Sondereinheit «Luchs»

20. Januar 2012 15:51; Akt: 20.01.2012 16:40 Print

Beide Luzerner Polizisten freigesprochen

Wegen Amtsmissbrauch und Freiheitsberaubung mussten sich zwei Luzerner Polizisten vor Gericht verantworten. Sie hatten vor knapp sieben Jahren zwei Unschuldige aus ihrem Fahrzeug gezerrt und verhaftet.

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Das ist die Eliteeinheit der Armee. Das AAD 10 wurde für Kommandoaktionen geschaffen. 2012 steht es in Tripolis zur Bewachung der Schweizer Botschaft im Einsatz. Gut 90 Spezialsoldaten sollen zurzeit Teil dieser Einsatztruppe sein. Im August 2007 präsentierte sich die Gruppe während einer Übung auf dem Grenadier-Waffenplatz von Isone erstmals den Medien. Darüberhinaus verfügen zahlreiche Kantone über Eliteeinheiten: Die im Training. Alle Mitglieder sind vollamtliche Spezialpolizisten. Sie fahren keine Streife mehr. Wer in die GI will, muss nach der polizeilichen Grundausbildung eine harte Prüfung bestehen. Sie besteht aus Persönlichkeits-, Sport- und Schiesstests. Die Tessiner GI arbeitet eng mit der hier abgebildeten zusammen. Die GIGGs trainieren täglich: Sie joggen, schwimmen, üben Festnahmetechniken und schiessen mit diversen Waffen. Ausserdem müssen die Elitekämpfer ausgewiesene Sprengstoffspezialisten sein und über hohe Stressresistenz verfügen. Die Sondergruppe kommt bei gefährlichen Festnahmen oder Geiselbefreiungen zum Einsatz. Luchs ist auch für die Kantone zuständig. Bei der Die Grenadiere von Skorpion erhalten eine harte und umfassende Ausbildung und sind mit speziellen Waffen, Gerätschaften und Einsatzfahrzeugen ausgerüstet. Bewältigung von Banküberfällen, Geiselnahmen oder Amok- und Terroranschlägen gehören ebenso zu den Aufgaben wie Personenschutz von Bundesräten, Botschaftern oder anderen hochrangigen Persönlichkeiten. Die Spezialeinheit der Diamant ist in fünf Einsatzgruppen gegliedert: Drei Einsatzzüge, ein Zug von Technikern und einer mit Präzisionsschützen. Die Tätigkeit bei «Diamant» ist nicht vollamtlich: Normalerweise sind die Grenadiere in verschiedenen Fachgebieten tätig. Die Einsatzgruppe Diamant musste 2008 57-mal intervenieren und leistete 172 Nah- und Begleitschutzeinsätze. Im kommt in schwierigen Situationen die Sondereinheit Argus zum Einsatz. Die Beamten leisten sonst normalen Polizeidienst und werden bei Bedarf zusammengezogen. Aufgenommen wird, wer das anforderungsreiche Auswahlverfahren besteht. Im (Détachement action rapide et dissuasion). DARD gibt es seit 1990. Zur Einheit gehören unter anderem mehrere Scharfschützen. Oft arbeitet DARD mit der Hundeführergruppe zusammen. In . Cougar beim Training an einer Hausfassade. In zum Einsatz. Sechs der Vollzeitspezialisten stehen permanent auf Abruf. Im Jahr 2008 stand die Sondereinheit Enzian rund 450-mal im Einsatz. Zu ihren Aufgaben gehören neben Razzien, Anhaltung ... ... und Interventionen mit erhöhtem Gefährdungspotenzial auch Personenschutzaufgaben. Enzian in Aktion. Im (Groupe d'intervention et tireurs d'élite) zum Einsatz. Sie wurde 1980 geschaffen. Die Beamten der GITE werden bei Risikoeinsätzen gerufen. Etwa wenn Waffen im Spiel oder Personen gewalttätig sind oder zum Personenschutz. In der Sondergruppe werden Polizeigrenadiere vorwiegend zur Bekämpfung der Gewaltkriminalität und des organisierten Verbrechens eingesetzt.

Die Supercops der Schweiz.

