Luzern

08. Februar 2018 13:30; Akt: 08.02.2018 15:40 Print

Neue Software verärgert Personal im Kantonsspital

Seit Anfang Jahr hat das Kantonsspital Luzern eine neue Software. Seither ist die Medikamentenbestellung mühsam geworden.

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(Bild: Severin Ettlin)

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Im Kantonsspital Luzern wurde auf Anfang Jahr eine neue Software implementiert, die für das Administrativsystem zuständig ist. «Das heisst, die Software generiert etwa Rechnungen und löst Bestellungen in der Materialbewirtschaftung und in der Medikamentenversorgung aus», sagt Dr. med. Guido Schüpfer, Stabschef Medizin des Luzerner Kantonsspitals.

Der neue Prozess ist eine Herausforderung: «Vor allem die Medikamentenbestellung ist im Moment mühsam.» Konkret dauere jetzt der Bestellprozess viel länger als noch im alten Jahr. Auch für das Pflegepersonal sei dies ärgerlich. «Wir arbeiten mit unserem Implementierungspartner mit Hochdruck daran, das System zu verbessern und komfortabel zu machen», so Schüpfer.

Dass Patienten deswegen gefährdet seien oder sogar keine Medikamente mehr erhalten, wie dies eine anonyme Quelle behauptet, verneint Schüpfer klar: «Die Versorgungssicherheit ist nicht gefährdet.»

Im Frühwarnsystem ist keine Meldung eingetragen

Im Luzerner Kantonsspital gibt es ein Frühwarnsystem, wo Mitarbeiter laut Schüpfer sogenannte «Beinahezwischenfälle» anonym melden können. «In diesem System ist mit heutigem Datum nichts eingetragen», sagt Schüpfer. Dies wäre möglicherweise anders, wenn es tatsächlich zu Situationen gekommen wäre, die kritisch für Patienten hätte sein können. Jedenfalls verweist Schüpfer auf einen früheren Fall: «Wir hatten einmal uneinheitliche Medikamentenbeschreibungen, was beinahe zu Verwechslungen geführt hätte. Dies wurde im Frühwarnsystem gemeldet und wir haben reagiert, indem wir eine neue Etikettierung eingeführt haben.»

«Das ist wie beim Flugzeugkauf»

Grundsätzlich sagt Schüpfer indes auch, dass es immer Probleme geben kann, wenn neue Systeme implementiert werden. «Das ist, wie wenn eine Airline ein neues Flugzeug kauft. Da gibt es am Anfang auch Reibungen, die man schnell in den Griff bekommen muss.»

(mme)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ex-Pfleger am 08.02.2018 14:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bildschirm 1 / Patient 0

    War selber fast 40 Jahre in der Pflege tätig. Seit EDV in diesem Bereich Einzug gehalten hat ist die Zeit am Patienten immer mehr gesunken. Mittlerweile ist es so, dass die am Besten ausgebildeten Pflegekräfte fast pausenlos am Bildschirm sitzen und schlechter ausgebildete, somit billigere Helfer/Innen die eigentliche Arbeit erledigen. Diese meist sehr jungen Menschen sind dabei oft überfordert, sie werden gnadenlos verheizt.

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  • Dominic Radler am 08.02.2018 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Tja..

    Das kommt halt dabei raus, wenn man irgendwelche Informatikfirmen damit beauftragt ein solches System zu entwickeln, welche keinerlei Erfahrung in dieser Branche besitzen.

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  • carmen diaz am 08.02.2018 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    die frage ist doch ob das neue system...

    ...überhaupt erforderlich war. wahrscheinlich nicht...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • O.M. am 12.02.2018 06:10 Report Diesen Beitrag melden

    Weg mit der Supersoftware

    Das neue Projekt ist ein Witz. Wenn mir der Computer sagt wann ich ein Medikament verabreichen soll und keine Abweichungen möglich sind...sorry in der Medizin gibt es zwar Vorschriften, aber auch immer Ausnahmen. Dieses System ist für die Praxis ungeeignet. Dieses Spital arbeitet auf den Stationen immernoch mit Papierkardexen. Ein Pilotprojekt ging bereits schief. Versucht doch erst einmal ein erprobtes Sytem wie das Phönix oder anderes bevor ihr mit ständigen Supererneuerungen alles kompliziert. Habe als Mitarbeiter und Patient schlechte Erfahrungen gemacht. Zuwenig Pflegepersonal.

