Zu wenig Geld

29. September 2017 16:16; Akt: 29.09.2017 16:16 Print

Bund stellt Tiefbahnhof Luzern auf Abstellgleis

Der Kanton Luzern soll den Durchgangsbahnhof selber realisieren, dem Bund fehlt vorerst das Geld. Dafür soll das Angebot zwischen Zürich und Luzern verbessert werden.

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Der Tiefbahnhof Luzern fällt beim Bund durch. (Bild: Visualisierung PD)

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Der Kanton Luzern soll den Tiefbahnhof auf eigenes Risiko planen. Der Bund hat vorerst zu wenig Geld. Der Bundesrat schlägt dem Kanton aber die Drittfinanzierungslösung vor: Dem Parlament ist es freigestellt, die vom Kanton übernommenen Kosten durch den Bund nachträglich zu erstatten.

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Im Gegensatz zum für die Zentralschweiz ebenso wichtigen Zimmerberg-Basistunnel II wird der Luzerner Durchgangsbahnhof beim nächsten Bahnausbauschritt bis 2035, den Verkehrsministerin Doris Leuthard am Freitag präsentiert hat, nicht berücksichtigt. Ganz auf der Strecke bleiben soll der Kanton Luzern aber trotzdem nicht.

Denn der Ausbauschritt 2035 schlägt Luzern die neue Form der Drittfinanzierung vor: Diese sieht vor, dass die Realisierung des Durchgangsbahnhofs als Projekt gilt, welches von Dritten – auf eigenes Risiko – finanziert werden kann, wie das Bundesamt für Verkehr (BAV) mitteilte.

Dem Parlament ist es danach freigestellt, die vom Kanton übernommenen Kosten durch den Bund nachträglich zu erstatten, indem es das Projekt später in einen weiteren Ausbauschritt aufnimmt und die gesetzlichen Voraussetzungen dafür schafft.

Kapazitätsausbau zwischen Luzern und Zürich

Die Planung sieht weiter vor, das Angebot zwischen Zürich, Zug und Luzern zu verdichten und zwischen Zürich und Zug die Fahrzeit zu reduzieren.

Konkret sollen neu von Luzern nach Zürich und retour je drei Züge pro Stunde verkehren. Eine zusätzliche Verbindung pro Stunde soll Ebikon/Rotkreuz mit Zürich verbinden. Somit soll zwischen Zürich und Zug der Viertelstundentakt eingeführt werden. Zum Halbstundentakt verdichtet werden soll auch der Regio-Express von Luzern nach Olten.

Engelberg soll auch profitieren

Freuen dürfen sich in der Zentralschweiz weiter auch die Pendler sowie die Touristen von und nach Engelberg: Vorgesehen ist, dass der Interregio Luzern–Engelberg zum Halbstundentakt verdichtet wird. Heute fährt stündlich ein Zug von Luzern nach Engelberg und retour.

Investitionen von 11,5 Milliarden

Der Bundesrat eröffnete am Freitag die Vernehmlassung zum Bahnausbauschritt bis 2035. Sie dauert bis zum 15. Januar 2018. Insgesamt schlägt er Investitionen in der Höhe von 11,5 Milliarden Franken vor, um der wachsenden Nachfrage im Bahnverkehr Rechnung zu tragen. Bis Ende 2018 will der Bundesrat dem Parlament die Botschaft vorlegen. Dessen Beschlüsse unterstehen dem fakultativen Referendum.

(sw/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ruedi am 29.09.2017 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    Pech gehabt

    Bin gespannt woher der Kanton Luzern das Geld nimmt. Vielleicht kann man ja die Prämienverbilligung noch ein bisschen kürzen oder Altersheime und Schulen schliessen. Würde mich bei dieser Regierung nicht wundern.

  • Martin am 29.09.2017 16:49 Report Diesen Beitrag melden

    Neuer Standort

    Vor vielen vielen Jahren hat man den Bahnhof beim Seebecken gebaut. So konnten die Passagiere bequem vom Zug aufs Dampfschiff umsteigen. Heute ist der Standort für einen Bahnknotenpunkt nicht mehr ideal.

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  • Innerschweizer am 29.09.2017 17:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Schade, aber leider keine Überraschung denn damit musste gerechnet werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pendler am 30.09.2017 23:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ex

    Bis der nächste Zug entgleist (hust) Der Bhf Luzern kann und wird nur durch 1 Eingangs-Gleis befahren....

  • SBB Nordpool am 30.09.2017 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bahnhof Emmenbrücke ausbauen!

    Wer ein gutes Konzept und ein paar Führsprecher in Bern hat, kriegt das Geld. Der Tiefbahnhof ist sehr teuer und es gäbe günstigere Lösungen mit einem Geleise von der Rotseelinie direkt nach Emmenbrücke. Dann wird der Damm und der Bahnhof Luzern extrem entlastet. Vom Zeitgewinn ganz abgesehn! Diese Verbindung wären sicher 10-15 min.

    • Bruce am 30.09.2017 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @SBB Nordpool

      Tolle Idee, und wenn dann alle anstelle vom Bahnhof Luzern zuerst nach Emmenbrücke pilgern müssen ist Ihre tolle Zeitersparnis mehr als wett gemacht.

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  • Markus Häcki am 30.09.2017 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Schienen bald Museumsreif

    Autonom fahrende Autos werden der teuren Schiene sowieso bald den Rang ablaufen... wer jetzt noch in eine Technik des letzten Jarhunderts investiert betreibt Geldvernichtung...

    • Marc Hänseler am 30.09.2017 15:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Markus Häcki

      Träum weiter mit den lustigen autonomen Autos ...

    • Einer der die Gegenwart lebt am 30.09.2017 18:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marc Hänseler

      Vielleicht müssten sie vom Alp herunterkommen und sehen wie sich die Welt entwickelt hat. Nix von träumen, das geht wirklich nicht mehr lange bis Autos autonom sind.

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  • Luschu am 30.09.2017 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chance für Carparkplatzauf SBB Areal

    Warum nicht eine Überlegung anstellen ob es nicht möglich wäre einen Tiefparkhalle für Reisecars auf dem SBB Areal zu realisieren?

  • P. Gubler am 30.09.2017 10:13 Report Diesen Beitrag melden

    Klartext

    Keinen öffentlichen Rappen mehr nach Zürich. Die sollen auf ihren Immobilien eine Wertberichtigung erfahren und die Bauerei auf ein vertägliches Niveau herunterfahren. Nicht mehr normal, wie die PFZ in diesem Raum "ad absurdum" geführt wird und die Rest der Schweiz alles bezahlen kann. Meine Bundessteuern: Nicht für diesen Zürcher Grössenwahn! Lieber stecke ich die Milliarden in die AHV.

    • Michael Jefferson am 30.09.2017 14:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @P. Gubler

      Schon die neue Europa-allee besichtigt. Der Zugang zum HB ist echt gelungen.

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