Harter Abstiegskampf

29. Oktober 2017 12:59; Akt: 29.10.2017 12:59 Print

FCL-Coach erlaubt nur noch «regenerativen Sex»

Vor dem Kellerduell gegen den FC Lugano appellierte FCL-Trainer Markus Babbel an seine Spieler: «Die Spieler müssen viel schlafen.» Auch in ihr Sexleben mischt er sich ein.

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Der FC Luzern steckt im Abstiegskampf, das schleckt keine Geiss weg. Vor dem Spiel der beiden Tabellenletzen Lugano und Luzern am Sonntag redete FCL-Trainer Markus Babbel deshalb Klartext. An der Pressekonferenz vor dem Spiel sagte er: «Zu Hause müssen die Frauen und Freundinnen kürzertreten.»

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Sex muss dem Tiefschlaf dienen

Erholung ist für Fussballprofis das A und O. Deshalb appellierte Babbel an seine Spieler: «Sie müssen viel schlafen und gut essen.» Und der Übungsleiter sagt auch gleich, wie der Sex seiner Spieler sein muss. Wilde Einheiten oder ein exzessives Stellungsspiel will der Trainer nicht sehen, sondern: «Solange es regenerativer Sex ist, habe ich nichts dagegen», wird er auf Zentral+ zitiert. Zu zweit schlafen sei den Spielern nur noch erlaubt, «wenn dadurch ihr Tiefschlaf besser wird», sagte der Trainer. Auch von Kino, Ausgang und Shopping hält Babbel im Abstiegskampf rein gar nichts.

«Das war ein kluges Führungssignal»

Ob sich seine Spieler an die Anweisungen halten, wird Babbel kaum kontrollieren können, seine Äusserungen waren zum Teil auch scherzhaft zu verstehen, wie Zentral+ berichtete. Dennoch misst Psychologe Thomas Spielmann, der mit Spitzensportlern arbeitet, Babbels Appell eine grosse Bedeutung zu: «Dieser Mann ist ein echter Leader, das war ein kluges Führungssignal an seine Spieler.» Es gehe darum, dass im Abstiegskampf jeder Spieler seine eigene persönliche Eigenverantwortung trage, da gehöre der Lebenswandel natürlich dazu. «Das war in den letzten Jahren nicht bei jedem Spieler der Fall, der beim FCL war. Deshalb auch diese Leistungsschwankungen.»

«Alle Sportlerinnen wollen Sex vor Wettkämpfen»

Zum Thema Sex vor Wettkämpfen hat Spielmann schon eine Untersuchung durchgeführt und Sportler dazu befragt. «Auffallend war, dass alle Frauen sagen, sie seien besser, wenn sie vor einem Wettkampf Sex haben. Ganz anders sind die Männer. Einige sind enthaltsam, andere nicht.» Die Haltung dazu sei auch kulturell bedingt: «Im puritanischen angelsächsischen Raum verzichten Spitzensportler vor Spielen eher auf Sex, in südlicheren Ländern wie Portugal, Spanien, Brasilien oder Argentinien denken viele Spieler, ohne Sex würden sie ihre Leistung nicht bringen.»

Regenerativer Sex ist für Single-Sportler schwierig

Weiter unterscheidet Spielmann in Sachen Sex vor Sport Singles und Athleten, die in festen, langjährigen Partnerschaften leben. «Wer seit zehn Jahren eine Frau hat und mit ihr vor einem Spiel Sex hat und danach um zehn Uhr tief und fest schläft, dem tut das gut. Er hat mehr Kraft, wenn er aufsteht am Spieltag.»

