«Taxito»

12. August 2015 05:57; Akt: 12.08.2015 05:57 Print

SMS-Autostopp ist auf Expansionskurs

von Angela Schwery - Das neue Mitfahrsystem «Taxito» in Luzerner Hinterland hat Erfolg: Bald werden weitere Gebiete mit dem modernen Autostopp-Prinzip bedient.

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Good News für alle Pendler in Randgebieten: Dank des Projekts Taxito wurden Bewohner in dünn besiedelten Regionen im Westen Luzerns, direkt an der Grenze zum Kanton Bern, mobiler. Das neue Mitfahrsystem wurde Anfang Juni in Betrieb genommen. Seither wird Taxito für ein Jahr lang in einem etwa 20 Quadratkilometer grossen Gebiet einschliesslich Luthern, Zell, Willisau und weiteren Gemeinden als Pilotprojekt getestet.

Das Prinzip von Taxito ist einfach: Wer mitgenommen werden will, sendet von einer speziellen Haltestelle aus eine SMS mit seinem Fahrziel an eine Onlineplattform. Ein Lämpchen auf einer Anzeige an der Haltestelle signalisiert dann den Autofahrern, wohin der Wartende mitgenommen werden will. Der Fahrgast quittiert die Mitnahme, indem er die Autonummer ebenfalls per SMS ans System meldet. Eine Fahrt kostet den Passagier pauschal zwei Franken. Davon geht ein Franken an den Fahrer.

Erfreuliche Ergebnisse

Nach gut zwei Monaten sind die Organisatoren des Projekts erfreut über den bisherigen Erfolg von Taxito: «Der Pilot ist gut angelaufen. Wir konnten bis jetzt ein durchaus positives Echo erleben. Wir freuen uns auch, dass es auf grosses nationales Interesse stösst», so Christoph Zurflüh, Sprecher des Verkehrsverbunds Luzern VVL. Im kommenden Mai würde man eine detaillierte Auswertung vornehmen und danach entscheiden, wie es mit Taxito im Kanton Luzern weitergehen soll.

Nutzer tragen zur Weiterentwicklung bei

Auch Martin Beutler, Initiant von Taxito, ist zufrieden mit der Testphase: «Bisher liegen wir über den Erwartungen.» In den vergangenen zwei Monaten verzeichnete Taxito bereits weit über 100 vermittelte Fahrten und rund 90 Registrationen. Auch Beutler erhielt viele Feedbacks: «Ich bekam Anrufe von Bewohnern aus der Region, welche Freude an Taxito haben und es rege nutzen. Oftmals hatten sie aber auch Verbesserungsvorschläge, welche wir sehr gerne entgegennahmen.» Etwa sei die Beleuchtung der Tafeln anfangs nicht hell genug gewesen.

Ausweitung des Gebiets

Bald ist eine Erweiterung der Taxito-Region geplant: «Ab dem 11. September wird die Gemeinde Grossdietwil ans Systemgebiet angeschlossen», so Beutler. Diese Ausweitung sei laut Beutler aber nicht als Pilot zu verstehen, sondern geschehe auf Eigeninitiative der Gemeinde.

Auch eine Erweiterung in die Westschweiz und sogar über die Schweizer Grenze hinaus ist laut Beutler bereits geplant: «Am 5. Oktober werden wir eine ganze Taxito-Linie in Betrieb nehmen. Diese wird von La Chaux-de-Fonds über Le Locle bis in die französische Gemeinde Morteau.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Qsi am 12.08.2015 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geniales Konzept,

    und wenn sich die Infrastrukturkosten damit amortisieren lassen, dann könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass das System sogar gesamtschweizerisch Schule macht und die völlig überteuerten Taxis in diesen Regionen verdrängt. Würde es auf jeden Fall nutzten, sowohl als Fahrer, wie auch als Mitfahrer.

