Bürgerwehr von Ebikon

04. Dezember 2012 14:44; Akt: 04.12.2012 16:27 Print

Ex-Boxer macht wieder Jagd auf Einbrecher

Weil ein Ehepaar von Einbrechern bedroht wurde, setzt ein Ex-Schwergewichtsboxer in Ebikon LU eine Bürgerwehr ein. Diese war mehrmals aktiv – und posierte schon mit Kettensäge und Morgenstern.

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In ihrem Auftreten ist die Bürgerwehr Ebikon nicht zimperlich. Vor Jahren posierten die Mitglieder im «Blick» auf der Titelseite mit Morgenstern und Kettensäge. Sie gingen sogar mit Hasenschrot geladener Pump-Action auf Verbrecherjagd, bis ihnen das neue Waffengesetz dies verbot.

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Nun ist die sechsköpfige Truppe rund um ihren Chef Roland Furrer zurück. Grund ist ein Vorfall vom letzten Mittwoch, 21. November. Damals wurde in der Nacht ein Ehepaar von zwei Einbrechern geweckt, die in ihrem Schlafzimmer standen, wie die Wochenzeitung «Rigi-Anzeiger» schreibt. Die Einbrecher bedrohten das Ehepaar mit einem Sturmgewehr und erbeuteten einige zehntausend Franken.

Ex-Schweizermeister im Schwergewichtsboxen

Solche Vorfälle will Furrer, der für die SVP Ebikon in der Bürgerrechtskommission sitzt, in Zukunft verhindern. Der 55-Jährige ist kein unbeschriebenes Blatt. Schon mehrmals war der Ex-Schweizer-Meister im Schwergewichtsboxen mit seiner Bürgerwehr in den Schlagzeilen.

Im Jahr 2004 stellte der Bürgerwehrchef gleich eigenhändig nach einer wilden Verfolgungsjagd einen Einbrecher. Es kam dabei zu einer wüsten Schlägerei, bei dem er und der Einbrecher Rissquetschungen am Kopf davontrugen. Die Luzerner Strafuntersuchungsbehörden haben damals untersucht, ob sich Furrer einer vorsätzlichen einfachen Körperverletzung schuldig gemacht haben könnte. Hat er nicht, wie die Behörde befand.

Dankesschreiben von der Polizei

Für seine Tat bekam Furrer damals sogar aus Polizeikreisen Anerkennung. So gratulierte ihm der Aargauer Polizeichef Léon Borer mit den Worten «unsere Gesellschaft braucht Menschen mit Bürgersinn wie Sie, welche nicht ängstlich und resigniert handeln, sondern auch bis an die Grenzen des Gesetzes gehen». Auch der Luzerner Polizeikommandant dankte Furrer für das Schnappen des Einbrechers.

Heute umfasst Furrers Bürgerwehr-Team insgesamt sechs Mitglieder im Alter von 25 bis 54 Jahren. Zwei davon sind bei einer Sicherheitsfirma tätig. Sollte die Bürgerwehr tatsächlich einem Einbrecher bei ihren Patrouillen begegnen, wollen sie ihn stellen – und dann der Polizei übergeben. «Wenn wir dabei angegriffen werden, wehren wir uns natürlich», sagt Furrer gegenüber 20 Minuten Online. Aber auch Hilfsmittel würden ihnen zur Verfügung stehen. «Wir setzen Bärenabwehr-Spray ein. Dieser ist stärker als der normale Pfefferspray.»

Bei der Polizei selber stösst Furrers Bürgerwehr auf wenig Begeisterung. Simon Kopp, Mediensprecher bei der Staatsanwaltschaft Luzern, rät Privatpersonen klar davon ab, den Helden zu spielen und sich selbst zu gefährden. Mit diesem Rat kann Furrer nicht viel anfangen. «Bis die Polizei bei Einbrüchen kommt, ist es meistens schon zu spät.»

(bat)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • R. Schweizer am 07.12.2012 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Eidgenossen mit Zivilcourage

    Super Sache! Endlich ein paar Eidgenossen mit Zivilcourage, die sich für die Sicherheit der Bürger mutig einsetzen. Die Staatsgewalt versagt zusehends. Wir brauchen keine Protokollschreiber-Polizisten. Wir wollen Sicherheit und Schutz vor Verbrechen und Verbrecher!

  • Erleichterter Ebikoner am 07.12.2012 19:21 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut, sollte Schule machen

    Wenn die Regierung nichts unternimmt und die Polizei lieber Autofahrer schikaniert als ihre Kernaufgabe wahrzunehmen, muss man sich als Bürger eben selber wehren.

  • mako am 07.12.2012 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Gewaltmonopol?

    Zuerst einmal hat so eine Bürgerwehr eine abschreckende Wirkung. Zweitens wird der Einbruch etwas schwierger. Und nun zur Gewalt: Gehört jemande festhalten bis die Polizei kommt, schon zur Gewaltanwendung? Hoffentlich nicht. Wehrt sich die Person, so greift sie an, und man darf sich angemessen schützen. Dieses Recht hat jeder. Wo ist nun das Problem mit dem Gewaltmonopol

Die neusten Leser-Kommentare

  • Erleichterter Ebikoner am 07.12.2012 19:21 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut, sollte Schule machen

    Wenn die Regierung nichts unternimmt und die Polizei lieber Autofahrer schikaniert als ihre Kernaufgabe wahrzunehmen, muss man sich als Bürger eben selber wehren.

  • Mike am 07.12.2012 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuviel des Guten

    Kann ja nicht sein, dass schwarzgekleidete Personen im Quartier herumschleichen. Und dann noch Bärenabwehrspray. Jungs, macht mit normalem OC einen Selbstversuch. Ihr werdet die Augen nicht mehr öffnen... Bin nach wie vor für: Beobachten und Melden, nicht für Umstellen und Eingreifen!

  • Tom Meier am 07.12.2012 19:02 Report Diesen Beitrag melden

    keine Helden

    Für solch selbsternannten Polizisten habe ich nur ein Kopfschütteln.

  • Nella Müller am 07.12.2012 18:19 Report Diesen Beitrag melden

    Riesige Fragezeichen

    Was würden die tun, wenn jemand draussen vor der Haustüre vielleicht z.B. etwas lange in der Tasche nach dem Wohnungsschlüssel sucht? Muss die Person beweisen, dass sie da wirklich wohnt? Was ist mit Besuchern, die läuten? Ich möchte keinem dieser Männer begegnen! Was ist, wenn sie jemanden verletzen? Etwa Notwehr? Ich finde diese Aktion sehr, sehr fragwürdig!

  • Rudolf am 07.12.2012 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    U.S.A.?

    Viele Antworten vergleichen unseren Staat mit der USA oder Südafrike etc. wie geht es diesen ländern? wie wäre es wenn dann plötzlich einer findet das alle gleich aussehen müssen und das gleiche machen müssen wie er? Sagt Ihnen geschichte nichts? oder war das vor paar jahren als es ein kleiner Mann probiert hatte auch 'Zivilcourage' ? Und unsere Polizei funktioniert sehr gut! Apropos Amerika: in Detroid werden 70% der Verbrecher gar nie gefasst! Die Schweiz ist die Schweiz und nicht irgendwas anderes!

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