    • Rollo Tomasi am 12.02.2018 20:32 Report Diesen Beitrag melden

      Tja, die Digitalisierung

      Bei der Software handelt es sich um SAP, ein deutsches Unternehmen mit 10000en Kunden. SAP ist zwar bucklig zum Bedienen, aber "Industriestandard". Es dient zur Patientenadministration, Medikamenten - und Büromaterialbestellung ... Die neue Software für das bald gesetzlich vorgeschriebene elektronische Patentendossier kommt erst im Sept. 2019. Auch das eine bestens erprobte Software mit 1000 Kliniken als Kunden.

    • SAP Userr am 13.02.2018 07:10 Report Diesen Beitrag melden

      Tja, die Digitalisierung

      SAP = start and pray SAP = such a pain jeder SAP User weiss, dass es x-tausend bessere ERP Systeme gäbe. Zudem sind die Supportdienstleistunge von SAP exorpitant teuer....

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  • Karmen Fog am 12.02.2018 05:55 Report Diesen Beitrag melden

    Kaum Zeit für Frühwarnsystem

    Im Luzerner Kantonspital sind sie mit Software und PC Arbeit noch stark im Mittelalter. Dort läuft so einiges schief. Wer kaum Zeit hat für Patienten und nun noch ewig Medikamente bestellen muss, füllt kein CIRS mehr aus. Das Frühwarnsystem wird auf Grund Zeitmangel kaum genutzt.

  • Luzerner am 10.02.2018 15:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich will es wissen

    Herr Villiger ist weg... Seine Entscheidungen bleiben... Ich will echt wissen warum LUKS solche Probleme hat. Falsche Entscheidungen? Falsche Software? Falsche Partner? Ich will gar nicht wissen wie es dann irgendwann mit dieser US Software funktioniert (es funktioniert nicht ein Mal mit deutschem SAP). Traurig und Besorgniserregend!

    • Carmen Fog am 12.02.2018 05:56 Report Diesen Beitrag melden

      Korrekt

      Ja da hast du Recht. Mit Informatik in Zusammenhang mit Pflege stehen sie dort auf Kriegsfuss. Müsste mehr in den Medien sein.

    • Luzerner am 12.02.2018 19:08 Report Diesen Beitrag melden

      Helvetisierung

      Na klar Carmen... Wie soll eine US Software die Besonderheiten der Pflege in unserem Gesundheitswesen korrekt abbilden? Geht einfach nicht (LEP? TACS? Die Pflegecodes für SwissDRG? etc...). Keine Chance - das wird leider so ein rohkrepierer Projekt

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  • wayne am 10.02.2018 10:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    LuKs halt

    solange ich als Arbeiter für mein Mittagsmenü fast das doppelte zahle wie die direktangestellten gönne ich dem Luks jeden rückschlag!!

  • ein angehöriger am 10.02.2018 06:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arztsekretärinen am LUKS

    Die Arztsekretärinnen werden auch gnadenlos ausgebeutet, eine Frage der Zeit bis eine nach der anderen per Bourneout ausfällt, sie müssen immer mehr Sprechstunden führen ohne mehr Personal zu erhalten. Sauerei!

    • ein freund am 12.02.2018 17:45 Report Diesen Beitrag melden

      fehlendes Personal Tagesordnung

      @ein angehöriger: da sind die Arztsekretärinen nicht allein. es gibt Abteilungen, da sind Burnouts bekannt...und Kündigungen von seiten des Personals rattern. Die Leute können nicht mehr und wollen auch so nicht mehr. Gerade weil es an Personal mangelt, und /oder eingespart wird.

    • luks ma am 14.02.2018 11:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ein freund

      ja dem ist definitiv so, bin ein direkt betroffener

    • ein Freund am 18.02.2018 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @luks ma

      Traurig.....das es soweit kommen muss?! Alles Gute !

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