Lawine in Engelberg

09. Dezember 2012 15:21; Akt: 10.12.2012 09:03 Print

Elf Freerider verschüttet - zwei Verletzte

Bei Engelberg ist am Sonntag eine Lawine niedergegangen. Elf Personen wurden verschüttet, zwei wurden dabei leicht verletzt. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

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Im Gebiet Laub in Engelberg ist am Sonntag um 11.05 Uhr eine Lawine niedergegangen. Am Nachmittag teilte die Polizei mit, dass dabei wohl elf Personen verschüttet worden seien. Zehn der Verschütteten konnten sich selber aus den Schneemassen befreien, ein weiterer wurde von den anderen gerettet. Ein 45-jähriger Schwede wurde mit mittelschweren Verletzungen in ein Spital geflogen. Ein 36-Jähriger, ebenfalls schwedischer Staatsangehöriger, begab sich leicht verletzt von selber in Spitalpflege.

Sieben dieser Personen gehörten einer geführten Gruppe an, die sich trotz einer laut Bulletin erheblichen Lawinengefahr ins Gebiet wagte. Nun untersucht die Staatsanwältin Sandra Christen, warum die Lawine niederging und wer sie allenfalls ausgelöst haben könnte. «Je nachdem ergeben sich strafrechtliche Aspekte.» Sie bestätigte, dass die Rolle des betreffenden Gruppenleiters ebenfalls geprüft werde. Laut Christen ist das Freeriden im Gebiet Laub nicht verboten.

Obwohl keine offizielle Vermisstmeldung vorlag, suchten die Rettungskräfte bis zum Eindunkeln weiter nach Verschütteten, wie die Staatsanwaltschaft des Kantons Obwalden am Nachmittag mitteilte.

Erhebliches Lawinenrisiko

«Ich fuhr gerade mit der Bahn hoch, als unter mir plötzlich die Lawine runterging. Es war ein recht grosser Anriss», sagt ein Leser-Reporter gegenüber 20 Minuten Online. Als er ausgestiegen sei, habe er über das Funkgerät einer Rettungskraft zufällig mithören können, dass mehrere Personen verschüttet worden seien. Drei Rega-Helikopter seien vor Ort im Einsatz, zudem suchten mehrere Lawinenhunde nach den Vermissten.

Tatsächlich soll der Lawinenkegel rund 300 Meter breit gewesen sein und auf einer Länge von rund 800 Metern niedergegangen sein. «Das Gebiet Laub ist bei Freeridern bekannt. Engelberg gehört zu den ultimativen Freeride-Destinationen der Alpen. Abfahrten wie Laub sind einmalig», wirbt etwa Engelberg Mountain Guide auf seiner Homepage. Um die Freerider über die Lawinengefahr zu informieren, hängen die Titlisbahnen jeweils an mehreren Infopoints das aktuelle Bulletin aus: Für Sonntag war das Lawinenrisiko als erheblich eingestuft worden.

Wolfgang Wörnhard, Geschäftsführer des Bergführerverbandes, sagt, das Lawinenbulletin gäbe eine Warnung über die Gefahr in einer bestimmten Region ab. Bergführer seien dazu ausgebildet, sich lokal ein eigenes Bild über die Gefahr zu machen. «Davon hängt ab, ob man eine Tour macht oder nicht.»

Auch ein Leichtverletzter bei Lawinenniedergang im Wallis

Überdies ist auch in Verbier VS am Sonntagmorgen eine Lawine niedergegangen. Das Schneebrett ging am Col des Mines in die Tiefe und riss zwei junge Briten mit sich. Die zwei hatten zusammen mit einer jungen Frau die markierten Gebiete verlassen. Der 24-Jährige wurde dabei leicht verletzt. Sein 22-jähriger Partner erlitt keine Verletzungen.

Nach Angaben des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung herrscht in beiden Gebieten erhebliche Lawinengefahr.



(mme/kri/jam)

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