hunger

    Wieso der Aufruhr wegen einem Schokoladen-Pudding Emoji? Das ist ja zu Arm-Absägen!

  • Filip Fuchs am 10.03.2016 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles gut...

    Für mich, ist und bleibt das ein Softice mit Augen...

FCL.TV
Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen