Mitten in Luzern

30. November 2012 12:59; Akt: 30.11.2012 14:07 Print

Paar lebte heimlich im Bahnhäuschen

von A. Hirschberg - Über ein Jahr lang lebte ein junges Paar unbemerkt in einem stillgelegten Bahnwärterhäuschen in Luzern. Auf engem Raum hatte es dort alles: Strom, fliessendes Wasser und ein WC.

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Während über einem Jahr hat ein junges Paar mitten in Luzern in einem Bahnwärterhäuschen gelebt. Entdeckt wurden die beiden, als ein Monteur der Zentralbahn im Herbst wegen einer Störung der Barriere-Steuerung ins Gebäude an der Sternmattstrasse musste, wie die «Neue Luzerner Zeitung» schreibt.

«Als der Monteur ins Häuschen kam, lag das Paar äusserst spärlich bekleidet dort auf einer Matratze», erzählt Martin Röthlisberger, Leiter Infrastruktur bei der Zentralbahn. Die beiden seien verängstigt aufgesprungen. Auch dem Monteur sei der Schrecken in die Glieder gefahren und er habe das Gebäude schnell wieder verlassen.

Polizei wurde eingeschaltet

Viel Platz hatte das Paar in dem rund acht Quadratmeter grossen Häuschen nicht, aber dafür alles, was es zum Wohnen braucht: Strom, fliessendes Wasser, Kochgelegenheit und WC. Offenbar verhielt sich das Paar so ruhig, dass die Nachbarn keinen Anlass zur Klage sahen.

Mittlerweile wurden die beiden aber ausgewiesen. «Wir liessen das Häuschen räumen und stellten die Besitztümer, eine Matratze, Kleider und einige Möbel, vor die Tür», so Röthlisberger. «Bei einer nächsten Kontrolle war die Tür aber wieder aufgebrochen und das Paar wieder im Häuschen.» Darauf wurde die Polizei eingeschaltet.

Infrastruktur für die Barriere-Frau

Wie lange genau das Paar in dem Gebäude gelebt hat, kann Röthlisberger nicht sagen. «Aufgrund der Rückmeldungen der Nachbarn auf jeden Fall länger als ein Jahr.» Ausserdem habe man bereits bei der jährlichen Kontrolle der Barrierensteuerung Spuren von Bewohnern gefunden.

In Betrieb war das mittlerweile unter Denkmalschutz stehende Bahnwärterhäuschen bis in die 1970er-Jahre. Bis damals musste die Steghof-Barriere manuell bedient werden. Darum verfügte das Häuschen über WC und fliessendes Wasser für die Barriere-Frau. Jetzt ist auch die automatische Barrieren-Steuerung überflüssig geworden. Seit dem 12. November fährt die Zentralbahn in einem Tunnel zur Stadt hinaus, der Bahnübergang Steghof wurde aufgehoben. Das Wärterhäuschen ist vor Kurzem in den Besitz der Stadt Luzern übergegangen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Erika Mörker am 03.12.2012 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    lasstauch die guten Jungen leben.

    warum kann man das junge Paar nicht gegen eine kleine Miete wohnen lassen, die haben ja nichts zerstört.

  • N. Zizek am 01.12.2012 19:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Störenfriede

    Ich kann mich nur anschliessen: wo liegt das Problem? Sie störten weder Nachbarn noch andere. Unbewohnt wäre dieses Häuschen am Verfallen. Somit haben Sie dem Staat sogar einen Gefallen gemacht. Schade, dass friedlichen Menschen nicht geholfen wird.

  • Daniel Hofmann am 02.12.2012 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Arme Schweiz !

    Zu schön, wie sich so manche hier über dieses Pärchen aufregen! Wegen den Kosten, für Strom, Wasser, nicht gezahlter Miete. Sozialschmarotzer.. kennt wer die Zwei und Ihre Situation? Möchte wer tauschen und auf 8qm mal zu Zweit leben? Das bewohnte Häuschen hatt auch seinen Vorteil, es ist nicht durch Vandalismus Zerstört worden. Zumal es unter Denkmalschutz steht, wären die Kosten bei einer Vandalismuszerstörung enorm gewesen. Es ist ein Spiegelbild Unserer Gesellschaft, wer nicht zu 100% in das Perfekte Bild passt, wird Ausgegrenzt. Wieviele Häuser / Wohnungen stehen in der Schweiz LEER?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Verärgerter Schweizer am 03.12.2012 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Alles nachzahlen

    Hoffentlich müssen diese Schmarotzer alle entstandenen Kosten wie Miete, Wasser, Abwasser, Strom etc, inklusive Zinsen voll nachzahlen. Das währe das einzig Richtige für solche Typen.

    • Inkognito am 04.12.2012 00:11 Report Diesen Beitrag melden

      Neidisch ?????????

      Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! - und dabei steckt in deinem Auge ein Balken?

    einklappen einklappen
  • Erika Mörker am 03.12.2012 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    lasstauch die guten Jungen leben.

    warum kann man das junge Paar nicht gegen eine kleine Miete wohnen lassen, die haben ja nichts zerstört.

  • Daniel Hofmann am 02.12.2012 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Arme Schweiz !

    Zu schön, wie sich so manche hier über dieses Pärchen aufregen! Wegen den Kosten, für Strom, Wasser, nicht gezahlter Miete. Sozialschmarotzer.. kennt wer die Zwei und Ihre Situation? Möchte wer tauschen und auf 8qm mal zu Zweit leben? Das bewohnte Häuschen hatt auch seinen Vorteil, es ist nicht durch Vandalismus Zerstört worden. Zumal es unter Denkmalschutz steht, wären die Kosten bei einer Vandalismuszerstörung enorm gewesen. Es ist ein Spiegelbild Unserer Gesellschaft, wer nicht zu 100% in das Perfekte Bild passt, wird Ausgegrenzt. Wieviele Häuser / Wohnungen stehen in der Schweiz LEER?

  • Rebecca A. am 02.12.2012 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    Das Bahnhäuschen wir abgerissen

    Ich wohnte in diesem Quartier und ich weiss dass das ganze Grundstück inkl. Bahnhäuschen abgerissen wird um einen Neubau zu erstellen.Wann dies genau sein wird weiss ich aber nicht.

  • trudeli am 02.12.2012 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    traumwohnen

    als Kind wohnte ich vis a vis des bahnhäuschens... ich stellte mir damals vor, dass ich "wenn ech denn gross ben" dort wohnen werden. jetzt hats wer anderes gemacht . so lustig :-)

    • Seppli am 02.12.2012 13:57 Report Diesen Beitrag melden

      Daran habe ich...

      ...in meinen Träumen auch schon ein paar mal gedacht ;-)

    einklappen einklappen
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