Bitte nicht füttern

03. April 2017 15:42; Akt: 03.04.2017 15:42 Print

Invasion der Schwäne in der Luzerner Bucht

von Daniela Gigor - Von 100 auf 160 Tiere: Die Population der Schwäne in Luzern explodiert. Eier stechen will die Stadt nicht – sie setzt auf einen Holzbalken und auf die Vernunft der Touristen.

Die Schwäne in Luzern werden auch von Touristen gefüttert. (Video: MME)
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«Gutgemeintes Füttern von Schwänen ist falsch verstandene Tierliebe und bringt Probleme mit sich», teilt die Stadt Luzern am Montag mit. Darum erinnern in der Innenstadt Plakate daran, dass die weissen, eleganten Tiere nicht gefüttert werden sollen. «Auch bei Schwänen gehen Fachleute davon aus, dass Fütterungen einen Einfluss auf die Anzahl der Tiere haben», sagt Monika Keller, Projektleiterin Umweltschutz bei der Stadt Luzern. Gefüttert werden die Schwäne von Touristen, die die Gelegenheit für ein Erinnerungsfoto nutzen. «Es gibt aber auch einzelne Personen, die Säcke voller Brot verfüttern, sowie Leute, oft mit Kindern, die ihre Brotresten den Schwänen geben», sagt Keller weiter.

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Es könnten auch Krankheiten übertragen werden

Zwischen 1954 und 2000 wurden jeweils 100 bis 120 Tiere während der Winterzeit gezählt. Heute sind es durchschnittlich bis zu 160 Schwäne, die in der Luzerner Bucht herumschwimmen. Durch die Fütterungen werden die Tiere angelockt und sie verlieren ihre natürliche Scheu vor dem Menschen. Dies kann zu Problemen führen, wie Keller sagt: «Die Schwäne verkoten etwa Liegewiesen in den Badis oder es kann vorkommen, dass sie beim Schwanenplatz auf die Strasse gelangen.» Weil sich immer mehr Schwäne auf engem Raum bewegen, obwohl sie eigentlich Einzelgänger sind, könnte auch die Gefahr steigen, dass Krankheiten zwischen den Tieren übertragen werden.

In Luzern werden keine Eier gestochen

Dennoch will die Stadt laut Keller nicht aktiv gegen den Nachwuchs der Schwäne vorgehen: «Wir stechen keine Eier. Wir setzen auf die Information der Bevölkerung.» Ausserdem sei beim Schwanenplatz am Quai der Holzbalken erhöht worden, damit die Schwäne nicht mehr darüber steigen könnten. Allerdings gebe es ein, zwei schlaue Exemplare, die nun einfach unter dem Balken durchwatschelten. Obwohl Schwäne grundsätzlich nicht gefährlich sind, empfiehlt es sich Abstand zu halten. «Ich erinnere mich an eine Touristin, die von einem Schwan in die Finger geschnappt wurde. Die Frau hatte diesen Schwan zuvor gefüttert», so Keller.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Helena am 03.04.2017 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Vernunft

    Tja einige Touristen, kennen das Wort Vernunft nicht in dem Sinne wie wir es verstehen...das sind dann dieselben, die auch in grossen Gruppen bei Rot über die Fussgängerstreifen laufen...

  • Ärklärbär am 03.04.2017 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stadt Luzern

    Ach nein? Mit 160 dieser Vögel ist die Obergrenze für Luzern schon erreicht? Das hat man aber schnell und mit behördlicher Sorgfalt bestimmt. Warum gibt es beim Menschen keine Obergrenze? Da ist es doch so schwierig sich auf eine Zahl zu einigen. Und diese Idee mit den Balken ist ja auch zu typisch für unseren Behördenapparat. Sieht es schön aus? Braucht es nicht! Wurde die Höhe vorab geprüft? Machen wir nicht, wir erhöhen einfach in einer zweiten Bauetappe! Bezahlen muss sowieso der Steuerzahler! Jetzt sind die Balken zu hoch? Egal, machen wir noch eine dritte Bauetappe!

  • L.P. am 03.04.2017 16:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Mensch vernichtet Lebensraum

    Die Gesellschaft vermehrt sich auch zu schnell und man lässt sie auch am Leben. Mit der Überbevölkerung haben Schwäne nichts zu tun.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Felix am 10.04.2017 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Schwäne keine Touristen

    Als Stadtluzerner sehr ich kein Problem. Die Schwäne locken Touristen an und sind ein beliebtes Fotomotiv. Da kann die Stadt locker auch ein paar Franken in die Säuberungen investieren.

  • Ein Zeuge am 07.04.2017 11:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin Zeuge der Fütterung

    Die Touristen sitzen neben der Warntafel und füttern die Schwäne. Beim Eintritt in die CH sollten die Menschen gleich ein Infoblatt über unsere Normen erhalten zB. Was darf man nicht. Was erwarten die CH von den Touristen....( anstatt, was erwarten die Touristen von uns). Sie wollen ja die CH kennen lernen.

  • Menschenfreund am 04.04.2017 09:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tamtam wegen Schwänen

    Die Schwäne sind ein Problem, aber die Überpopulation der menschlichen Spezies nicht? Nein, im Gegenteil, wir retten und helfen da jedem Menschen. Wir werden sehen, wohin das führt.

  • jane77 am 04.04.2017 06:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht lustig

    es ist wirklich nicht witzig wen so ein schwan auf einen los geht deshalb hab ich auch keine freude wen diese auf der badiwiese von tuch zu tuch watscheln und futter zu suchen.

  • seven am 03.04.2017 22:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    huhuhääää

    Die einzigste Invasion wo es auf Erden gibt, ist das Menschenwesen.

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