«Winkelried & Töchter GmbH»

16. Mai 2018 05:51; Akt: 16.05.2018 05:51 Print

Spiess-Hegglin wird jetzt Unternehmerin

von Daniela Gigor - «Ich kann es vergessen, je wieder angestellt zu werden», sagt Jolanda Spiess-Hegglin. Nun hat sie eine GmbH gegründet, spezialisiert auf Umgang mit Social Media.

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Jolanda Spiess-Hegglin hat ihre eigene Firma gegründet. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Laut Eidgenössischem Handelsregister hat Jolanda Spiess-Hegglin (37) die «Winkelried & Töchter GmbH» Mitte April gemeinsam mit ihrem Mann gegründet. Als Zweck wird angegeben: «Erbringen von Beratungsdienstleistungen im Medienbereich und in der Informationsvermittlung, insbesondere im Umfeld der elektronischen und Sozialen Medien; Dienstleistungen mit Schwerpunkt Krisenbewältigung und Resilienz.» Dies hat Spiess-Hegglin auf ihrer Facebook-Seite gepostet.

Opfern wird weiterhin über den Verein geholfen

«Die GmbH ist die professionelle Erweiterung des Vereins NetzCourage, bei dem ich ehrenamtlich arbeite», sagt Spiess-Hegglin zu 20 Minuten. Dieser Verein berät Opfer, die im Internet beschimpft und bedroht werden. Spiess-Hegglin: «Es kamen immer wieder Aufträge und Anfragen, die den Rahmen der Freiwilligenarbeit sprengen.» Obwohl sie auch bei NetzCourage weiterhin kostenlos beraten werde, möchte die ehemalige Zuger Kantonsrätin künftig Anfragen und Aufträge, die professionell bearbeitet werden, trennen.

Wie sie diese Trennung vornehmen will, ist noch nicht bis ins Detail definiert. Spiess-Hegglin sagt: «Wenn jemand persönliche und rasche Hilfe braucht, dann werde ich das weiterhin über den Verein tun.» Sobald sie aber in der Offline-Welt vertieft arbeite – etwa wenn es um Medienopfer, Stalking, sexuellen Missbrauch, Diskriminierung oder Mobbing geht – würde dies über die GmbH laufen und allenfalls verrechnet. Auch ihren Stunden- oder Tagesansatz hat sie noch nicht festgelegt.

«Eine neue Anstellung kann ich vergessen»

Laut eigenen Aussagen arbeitet Spiess-Hegglin aktuell an Expertisen für Polizeikorps und Firmen, habe auch schon Justizvollzugsanstalten beraten. Von Bedrohungen und Beschimpfungen in den sozialen Medien seien heute aber etwa auch NGOs, Parteien oder Sportler betroffen. Sie gestaltet ausserdem an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Winterthur und am MAZ, der Schweizer Journalistenschule den Medienethikunterricht mit.

Ein weiterer Grund, warum sie die GmbH gründete, sei, dass sie beruflich wieder Fuss fassen will. «Ich kann es vergessen, dass ich je wieder als Journalistin in einem Medienunternehmen oder bei einer anderen Firma als normale Arbeitnehmerin angestellt werde, wegen meines Namens. Dies hat die Medienhetzjagd der vergangenen Jahre verunmöglicht.»

Buch über Hater

Nach den Geschehnissen um die Landammannfeier 2014 in Zug habe sie nun einen prall gefüllten Rucksack, um ihre neue Aufgabe zu meistern. Der Start scheint zu klappen, denn sie habe schon viele Anfragen und Aufträge erhalten. Zudem will sie ein Buch gegen den Hass in der Online-Welt veröffentlichen.

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