Verurteilt

26. Dezember 2017 11:47; Akt: 26.12.2017 18:15 Print

Raser knipst bei 200 km/h Bild vom Tacho

Weil er mehrmals viel zu schnell gefahren war, hat das Luzerner Kriminalgericht einen Raser (26) verurteilt. Auf der A2 zückte der Mann bei 200 km/h gar das Handy.

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Auf der A2 zückte der 26-Jährige zwischen der Verzeigung Wiggertal und der Ausfahrt Reiden das Handy. (Bild: Screenshot Google Street View)

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Das Luzerner Kriminalgericht hat einen Raser zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten bei einer dreijährigen Probezeit verurteilt. Der 26-jährige Schweizer war mehrmals viel zu schnell mit dem Auto unterwegs und hatte dieses auf eine gefährliche Art und Weise gelenkt.

Wiederholt viel zu schnell unterwegs

Die Staatsanwaltschaft warf dem Beschuldigten vier Vorfälle vom Winterhalbjahr 2014/15 vor: Beispielsweise in Willisau fuhr der Raser sein auf unzulässige Art und Weise aufgepepptes Auto mit 144 statt den maximal zulässigen 80 km/h über die Hauptstrasse. In einem weiteren Fall war er in Schötz auf einer zum Teil unübersichtlichen Strecke mit 125 statt 80 km/h unterwegs. Dabei fuhr er zu wenig rechts und schnitt die Kurven.

In Romoos liess der Autofahrer auf schneebedeckter Fahrbahn absichtlich das Heck seines Autos ausbrechen, schnitt auch hier die Kurven und fuhr zu wenig rechts. Auch auf der Autobahn war der Mann zu schnell: Auf der A2 brauste der Mann zwischen der Verzweigung Wiggertal und der Autobahnausfahrt Reiden mit 200 statt den maximal erlaubten 120 km/h.

Zudem zückte er während dieser Raserfahrt sein Handy, um ein Foto vom Tacho zu machen: Der Mann hat «durch das Bedienen des Mobiltelefons zwecks Fotoaufnahme die geforderte Aufmerksamkeit vermissen lassen», heisst es im Urteil des Kriminalgerichts. «Er hat damit das Fahrzeug absichtlich nicht beherrscht und eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen», schreibt das Gericht weiter.

Raser fährt jetzt Bike-Rennen

Das Kriminalgericht verurteilte den Beschuldigten wegen qualifizierter und grober Verletzung elementarer Verkehrsregeln, wegen Nichtbeherrschens des Personenwagens, wegen ungenügenden Rechtsfahrens und wegen des fahrlässigen Führens eines Personenwagens in nicht vorschriftsgemässem Zustand. Der Autofahrer war geständig und akzeptierte auch die beantragte Strafe. Der Einzelrichter verurteilte ihn deswegen im abgekürzten Verfahren.

Das Verhalten des Rasers wird als «rücksichtslos» beurteilt. Im Urteil wird darauf verwiesen, dass schon 2013 der Führerschein des Beschuldigten wegen einer Geschwindigkeitsübertretung annulliert worden ist.

Anerkannt wird aber auch, dass der Raser sich selbstkritisch mit seinen Taten auseinandersetze und sich nun auf Bikerennen konzentriere: «Er trainiert täglich und bestreitet an den Wochenenden Rennen. Dies gibt ihm die Möglichkeit, sich auf legalem Wege Anerkennung zu verschaffen und seine Grenzen auszuloten», schreibt das Kriminalgericht. Zudem bestätigt ein verkehrspsychologisches Gutachten seine Fahreignung, und er hat seit dem Sommer wieder einen Lernfahrausweis.

(gwa/sda)

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