Stunt auf der A2

16. April 2018 11:55; Akt: 16.04.2018 17:24 Print

Betrunkene tauschen in voller Fahrt die Plätze

Weil er 1,4 Promille hatte, tauschte ein Lenker auf der A2 mit seinem Kollegen während der Fahrt die Sitze. Dumm nur, dass dies gesehen wurde – und auch der Beifahrer betrunken war.

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Im Bereich des Tunnels Mariazell bei Schenkon auf der A2 wechselten die beiden Blaufahrer ihre Sitze. (Bild: Google Maps)

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Noch bevor die Polizei am frühen Sonntagmorgen einen betrunkenen Lenker stoppen konnte, der auf der Autobahn A2 nach Sursee LU Schlangenlinien fuhr, tauschte er mit seinem Beifahrer während der Fahrt den Platz. Doch auch der Beifahrer war nicht nüchtern.

Andere Verkehrsteilnehmer hatten den Platzwechsel aber beobachtet, teilte die Luzerner Staatsanwaltschaft am Montag mit.

Auch Beifahrer hatte 1,4 Promille

Nachdem ein Zeuge die unkontrollierte Fahrt der Polizei gemeldet hatte, machte diese das Auto ausfindig und forderte den Lenker zum Anhalten auf. Der mutmassliche Fahrer hatte einen Atemalkoholgehalt von 1,6 Promille, sein Beifahrer 1,4 Promille.

Der zuständige Staatsanwalt liess dem 44- und 49-Jährigen die Führerausweise abnehmen, das Fahrzeug wurde vorübergehend sichergestellt. Die Männer stammen aus der Schweiz und der Türkei und sind im Kanton Zürich wohnhaft.

Beifahrer hatte schon mal einen Führerausweisentzug

Warum die Betrunkenen die Plätze gewechselt haben ist nicht klar. Laut Simon Kopp, Sprecher der Staatsanwaltschaft Luzern, haben sich die Männer dazu nicht geäussert. Fest steht: Der Beifahrer, der auf den Fahrersitz wechselte, hatte schon einen Ausweisentzug. Möglicherweise also wollte der Fahrer, der auf den Beifahrersitz kletterte, seine bisher in Sachen Blaufahrten polizeilich reine Weste nicht beschmutzen.

Laut Kopp kommt es selten vor, dass betrunkene Autofahrer vor einer Polizeikontrolle versuchen, die Plätze mit anderen Mitfahrern zu tauschen. Es handle sich um «Einzelfälle». Ab und zu komme es aber vor, dass Blaufahrer bei einer Kontrolle davonfahren. «Das ist auch keine gute Idee», sagt Kopp. «Denn dann schlägt auch noch die Flucht auf das Strafmass.»

Auch gemäss der Zuger Polizei kommt ein Fahrerwechsel sehr selten vor. Häufiger sei, dass die kontrollierten Fahrer überrascht auf die Höhe des Ergebnisses des Atemalkoholtests reagieren. «Manche wollen sogar ein zweites Mal getestet werden, weil sie ihren Alkoholpegel völlig anders eingeschätzt haben», so Judith Aklin, Sprecherin der Zuger Polizei.

(20 Minuten/sda)

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