Luzern

05. Februar 2018 05:50; Akt: 05.02.2018 10:03 Print

Fasnächtler werden vor Steinschlag geschützt

Am Mühlenplatz in Luzern ist an der Fasnacht die Hölle los. Weil dort kürzlich pflastersteingrosse Stücke von Fenstersimsen zu Boden gestürzt sind, hat der Hauseigentümer gehandelt.

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Es geschah am ersten Sonntag im November, viele Passanten flanierten über den Mühlenplatz in Luzern oder genossen an der Sonne einen Kaffee. Plötzlich hörten sie ein lautes Knallen: Mitten am Nachmittag donnert mehrere grosse Steine auf den gepflästerten Platz nieder – diese hatten sich von Fenstersimsen gelöst. Betroffen war das Haus, in dem Coop City eingemietet ist. Verletzt wurde niemand, später kam die Feuerwehr und klopfte etliche weitere lose Gesteinsstücke von den restlichen Fenstersimsen weg. Dann wurde der Platz wieder freigegeben.

Nur wenige Meter vor der Hausfassade wird eine Guuggerbühne errichtet. Rechtzeitig vor der Fasnacht nun montierten kürzlich Arbeiter unterhalb der Simse ein Baugerüst als Schutzvorrichtung, das die Fasnächtler vor Steinschlag schützt.

Laut Auskunft der Abteilung Stadtraum und Veranstaltung wurden die Massnahmen vom privaten Hauseigentümer in die Wege geleitet. «Der Hauseigentümer haftet, er ist verantwortlich dafür, dass nichts herunterkommt», sagte Stefan Geisseler, stellvertretender Leiter der Abteilung. «Selbstverständlich ist es richtig, wenn private Hauseigentümer solche Massnahmen treffen und die Sicherheit hoch werten.»

«Eingehend geprüft»

Das Haus ist im Besitz der Swiss Life AG. Sprecherin Tatjana Stamm bestätigt, dass der Platz sicher sei für die Fasnächtler: «Ja, die Fassade ist sicher. Beim aktuell montierten Schutzdach handelt es sich um eine zusätzliche Sicherheitsmassnahme für die Fasnacht in Luzern. Wir haben die Stelle, an der sich im November letzten Jahres das Gestein vom Fenstersims gelöst hat, sofort abgesperrt und gemeinsam mit der Feuerwehr die Fenstersimse der gesamten Fassade eingehend geprüft. Seither bestand zu keinem Zeitpunkt mehr eine Gefahr.»

Auf die Frage, warum die Fassade erst jetzt mit einem Gerüst geschützt wird und nicht schon im November, teilt die Swiss Life mit: «Wir haben den Vorfall im Detail analysiert. Das Gebäude ist denkmalgeschützt und wurde 2005 umfassend saniert. Die Fassade ist generell in einem guten Zustand. Die Analyse hat ergeben, dass beim betroffenen Fenstersims, das aus Sandstein gefertigt ist, Wasser in einen Riss eingedrungen ist, was den Sandstein an dieser Stelle brüchig gemacht und das Gestein gelöst hat. Bei Sandstein, einem sehr gängigen Baumaterial, kann es gelegentlich zu solchen Abnutzungen kommen. Das ist mit ein Grund, weshalb wir alle unsere Liegenschaften jährlichen Kontrollen unterziehen.»

Eine Dauerlösung ist die aktuelle Schutzvorrichtung nicht. Die Swiss Life AG lässt an der betroffenen Stelle eine Teilsanierung durchzuführen. Die Arbeiten sollen im Frühling beginnen und Mitte Jahr abgeschlossen sein.


So präsentierte sich die Situation im November 2017: Die Feuerwehr schlägt loses Gestein von den Fenstersimsen. (Video: 20 Minuten)

(mme)

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