Hochschule Luzern

08. März 2018 05:48; Akt: 08.03.2018 05:48 Print

Textilforscher lancieren das Super-Pyjama

von Simon Wespi - Die Hochschule Luzern forscht für einen komfortablen Schlaf. Textilforscherinnen nehmen dafür das Pyjama unter die Lupe.

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Ein guter Schlaf ist wichtig für die Regeneration von Körper und Geist. Bis heute ist das Pyjama wohl das beliebteste Schlaf-Outfit. Oft weit und bequem zugeschnitten und meistens aus Baumwolle. Daran hat sich in den letzten Jahrzehnten kaum etwas geändert.

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Schlafen Sie gut in Ihrem Pyjama?

Wie ein Pyjama helfen kann, unsere Körperfunktionen im Schlaf zu unterstützen, zum Beispiel die Temperatur zu regulieren oder Feuchtigkeit abzutransportieren, das wollte Isabel Rosa Müggler, Textilforscherin der Hochschule Luzern, herausfinden. «In erster Line müssen wir uns in einem Pyjama wohlfühlen», sagt sie. Betont aber: «Wir bewegen uns in der Nacht natürlich sehr viel und frieren oder schwitzen dabei oftmals. Das kann dazu führen, dass wir unruhig schlafen.» Wie die Forschung nun ergeben hat, haben unterschiedliche Textilfasern verschiedene Auswirkungen auf das Schlafverhalten.

«Wir schlafen seitlich liegend ein»

Die Hochschule testete die Einschlafposition verschiedener Probanden und fragte nach deren Schlafverhalten. «Üblicherweise schlafen wir etwas seitlich liegend und gekrümmt ein», sagt Müggler. Mit dem Test sollte unter anderem geprüft werden, welche Zonen eines Textils auf welche Art beansprucht werden. Dazu sagt die Textilforscherin: «An den Knien, Ellenbogen und am oberen Rücken dehnt sich der Stoff besonders stark aus. In den Kniekehlen, in der Armbeuge oder am Bauch faltet er sich zusammen.» Dieses Wissen sei wichtig für den Designprozess.

Ein zentraler Punkt der Untersuchung betrifft auch das Temperaturempfinden von Mann und Frau. Frauen frieren öfters, auch schwitzen sie an anderen Stellen als Männer. Ist es bei der Frau das Brustbein, so ist es beim Mann der Bauch oder das Kreuz. «Dort wo Wärme nötig ist, sollte ein Textil Wärme einschliessen und den Körper vor Zugluft schützen. An zu kühlenden Stellen soll es ein luftdurchlässiges Material sein. An Stellen, wo besonders viel Schweiss entsteht, muss der Stoff die Feuchtigkeit absorbieren können», sagt Müggler. Die Tests haben zudem ergeben, dass die Mehrheit der Probanden natürliche Materialien wie Baumwolle als Stoff für ein Pyjama bevorzugt.

«Ein Viertel der Bevölkerung hat kalt»

Die neu entwickelte Schlafbekleidung ist das Ergebnis eines interdisziplinären Forschungsprojekts der Hochschule Luzern mit der EMPA sowie dem Start-up-Unternehmen Dagsmejan aus St. Gallen. «Schlaf ist das wichtigste Mittel für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Das Ziel von Dagsmejan ist es, das gesamte Schlaf-Ökosystem zu optimieren, von innen nach aussen», sagt Catarina Dahlin, Geschäftsführerin von Dagsmejan.

Geplant sind Pyjama-Produktlinien in drei Varianten – The Right Degree, Stay Cool und Extra Warm. Die richtige Temperatur ist ein wichtiger, aber oft unterschätzter Erfolgsfaktor für einen guten Schlaf. «Ein Viertel der Bevölkerung hat während der Nacht eher zu kalt, ein Drittel eher zu warm. Hier können wir Lösungen bieten», so Dahlin. Das Pyjama The Right Degree sorgt dafür, dass der schlafende Körper während der ganzen Nacht in der klimatischen Komfortzone bleibt – nicht zu warm und nicht zu kalt. Feuchtigkeit wird vom Körper wegreguliert, integrierte Ventilationszonen sorgen für eine hohe Atmungsaktivität. Ein Pyjama-Set ist zu einem Preis von 158 bis 178 Franken erhältlich.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus W. am 08.03.2018 07:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das weiss jedes Kind

    Im Winter ein Calida Pijama, im Sommer ein T-Shirt und Boxer Short, das kommt auch hin. Dafür brauchts keine staatlich bezahlten Forscher.

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  • Ursi am 08.03.2018 07:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mikroplastik in Meeren

    Die Forscher wollen nun Pijamas aus synthetischen mulitifunktionalen Fasern herstellen. In 10 Jahren sagen und die gleichen Forscher, man solle Baumwollpijamas tragen wegen dem vielen Mikroplastik in den Weltmeeren, das durch das Waschen via Flüsse dorthin gelangt.

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  • Jolanda S. am 08.03.2018 07:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ich habe es am einfachsten

    denn ich schlafe prinzipiell immer blutt!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lena am 08.03.2018 16:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pischi

    Es gibt auch bei Calida solche Funktions Pyjamas. Habe letztens eines für meinen Mann gekauft, da er immer warm hat. Er ist sehr zufrieden damit.

  • alice am 08.03.2018 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Baumwolle

    ich habe immer noch alte 40 Jahre alte Nachthemnden Echt Baumwolle !das gabs damals noch !heute gibt es nur noch Luxus Baumwolle!und ist nur 27 Prozent enthalten !ich Koche Sie immer und sind noch wie Neu!

  • latifa am 08.03.2018 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Bio Baumwolle und fertig

    Chemie und Nano einarbeiten, oder was?

  • morganit am 08.03.2018 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    die Welt braucht schlicht und einfach nicht noch mehr solchen Mikrofaserschrott der sich schlussendlich in unserer Umwelt und Trinkwasser ablagert.

    • Batwoman am 08.03.2018 23:07 Report Diesen Beitrag melden

      Naturfasern

      Ist eben aus Naturfasern gemacht.... ich habs im kickstarter ergattert

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  • Moni Fischli am 08.03.2018 09:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Baumwolle ist das Zauberwort

    Ich hatte Microfaser Leintücher,da hatte ich so nervöse hitzige Beine,also ging ich zum Arzt.Dann zum Spezialiest für Durchblutung,nachher musste ich zum Neurologen.Dann hat man mir Medikamente verschrieben,als ich den BPZ gelesen hatte,musste ich sagen nein die nehme ich nicht.Seit ich wieder die alten Baumwoll Leintücher habe ists OK.