Antonov mit Raketenteilen

17. Mai 2018 05:50; Akt: 17.05.2018 05:50 Print

Riesenvogel hebt ab Emmen Richtung USA ab

Die Antonov An-124 hob am Mittwoch in Emmen ab. Mit an Bord Raketenteile, die nach Florida geflogen werden. 20 Minuten war beim Start des grossen Frachtflugzeuges mit dabei.

Das Frachtflugzeug Antonov An-124 hob am Mittwoch in Emmen ab. (Video:sw)
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Die Antonov ist eines der grössten Transportflugzeuge der Welt und kann eine Fracht von bis zu 120 Tonnen transportieren. Die Antonov machte Halt in Emmen, um Raketenteile, die von der Ruag Space in Emmen hergestellt wurden, in den Flieger zu verladen. Es handelt sich dabei um eine Nutzlastverkleidung für die amerikanische Trägerrakete Atlas V, die die Ruag herstellt.

Sechs Personen sitzen während Flug im Cockpit

Die Verkleidung besteht aus vier Teilen und wird in Florida an die Spitze der rund 50 Meter hohen Rakete montiert. Dort schützt sie die transportierte Last wie Satelliten oder Teleskope. Diese wird von der Trägerrakete in etwa 120 Kilometern Höhe abgestossen.

Im Cockpit der Antonov An-124 – Erstflug im Dezember 1982 – ist vieles noch Handarbeit. Sechs Leute sitzen während des Flugs im Cockpit. «Nicht viele können so ein Flugzeug fliegen», sagt Vladimir Lyukin gegenüber der «Luzerner Zeitung». Er ist Flight Manager der russischen Crew. Die Crew ist jeweils etwa einen Monat mit der Antonov unterwegs, um grosse Frachten auf der ganzen Welt zu transportieren. Am Dienstag flogen sie von Frankfurt nach Emmen, am Mittwoch geht es via England nach Florida. Ruag Space stellt in Emmen jährlich rund zehn Nutzlastverkleidungen für Trägerraketen her.

Der Riesenvogel hob mit Raketenteile in die USA ab

Geplant ist in diesem Jahr noch ein weiterer Antonov-Flug nach Emmen. Danach wird es noch zirka fünf weitere Flüge geben. Ab 2019 findet die Produktion der Atlas-Verkleidungen in den USA statt. Emmen bleibt aber der wichtigste Produktionsort für die europäischen Trägerraketen, die auf dem Landweg transportiert werden können.

Antonov kann auf gefrorenem Schnee operieren

Die Antonov An-124 wurde in den 1970er-Jahren vom sowjetischen Konstruktionsbüro Antonov als grosses Transportflugzeug konzipiert. Ziel der Entwicklung war ein Flugzeug mit einer hohen Nutzlast. Die Antonov kann aufgrund des robusten Fahrwerks und ihrer Auslegung als Schulterdecker auch auf unvorbereiteten Pisten und hart gefrorenem Schnee operieren. Das Frachtflugzeug kann sowohl über den hochklappbaren Rumpfbug als auch über die Heckrampe beladen werden. Die Antonov An-124 hat eine Länge von 69 Metern und eine Flügelspannweite von 73 Metern.

(sw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin L. am 17.05.2018 07:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    interessant

    Irgendwie schon komisch das die USA für den Transport auf ein russisches Flugzeug zugreifen müssen...

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  • sc am 17.05.2018 06:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    eindrucksvoll

    hab ihn zufälligerweise landen sehen, imposante Maschine!

  • RUAG MA am 17.05.2018 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer mal wieder

    Die Antonov ist immer mal wieder in Emmen, manchmal ist es auch der noch etwas grössere Bruder.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ruedi Rüssel am 17.05.2018 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    schöner Vogel aber....

    Ich finde diesen Vogel genial, sein grosser Bruder noch genialer. das Einzigste was mich an diesem Video stört........mal die Qualmfahnen an den Uralttriebwerken gesehen. Modernere Triebwerke würden dem Vogel gut tun. Mein Diesel bangt um in Zukunft noch auf die Strasse zu dürfen und dieser Vogel verrusst die Umwelt...Schade

  • Böser Dieselfahrer am 17.05.2018 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin mir da ganz sicher

    Dieses Flugzeug hat einen E-Antrieb, sonst wären die Schreiber hier doch nicht alle so begeistert, oder? Hoffentlich halten die Akkus bis ans Ziel!

  • Kimia am 17.05.2018 11:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wow

    ich bin immer wieder faszinierend das diese schweren Flieger überhaupt in die Luft kommen.

  • Redsnapper am 17.05.2018 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverständilch

    Wenn es um Geld geht, ist alles möglich. USA wollen, dass Russland quasi mit einem Handelsembargo bestraft wird. Für die EU und die Schweiz gilt dies gleichermassen. Aber für diesen Transport mit der russischen Maschine gilt dies offensichtlich nicht.

    • anju am 17.05.2018 12:52 Report Diesen Beitrag melden

      @Redsnapper

      Diese Maschine wurde in der ehemaligen Sowjetunion gebaut und gehört heute einem Privatunternehmen das Frachtflüge anbietet. Es gibt auf den Weltmeeren auch Schiffe die unter CH-Flagge fahren obwohl wir in der Schweiz kaum eine Werft haben um diese herzustellen. Verstanden?

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  • XC 90 am 17.05.2018 11:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ehrenrunden?

    Mich würde noch interessieren, warum diese AN-124 gemäss Flygtradar, vor der Landung mehrere Runden über die Region Zug gedreht hat.

    • Kunibert am 17.05.2018 12:02 Report Diesen Beitrag melden

      @XC90

      Hmm Flygtradar, kenn ich gar nicht ;-) Wenn du auf Treibstoff-Ablass rauswillst. Bin mir gar nicht sicher ob die AN-124 das überhaupt kann...

    • XC 90 am 17.05.2018 14:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kunibert

      Vielleicht hat ja jemand gehört/gesehen warum. Meine Frage war Interesse und nicht Sensationshunger. ;-)

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