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Das Schwyzer Strafgericht hat zwei Luzerner Polizisten der Sondereinheit «Luchs» von Schuld und Strafe freigesprochen. Diese hatten im Juni 2005 in Oberarth SZ zwei Unschuldige festgenommen, die sie irrtümlich für international gesuchte Schwerverbrecher hielten.

Das Schwyzer Strafgericht folgte laut einer Medienmitteilung vom Freitag dem Antrag der Verteidigung auf Freispruch für die beiden 59- und 52-jährigen Polizisten. Die Anklage dagegen hatte bedingte Bussen und Geldstrafen wegen Amtsmissbrauchs und Freiheitsberaubung für den Einsatzleiter und seinen Stellvertreter gefordert.

Der Fall hatte sich in der Nacht auf den 5. Juni 2005 ereignet. Die Polizei hatte eine Information erhalten, dass sich im Kanton Schwyz ein international gesuchter Schwerverbrecher aufhalte, der bei einer Verhaftung mutmasslich sogleich von der Schusswaffe Gebrauch machen werde. Diese Information erwies sich im Nachhinein als falsch.

Opfer klagen über Misshandlung

Irrtümlich verfolgten die «Luchse» in Zivilfahrzeugen zwei unschuldige Serben im Alter von 17 und 22 Jahren. Diese versuchten vorerst zu flüchten. Als sie festgenommen wurden, legten ihnen die Polizisten Augenbinden und Handfesseln an.

Die Opfer klagten danach, sie seien geschlagen und misshandelt worden. Dabei hätten sie Prellungen, Quetschungen und andere Verletzungen erlitten, die einen Spitalaufenthalt von mehreren Tagen nötig gemacht hätten. Laut ihren Anwälten leiden sie bis heute an psychischen Problemen und sind auch in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt.

Obwohl sich rasch gezeigt habe, dass Unschuldige gestellt worden seien, habe es zu lange gedauert, bis sie freigelassen worden seien, warf der Oberstaatsanwalt den Polizisten vor. Nach Ansicht der Verteidiger haben sich die Polizisten aber angemessen, mit hoher Professionalität und im Rahmen der Amtspflichten verhalten.

Vorgehen nicht unverhältnismässig

Auch das Strafgericht kommt nun zum Schluss, dass das Vorgehen der Polizisten nicht unverhältnismässig war. Die anfängliche Flucht der Opfer, so heisst es in der Kurzbegründung des Urteils, möge aus deren Sicht verständlich erscheinen. Für die Polizeikräfte habe sich dagegen eine erhebliche Fluchtgefahr manifestiert.

Die Verwendung von Handschellen sei ein übliches Sicherungsmittel, und das Anlegen von Augenbinden erscheine im gegebenen Zusammenhang für eine gewisse Zeit als zulässig, heisst es weiter. Damit entfielen sowohl der Tatbestand des Amtsmissbrauchs als auch jener der Freiheitsberaubung.

Zur Frage der Unterlassung der Nothilfe liegen laut Gericht widersprüchliche Aussagen vor. Mit den teils widersprüchlichen Aussagen kann aber laut Urteil kein gegenteiliger Nachweis geführt werden. - Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Friedliebender Schweizer am 23.01.2012 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Einmal ein gutes Urteil

    Das ist ein gutes Urteil. Die Polizei hat alles richtig gemacht. Wer wiederstand leistet, muss damit rechnen, das die Polizei sich mit angemessenen Mitteln durchsetzt. Das die zwei Serben nicht mehr Arbeiten wollen, zeigt ganz klar, für was sie in die CH gekommen sind. Ausserdem ist gegen einen der Beiden ein Verfahren hängig wegen IV-Betrug! Mit diesem Urteil wurde die Arbeit der Polizei gewürdigt, denn von den linken wird diese ja immer mehr erschwert.

