Tropenhaus Wolhusen

21. März 2018 18:16; Akt: 22.03.2018 13:15 Print

Einzige Reis-Terrassen der Schweiz eröffnet

von Daniela Gigor - Im Tropenhaus in Wolhusen ist seit Mittwoch zu sehen, wie die Reispflanze gedeiht und nachhaltig angebaut werden kann. Die Anlagen sind schweizweit einzigartig.

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Das Tropenhaus Wolhusen zeigt auf drei sogenannten Reis-Terrassen wie Reis in verschiedenen Wachstumsstadien aussieht und wie er in Ländern wie Indien und Thailand nachhaltig angebaut wird. Zudem erzählt es von der gesellschaftlichen Bedeutung der kleinen Körner.

Reis hat eine enorme Bedeutung für die Menschheit und gilt für rund 50 Prozent der Weltbevölkerung als Grundnahrungsmittel. In vielen asiatischen Kulturen hat der Reis eine spirituelle Bedeutung und wird gar als göttliche Pflanze verehrt. «Reis wird seit Jahrhunderten in verschiedenen Regionen angebaut. Dabei wurden im Laufe der Zeit die unterschiedlichsten Methoden entwickelt. Mittlerweile ist das weltweite Volumen der Produktion von Reis enorm und Themen wie Verbrauch und Nachhaltigkeit werden deshalb immer wichtiger. Mit unserer
Ausstellung möchten wir genau diese Themen aufgreifen», sagt Sämi Meyer, Leiter Marketing und Produkte im Tropenhaus.

Reisanbau sorgt auch für Kontroversen

Ein halbes Jahr dauerte die Planungs-, Bau- und Wachstumsphase. Das Ergebnis sind drei
übereinander liegende Reis-Terrassen auf denen sich Getreidepflanzen in verschiedenen Wachstumsstadien befinden. Umgeben werden diese von einem Erlebnisweg mit zwei interaktiven Stationen. Diese erzählen Wissenswertes zu Anbau, Botanik, Verarbeitung und zum kulinarischen Potenzial vom Reis. Auf den Terrassen wurden drei verschiedene Reissorten gepflanzt: weisser, schwarzer und roter Jasmin.

Der Reisanbau sorgt aber auch für Kontroversen: Für ein Kilogramm Reis braucht es laut dem Tropenhaus beim herkömmlichen Nassreisanbau rund 5000 Liter Wasser. Ausserdem ist diese Art des Anbaus für einen erheblichen Teil der Methanbildung auf der Welt verantwortlich. Dieses ist mitverantwortlich für die Zerstörung der Ozonschicht. Deshalb hat sich das Tropenhaus dafür entschieden, die sogenannte «Alternate Wetting an Drying Method» anzuwenden. Diese wird teilweise in Indien und Thailand verwendet und gilt als vielversprechende Methode zum nachhaltigen Reisanbau.