Hausbesetzung

29. Dezember 2017 18:57; Akt: 30.12.2017 10:35 Print

Familie kann eigenes Haus in Spanien nicht betreten

Eine Luzerner Familie kann nicht mehr in ihr eigenes Ferienhaus in Spanien. Es wurde besetzt. Eine Lösung ist nicht in Sicht.

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Die Balearen im Mittelmeer. (Bild: wikimedia commons)

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Sie sind im Besitz eines Ferienhauses in Spanien und wollen dort wie jedes Jahr ihre Ferien verbringen. Dann stellen Sie fest: Das Haus wurde besetzt. Diesen Albtraum erlebt eine Luzerner Familie im vergangenen Sommer, wie die Luzerner Zeitung schreibt.

«Die Flugtickets für die Familie und Kinder waren bereits bezahlt», erzählt der Familienvater, der anonym bleiben möchte. «Dann teilte uns eine Bekannte in Spanien mit, dass wir unsere Liegenschaft nicht mehr betreten können.» Eine Gruppe Hausbesetzer hatte sich darin breit gemacht, die niemanden hereinlässt – auch die rechtmässigen Eigentümer nicht.

Ein Schock für die Eigentümer. «Wir konnten es zuerst gar nicht glauben», so der Familienvater. Die Familie musste kurzfristig auf ihre Reise nach Spanien verzichten: «Die Flugtickets wurden nicht zurückerstattet.» Das Ferienhaus liegt auf einer der Balearen-Inseln direkt am Meer – mit einem Strand in unmittelbarer Nähe. Die Luzerner Familie hatte das Haus mit Garten vor 45 Jahren bauen lassen, als die Gegend praktisch noch unbewohnt war.

Haus ist Familie ans Herz gewachsen

Die Familie verbrachte jedes Jahr ein paar Ferienwochen dort. Das Haus ist der Familie ans Herz gewachsen. Sie hat es liebevoll eingerichtet. Mit den im Verlauf der Jahre in die Gegend zugezogenen Nachbarn haben sie gute Freundschaften geschlossen. Jetzt ist für die Luzerner Familie auf einen Schlag eine Welt zusammengebrochen. «Wenn wir auf die Insel gehen, können wir unser eigenes Haus nicht mehr betreten», sagt der Eigentümer.

In Spanien ist die gesetzliche Regelung so, dass eine Hausbesetzung innert 48 bis maximal 72 Stunden der Polizei gemeldet werden muss. Nur innerhalb dieser Frist kann die Polizei die Liegenschaft ohne richterlichen Hausdurchsuchungsbefehl räumen. Erfolgt die Anzeige zu spät, braucht es den juristischen Instanzenweg inklusive Gerichtsverfahren, um die Hausbesetzung zu beenden.

Wie lange so etwas in Spanien dauern kann, davon kann die Luzerner Familie ein trauriges Liedchen singen. «Wir haben einen Anwalt eingeschaltet, und es gibt schon drei Gerichtsentscheide zu unseren Gunsten, und dennoch ist noch immer nichts geschehen», sagt der Familienvater. «Jedes Mal, wenn ein Urteil vorliegt und die Räumung des Hauses angeordnet ist, sind plötzlich wieder andere Besetzer im Haus, und das Ganze beginnt wieder von vorn.»

Scharfe Hunde bewachen Haus

Die Hausbesetzer lassen die Liegenschaft von scharfen Hunden bewachen. Der Eigentümer vermutet, dass eine Mafia-ähnliche Organisation hinter der Besetzung steht: «Zuerst befanden sich Spanier im besetzten Haus, später Deutsche und Rumänen.»

Wie es weiter geht, ist unklar. «Soeben hat uns unser Anwalt mitgeteilt, dass es weitere zwanzig Tage dauern wird, bis allenfalls etwas unternommen werden kann. So werden wir seit Monaten immer wieder vertröstet.»

(sw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jose Gomez am 29.12.2017 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Zwei Klassen Gesellschaft

    Unglaublich, dass gegen solche Verbrecher vorerst nicht unternommen werden kann. Ob in Spanien, in der Schweiz funktioniert der angebliche Rechtstaat bestens. Die Gesetze sind ein Hohn. Wenn das Haus eines namhaften Politikers besetzt wird, bin ich mir sicher wird subito geräumt.

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  • Ein Leser am 29.12.2017 19:11 Report Diesen Beitrag melden

    Da hätte ich nicht lange gemacht

    Das haus hätte ich selber geräumt natürlich schwer bewaffnet. Schliesslich ist es mein Eigentum.

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  • Matthias H. am 29.12.2017 19:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Missachtung

    Unfassbar wie rechtschaffende Bürger von der Judikative im Stich gelassen werden, einfach beschämend, es heisst Eigentum wird vom Staat geschützt, wer schützt uns vor diesen Staaten, die jegliche Grundsätze des Miteinanders missachten?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • D.N. am 30.12.2017 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Tatsache

    Ja ich würde mal die ganze Sache umdrehen und Häuser in der Schweiz von Spaniern besetzen! Mal schauen, ob dann nicht eine Wende kommt. Aber von unserer Regierung und Gesetzgebung können wir noch Jahrzente warten.

  • roman manser sen. am 30.12.2017 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld !Viva Espania.

    Selber Schuld ! Lebe schon länger in Spanien,bei dieser der Gesetzgebung wundert mich gar nichts.Da werden Gesetze gemacht die von den Machern in keiner weise verstanden werden und die null Ahnung von den folgen haben.In Spanien ist es besser nichts eigenes zu haben,dann kann auch nichts genommen werden.

  • Röbl am 30.12.2017 11:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja

    Bleibt hier, es ist auch da schön!

  • Michi am 30.12.2017 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Fair

    Es währe nur fair wenn es so eine Regel geben würde: Wurde das eigene Haus besetzt, darf man es selber räumen, wenn es sein muss mit Waffen Gebrauch.

    • Feline X am 30.12.2017 15:16 Report Diesen Beitrag melden

      @Michi

      Nein, das wäre wohl eine kontraproduktive Regelung. Mit Waffengewalt? Da könnte jemand verletzt werden.

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  • Felix am 30.12.2017 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bewachung zahlen ist billiger

    Das hat doch System. Die 72 Stunden Regel zwingt eigentlich den Eigentümer, Personal zu engagieren, das sein Haus bewacht. Das sind gute Jobs. Wer nicht dafür bezahlt hat dann eben den Schaden.