«He Froiä»

06. Februar 2017 17:48; Akt: 06.02.2017 17:48 Print

Ist das der unerotischste Dialekt der Schweiz?

Das Netz lacht über die Nidwaldner: In einem Video verdreht ein heisser Typ den Frauen den Kopf – bis er zu sprechen beginnt.

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Lässig kommt ein junger Mann um die Hausecke und geht auf zwei Frauen zu. Cooler Blick, stylishe Klamotten, heisses Sixpack: Die Frauen fallen fast in Ohnmacht und wedeln sich theatralisch Luft zu. Doch dann der Schock: «He Froiä, hendär nu chle Feyr fir mey huär Stumpä?» Sofort geht den Damen der Laden runter und sie machen sich aus dem Staub.

Umfrage
Welches ist der Deutschschweizer Dialekt mit dem wenigsten Sex-Appeal?
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Insgesamt 34902 Teilnehmer

Video geht ab wie eine Rakete

Gepostet wurde der Clip von «Schwiizchiste» auf verschiedenen Kanälen. Und er schlug ein wie eine Bombe: Innert der ersten 16 Stunden wurde das Video auf Facebook 165'000 Mal und auf Instagram 115'000 mal aufgerufen. Zum Video heisst es: «Da chönd sogar d'Thurgauer iipacke...» Dazu gabs hunderte Kommentare: «Was sagt der?», schrieb jemand. «Tatsächlich schlimmer als ein Thurgauer», so ein anderer. Doch der Nidwaldner Beau bekommt auch Fame: Durch seinen Dialekt sei er gerade «nochmals 200 Mal heisser» geworden.

«Man soll über sich selber lachen können»

Verantwortlich für die Unterhaltungsseite «Schwiizchiste» ist Robin Pickis aus dem nidwaldnerischen Oberdorf. «Ich habe festgestellt, dass sich alle immer nur über den Thurgauer Dialekt lustig machen. Aber niemand weiss, wie der Nidwaldner Dialekt tönt. Und viele wissen nicht einmal, wo Nidwalden liegt. Das hat mich zu diesem Video inspiriert.» Bewusst habe er einen sehr gut aussehenden Mann als Model gesucht: «Ich wollte einen Gegensatz herausarbeiten; ein schöner Mann, der plötzlich nidwaldnerisch spricht». Er habe mit «Schwiizchiste» auch schon andere viel geklickte Clips gehabt, aber das neue Dialektvideo stelle alles in den Schatten. «Natürlich bin ich durchaus stolz auf unseren Dialekt, aber man soll auch über sich selber lachen können.»

«So reden sie nur in den hintersten Löchern»

Das Model im Video ist ebenfalls aus Nidwalden. Der Mann heisst Matthias Tschuppert und ist Model; er posierte schon für Calida oder Manor. Im richtigen Leben jedoch spricht er nicht so wie im Video: «So reden die Leute nur in den hintersten Löchern. Ich könnte schon noch so reden, aber da ich in Zürich studiere und auch schon in Zug wohnte, ist mein Dialekt gefärbt.»

Tschuppert hat als gutaussehender junger Mann und Model wohl sowieso Erfolg bei den Frauen. Aber mit welchem Dialekt hat er mehr Erfolg, mit urchigem Nidwaldernisch oder dem gefärbten Dialekt? «Das kommt auf die Frauen an, ich habe das Gefühl, sie merken, ob man sich selber ist. Und bei mir ist es jetzt halt ein Mix-Dialekt.»

Immer weniger sprechen urchig

Auch die Nidwalder feiern ihren Dialekt und nehmen das Video mit Humor. Musiker Reto Burrell aus Stansstad sagt: «Hier wird eben eine urchige Sprache gesprochen. Das Video finde ich sehr cool.» Leider sei es so, dass immer weniger urtümliches Nidwaldnerisch gesprochen werde. «Deshalb freue ich mich immer, wenn ich kleine Kinder so sprechen höre.»

Hier noch eine Bilderstrecke des Models aus Nidwalden:

Das Model aus dem Nidwaldner Video

(mme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lydia am 06.02.2017 17:57 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Humor

    Endlich mal wieder ein gelungenes Comedyvideo aus der Schweiz, chapeau den Machern.

  • Philipp am 06.02.2017 18:06 Report Diesen Beitrag melden

    Super!

    Ich liäbä mey Dialäkt und das sell ai so sey!

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  • Paul am 06.02.2017 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    Dem sagt man Weltoffenheit

    Open minded bis zur Kantonsgrenze .. . Oder andersrum, wer selber nie aus dem Kanton gekommen ist, kann sich göttlich amüsieren ab anderen Dialekten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Luismuis am 07.02.2017 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Nidwaldner Deytsch

    Also bitte Matthias. Die Aussage "So reden die Leute nur in den hintersten Löchern. " stimmt wohl überhaupt nicht. :) Man hört immer mehr junge die wieder aus "Nidwaldner Deytsch" zurück greifen. Ich habe auch lange in Zürich etc. gearbeitet und trotzdem rede mein Dialekt. Hab schon öfters gehört, dass es zwar lustig sei aber auch charmant sei. :) Danke Robin fir das super Video. Eifach huerä guet und urchig.

  • Sepp am 07.02.2017 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Seltsamer Titel

    Man könnte bei dem Titel glatt meinen, jeder Dialekt sei unerotisch. Ist das tatsächlich so?

  • Dirk am 07.02.2017 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Das hat Dialekt so an sich.

    Jeder Dialekt ist von Dorf zu Dorf, von Region zu Region verschieden. Und Alteingesessene können das auch unterscheiden. Kann man überall im deutschsprachigen Raum beobachten. Warum sollte das in der Schweiz soooo einmalig sein? Was einmalig ist, ist das krampfartig gespaltene Verhältnis zur Schriftsprache.

  • Knaller am 07.02.2017 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Mini Schwiiz!

    Ich finde diese verschiedenen Dialekte innerhalb der kleinen Schweiz einfach toll!! Das macht die Schweiz auch ein wenig aus!

  • Stefan am 07.02.2017 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    Fällt auf...

    Mich dünkt, dass die Dialekte an welchem die Wirtschaftsstandorte und die sportliche Dominanz ist, am meisten gehasst werden. Vermute, dort ist viel Missgunst im spiel.

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