Luzern/Aargau

01. Juni 2018 05:45; Akt: 01.06.2018 05:45 Print

«Autostopp» per SMS bald in weiteren Regionen

Das Mitfahrsystem Taxito ist auf Expansionskurs: 2019 soll ein dreijähriger Pilotbetrieb im Seetal beginnen. Auch weitere Regionen sollen das System bald erhalten.

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Per SMS kommt kein Bus und auch kein Taxi, sondern eine Mitfahrgelegenheit angefahren. Den SMS-Autostoppdienst Taxito gibt es seit drei Jahren: Das Mitfahrsystem (siehe Box) funktioniert zurzeit im Luzerner Hinterland, in der Westschweiz und in Frankreich. Vor allem Jugendliche nutzen das Angebot gerne. Nun sollen in einer vierten Region Gebiete in den Kantonen Luzern und Aargau hinzugefügt werden.

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Pilotbetrieb läuft drei Jahre

Seit längerem wünschen die Seetaler Gemeinden eine bessere Erschliessung mit öffentlichen Verkehrsmitteln über die Kantonsgrenzen. Das betrifft die Regionen Aesch-Fahrwangen und Hitzkirch-Muri. Anfangs Jahr wurde das Taxito-Konzept den Gemeinden Aesch, Bettwil, Fahrwangen, Hitzkirch, Hochdorf, Meisterschwanden und Schongau vorgestellt. Daraufhin stimmten die Gemeinden einem dreijährigen Pilotbetrieb zu.

In den nächsten drei Jahren wird jede Standort-Gemeinde ein Budget von 9000 Franken dafür beantragen. Im Sommer 2019 soll Taxito im Seetal starten. «Wir bekommen immer wieder gutes Feedback. Die Taxito-Gemeinschaft hilft uns fortlaufend den Betrieb auszubessern», sagt Martin Beutler, Taxito-Gründer.

Taxito-Tafeln gratulieren zum Geburtstag

Im Seetal werden neu entwickelte Haltestellen-Tafeln installiert, die über Solarzellen mit Energie versorgt werden. Neben den bereits bekannten Anzeigen von Reisezielen wird es laut Beutler bald auch möglich sein, Zugsverspätungen oder gar Botschaften von Kunden einzublenden. «Unsere Nutzer sollen sogar jemanden über unsere Tafeln zum Geburtstag gratulieren können», so Beutler.

Taxito plant zudem bereits zwei Regionen in Bern in Betrieb zu nehmen. «Wir bekommen öfters Anfragen von verschiedenen Regionen, auch in der Westschweiz ist ein Ausbau einer Region und der Start einer weiteren in Vorbereitung».

Jugendliche nutzen Taxito nach dem Ausgang

Seit dem Start von Taxito wurden schon 3500 Fahrten getätigt, das System wird demnach täglich etwa dreimal genutzt. Nach Angaben von Beutler nimmt die Nutzerzahl kontinuierlich zu. «Unsere Kundschaft schliesst sich aus 150 Stammgästen, Wanderern und Fussgängern zusammen. Viele Jugendliche benutzen Taxito, um vom Ausgang nach Hause zu kommen», sagt Beutler. Und das klappt immer schneller: Im Vergleich zu 2016 hat die Wartezeit auf eine Mitfahrgelegenheit um durchschnittlich zwei Minuten abgenommen.

(tk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • John Hunki am 01.06.2018 07:04 Report Diesen Beitrag melden

    Andere Sitten

    Früher hat Autostop super funktioniert, aber seit dem Zuwachs der Kriminalität ist es leider vorbei. Auch ich nehme schon lange keine Autostöpler mehr mit.

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  • Knox am 01.06.2018 07:15 Report Diesen Beitrag melden

    Riskant

    Morgen früh eine junge betrunkene mitnehmen, am anderen Tag eine Anzeige wegen Sexueller Belästigung am Hals!

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  • Paul am 01.06.2018 07:25 Report Diesen Beitrag melden

    Raucher NEIN / Nichtraucher JA

    finde die IDEE sehr gut, als ich jung war habe ich ab und zu Autostopp gemacht, musste nie lange warten bis ich mitgenommen wurde.... Einmal hat mich ein älteres Ehepaar mitgenommen, doch schon nach wenigen Meter fragte mich die Dame ob ich so starker Raucher sei, denn meine Kleider stinken... (Päng) so wie damals habe ich mich noch selten geschämt. Im nächsten Dorf musste ihr Mann anhalten und ich musste das Auto verlassen. Danach habe ich nie wieder geraucht. Heute begreife ich die Frau, denn es ist sehr unangenehm wenn danach das Auto so stinkt... OK. Nichtraucher werde ich auch mitnehmen

Die neusten Leser-Kommentare

  • swissmawi am 01.06.2018 09:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit

    Wie will sie Firma die Sicherheit der Fahrgäste garantieren?

  • Wiki am 01.06.2018 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr optimistisch

    3 Jahre Testphase? Also wenn man einen Test so lange durchführen muss, dann geht man von vornherein davon aus, dass es nichts wird. So ein System müsste heute wie eine Bombe einschlagen und innerhalb der ersten zwölf Monate müssten sich die Mitmachzahlen jeden Monat verdoppeln. Wenn dem so wäre, würde man nach einem Jahr die Testphase einstellen. Hier weiss man schon, dass daraus nichts wird, weil auch die Polizei vor Anhaltern warnt und schon Taxifahren für Frauen nicht mehr sicher zu sein scheint nach den letzten Vergewaltigungsfällen. Man hofft nur in drei Jahren irgend etwas zu erreichen

  • Jupidu am 01.06.2018 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Mitfahren

    Unlängst in einem abgelegenen Tessiner Seitental erkundigten wir uns in einem Lädeli, wann der nächst Bus talaufwärts fahre. "Das wisse sie nicht", hiess es, "hier fahre jeder mit Autostopp". Gesagt getan. Wir gingen auf die Strasse. Das erste Auto hielt, um uns mitzuteilen, dass das Auto bereits mit Hunden gefüllt sei und zwei Personen nicht mitfahren könnten. Das unmittelbar darauf folgende Auto hielt auch wieder - und wir durften mitfahren. So funktioniert das an anderen Orten in der Schweiz. Smartphone unnötig und kostenlos.

    • impossibile am 01.06.2018 11:13 Report Diesen Beitrag melden

      dort ists speziell

      ja dort wo jeder jeden kennt und es polizeitaktisch nur einen Ausgang aus dem Tal gibt. Im flachen Mulitikultiland von Freiburg i.Br. bis Köln ist es ein bisschen anders. Ach ja das sind ja verbotene Facts.

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  • Mirko Timm am 01.06.2018 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    Ich mach nur jemanden auf langstrecke mitnehmen. so 500 km aufwärts über blablacar

  • Berner Bär am 01.06.2018 08:42 Report Diesen Beitrag melden

    Das hatten wir schon mal!

    Wie war das mit "Carlos" im Raum Burgdorf vor etwa 10 Jahren? Zuerst helle Begeisterung, dann Ernüchterung und schliesslich sang- und klanglos beendet!