Ein Single hingegen, der am Tag vor einem Match Lust auf Sex verspüre und eine Frau kennen lernen möchte, «der wird möglicherweise nicht Rivella, sondern Cüpli trinken in der Bar». Und er könne seiner potenziellen Geschlechtspartnerin in der Bar auch nicht sagen, er habe morgen ein Spiel und müsse früh ins Bett, man müsse also schnell zur Sache kommen. Mit anderen Worten: Für Single-Fussballer ist es unter Umständen ziemlich schwierig, vor einem Spiel zu «regenerativem Sex» zu kommen, wie ihn FCL-Coach Babbel predigt.

Babbel selbst, so Spielmann, sei früher zwar auch kein Kind von Traurigkeit gewesen. Aber: «Er kannte die Prioritäten genau. Es gibt Momente wie vor einem Spiel in Lugano, denen man alles unterordnen muss.»

(mme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Minnie_A am 29.10.2017 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Glück

    Na wenn sie sich dann am Platz austoben, können sie hinterher zwischen den Laken feiern.

  • Drippler am 29.10.2017 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hans was Hassan

    Ob mit oder ohne Kastensprung, das Schweizer Grümpel Turnier wird kein bisschen besser.

  • Joop der Gelinde am 29.10.2017 13:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Erlaubnis abzusteigen erteilt Zirl 7 ?!?

    Babbel hat wahrscheinlich schon recht. Er wäre auch ein guter Trainer, wenn die Geschäftsführung nicht wäre. Die Entscheidung für einen möglichen Abstieg wurden bei Saisonbeginn schon gemacht. Und da ist die GL zuständig.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ken Ner am 31.10.2017 02:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für primitive Diskussionen?

    Babbel war dabei, als man gute Spieler gehen liess. Wer das Sagen hatte, wissen wir alle nicht. Es waren zu viele die gingen. Ein Ex Bayern Spieler ist noch kein Garant. Was man jetzt sah ist, dass der Trainer nicht fähig ist, inkl. Staff und der Vereinsleitung etwas bodenständiges mit einem nachhaltigen Fundament aufzubauen. Bernhard Alpstäg war zu grosszügig. Warum befolgen diese Leute seine Leitsätzemehr machen als die Anderen nicht?

  • Peter Mabuse am 30.10.2017 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, was denn nun..??

    Also da lag der (noch)-FCL-Trainer wieder daneben. Gibt er den Herren diesen irrsinnigen Rat welche bestimmt ausnahmslos befolgt wurde und trotzdem verliert man gestern.

  • Tiefer Fall am 30.10.2017 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    voraussehbar

    Mit einer so jungen Truppe lässt sich nichts reissen, wenn es nicht die besten von den besten in der Schweiz sind. Es fehlt an einer gesunden Mischung. Erfahrene Spieler mit Klasse! Einen Puljic in die Wüste zu schicken war der Anfang des Verderbens. Der hat bei Vaduz schont 3 Tore gemacht soviel wie ein Stürmer. Schneuwly war die Lebensversicherung. Ist auch weg.

    • hubsy2005 am 30.10.2017 13:07 Report Diesen Beitrag melden

      Falsche Einschätzung des Trainers

      Irgendwie sieht Markus Babbel das anders. Kommentar von ihm nach verlorenem Match gegen Lugano:" Die Mannschaft hat einen einwandfreien Charakter und grosses Potential!"

    einklappen einklappen
  • RX400 am 29.10.2017 20:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist das ein öffentliches Ghema?

    und wenn sich die Jungs nicht austoben konnten haben sie während dem Spiel eben das im Kopf und nicht den Fussball. ich bin jedoch überzeugt, dass alle Spieler, wie Arbeiter in jedem anderen Beruf auch, ihr Leben im Griff haben und dies so gestalten, dass sie die benötigte Konzentration und Leistung bedarfsgerecht bereit haben. und schlussendlich ist es auch die Privatsache von jedem einzelnen, wie die unterschiedlichen bedürfnisse auch

  • Hermann am 29.10.2017 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und die Frauen

    Alle reden hier von den Spielern. Wer denkt an die Spielerfrauen? Für den FCL würde ich mich hier sehr gerne engagieren.

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