  • Oliver am 20.01.2012 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Irren ist Menschlich 

    Irren ist Menschlich und das verstehen hier wohl viele nicht mehr. Den Mister Perfekt gibt es nicht. Wer nichts verbrochen hat und sich dementsprechend auch so verhält, muss sich auch nicht fürchten. Hätten sich diese Passanten auch so verhalten, wäre dies gar nicht zu einer solchen Aktion gekommen. Wir können froh sein, das unser System solch ein Kuscheliges System ist. Meiner Meinung nach ist unser System (Global gesehen) zu Harmlos gegenüber echten Verbrechern.

    einklappen einklappen
  • Fritz Müller am 21.01.2012 17:24 Report Diesen Beitrag melden

    Die Leute, welche immer wieder...

    schlecht über die Polizei reden, sich wegen einem angeblichen Polizeistaat beschweren oder immer sofort von Polizeigewalt sprechen, sind meistens die, die wegen jeder Kleinigkeit der Polizei telefonieren. Also hört endlich auf, auf diesem hohem Niveau sich über die Polizei in der Schweiz zu beschweren. Ihr habt ja keine Ahnung, wie es in anderen Teilen der Welt abgeht. Wenn in einem Staat die Polizei sich tausendmal überlegen muss was sie tut, ohne selber in Schwierigkeiten zu geraten, dann ist es in der Schweiz.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Friedliebender Schweizer am 23.01.2012 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Einmal ein gutes Urteil

    Das ist ein gutes Urteil. Die Polizei hat alles richtig gemacht. Wer wiederstand leistet, muss damit rechnen, das die Polizei sich mit angemessenen Mitteln durchsetzt. Das die zwei Serben nicht mehr Arbeiten wollen, zeigt ganz klar, für was sie in die CH gekommen sind. Ausserdem ist gegen einen der Beiden ein Verfahren hängig wegen IV-Betrug! Mit diesem Urteil wurde die Arbeit der Polizei gewürdigt, denn von den linken wird diese ja immer mehr erschwert.

  • Fritz Müller am 21.01.2012 17:24 Report Diesen Beitrag melden

    Die Leute, welche immer wieder...

    schlecht über die Polizei reden, sich wegen einem angeblichen Polizeistaat beschweren oder immer sofort von Polizeigewalt sprechen, sind meistens die, die wegen jeder Kleinigkeit der Polizei telefonieren. Also hört endlich auf, auf diesem hohem Niveau sich über die Polizei in der Schweiz zu beschweren. Ihr habt ja keine Ahnung, wie es in anderen Teilen der Welt abgeht. Wenn in einem Staat die Polizei sich tausendmal überlegen muss was sie tut, ohne selber in Schwierigkeiten zu geraten, dann ist es in der Schweiz.

  • Ruth Frischknecht am 21.01.2012 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    warum fliehen

    Die zwei Serben hätten ja nicht versuchen müssen zu fliehen dann wäre alles vielleicht anders gekommen, und vielleicht sind die vorher schon psychisch angeschlagen gewesen, und arbeiten können die natürlich nicht mehr. Sind wir doch froh dass wir unsere Polizei haben, die doch oft für unsere Sicherheit sorgt. Aber ich denke alle die nicht so ein reines Gewissen haben ziehen jetzt wieder gerne über die Polizei her.

    • Hugo Kaufmann am 22.01.2012 09:46 Report Diesen Beitrag melden

      Wie bitte?

      Sie hatten vermutlich noch nie mit der Luzerner Polizei zu tun, sonst würden Sie dies sicher nicht schreiben. Was ich als pflichtbewusster rechtschaffener Bürger schon alles mit dieser rotgrünen Truppe erleben musste, würde Ihnen wohl die Haare zu Berge stehen lassen ... PS: Ich habe ein sehr reines Gewissen!

    • Martin am 22.01.2012 09:46 Report Diesen Beitrag melden

      warum fliehen?

      Ist doch klar dass sie fliehen. Ich würde auch fliehen, wenn plötlich 10 Vermumte, die nicht als Polizisten zu erkennen waren mit gezogenen Waffen und schreiend auf mich zu rennen würden.

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  • Mike am 20.01.2012 22:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ist klar

    Nicht verwunderlich. Die Polizei ist immer unschuldig.

  • innerschwiizer am 20.01.2012 21:48 Report Diesen Beitrag melden

    unverhältnissmässig?

    unverhältnismässig ist, dass aufgrund dieses vorfalles der eine noch immer nicht arbeiten "kann"

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