Luzern

20. Februar 2018 05:53; Akt: 20.02.2018 05:53 Print

Pädophiler dirigierte Missbräuche via Livechat

Das Luzerner Kriminalgericht hat einen 62-Jährigen verurteilt. Er hatte Personen im Ausland angestiftet, im Livestream für ihn Kinder zu missbrauchen.

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Das Kriminalgericht verurteilte den Mann zu zweieinhalb Jahren Freiheitsstrafe. (Bild: 20 Minuten)

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Mehrfacher sexuelle Handlung mit Kindern, mehrfache Anstiftung zu sexuellen Handlungen mit Kindern und mehrfache Pornographie: Dafür hat das Luzerner Kriminalgericht einen 62-Jährigen verurteilt.Der Verurteilte erhält dafür eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren.

Mindestens vom März 2011 bis August 2012 hatte der Mann bei Live-Sex-Chats im Internet Personen im Ausland angewiesen, Kinder zu missbrauchen. Die sexuellen Handlungen hat er im Livestream mitverfolgt und dirigiert.

Verurteilter bezahlte via Paypal

Der Verurteilte schaute bei den Livestreams zu, wurde aber auch selbst aktiv: Laut Urteil hat er sich dabei «den Kindern gegenüber ebenfalls vor seiner Webcam präsentiert und diese in seine sexuellen Handlungen (Masturbation) an sich selber miteinbezogen».

Für die Missbrauchsfälle bezahlt hatte er via Paypal: Abklärungen haben ergeben, dass er insgesamt 174 Überweisungen auf die Philippinen machte. In der Regel lagen die Beträge zwischen 20 und 170 Franken. «Dabei handelt es sich u.a. um Entschädigungen an philippinische Personen, damit diese im Rahmen von Sex-Live-Chats mit dem Beschuldigten gemäss seinen Vorgaben sexuelle Handlungen an Kindern vornahmen», heisst es im Urteil.

Zahlreiche Bilder und Videos sichergestellt

Zusätzlich hat der Verurteilte während fast sieben Jahren nach verbotener Kinderpornografie gesucht, diese heruntergeladen und konsumiert: 3297 Bilder und 35 Videos mit Kinderpornographie wurden bei der Untersuchung seiner IT-Utensilien entdeckt.

Die Gutachter hatten bei dem Mann eine heterosexuelle Pädophilie diagnostiziert. Seine Freiheitsstrafe ist zugunsten von ambulanten Massnahmen aufgeschoben worden. Der Verurteilte erhält Bewährungshilfe und muss die Kosten des Verfahrens tragen.

Aufgeflogen waren die Taten des Verurteilten 2012 im Rahmen eines Strafverfahrens gegen einen Briten. Dieser arrangierte laut seinen Chat-Protokollen auf den Philippinen den sexuellen Missbrauch von Kindern via live Streaming. Dafür floss Geld – unter anderem auch vom Konto des nun verurteilten Schweizers.

(gwa/sda)