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  • youveDone am 12.08.2015 07:41 Report Diesen Beitrag melden

    Schwyz

    Nun fehlts nur noch im Kanton Schwyz. Da gäbs ein zwei Orte wo es durchaus Sinn macht.

  • Werner Podolak am 12.08.2015 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    ÖV adee

    Ab neuem Fahrplan ist Grossdietwil nicht mehr in einer "normalen" Reisezeit aus Richtung Luzern/Willisau erreichbar. Nach 7 Jahren ÖV muss ich auf das Auto umsteigen und werde bestimmt Leute mitnehmen. PS für die Kritiker: Habe Insassenversicherung und eine Madame werde ich nicht entführen. Wäre der Absender Girl gewesen ja dann ... ;-) Was mir fehlt bei der Angabe https://ist eine Kartenansicht, aber verbessern kann man sich ja alleweil.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kopf einschalten am 12.08.2015 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augen auf

    Wann hört das endlich auf mit diesen 'grau-Zonen-Projekten'. Mir wurde in der Kinderstube beigebracht niemals Autostopp zu machen aus Sicherheitsgründen. Selbst wenn die Autonummer registriert ist, hält das jemanden mit unschönen Absichten wahrscheinlich wenig zurück. Genau so mit den Versicherungen, wer bezahlt bei Schaden, Verunreinigung des Autos etc...... Wenn etwas passiert kommt dann aber der grosse Schrei? Macht sich die heutige Gesellschaft gar keine Gedanken mehr? Hauptsache alles fast gratis, koste was es wolle?

    • luthern fan am 13.08.2015 21:57 Report Diesen Beitrag melden

      Kopf einschalten

      wenn sie in Luthern wohnen würden wären sie kaum am mekern, sondern dankbar für diese Mitfahrgelegenheiten und das nicht der Geldes wegen....

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  • dw am 12.08.2015 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn das UBER wäre

    Ja ja und UBER wird zerfetzt. ARV2 wobei das ja an hand der SMS gut zu überprüfen ist ob die Fahrt regelmäßig sind.

  • Werner Podolak am 12.08.2015 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    ÖV adee

    Ab neuem Fahrplan ist Grossdietwil nicht mehr in einer "normalen" Reisezeit aus Richtung Luzern/Willisau erreichbar. Nach 7 Jahren ÖV muss ich auf das Auto umsteigen und werde bestimmt Leute mitnehmen. PS für die Kritiker: Habe Insassenversicherung und eine Madame werde ich nicht entführen. Wäre der Absender Girl gewesen ja dann ... ;-) Was mir fehlt bei der Angabe https://ist eine Kartenansicht, aber verbessern kann man sich ja alleweil.

    • Mitfahrer am 12.08.2015 22:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      gewerbsmäßig

      Und bezahlt die Insassenversicherung auch wenn das ganze als gewerbsmäßig eingestuft wird? Wohl kaum.

    • Werner Podolak am 13.08.2015 14:36 Report Diesen Beitrag melden

      Insassenversicherung

      Antwort an Mitfahrer: Wenn das als gewerbsmässig gälte, brauchte ich wohl eine Taxi-Prüfung und damit würde dieses Projekt auch gleich sterben. Allenfalls Juristen-futter.

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  • Urs Leutwiler am 12.08.2015 11:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haftung?

    Shared economy ist der grosse Trend. Und man spart ja soooo viel Geld. Wer aber haftet bei einem Unfall mit Insassenschaden? Der Fahrer, welcher für 1.-- Fr. einen Taxidienst anbietet? Die Firma? Der Kunde? Was ist bei Grobfahrlässigkeit (Alkohol)?

  • Madame am 12.08.2015 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    Entführungen

    ich frage mich nur wie lange es geht dass jemand entführt wird...

    • Enzo am 12.08.2015 08:34 Report Diesen Beitrag melden

      Bereits vorgebeugt

      Ich verstehe Ihre Befürchtung. Jedoch wird die Autonummer durch das System erfasst. Somit ist jeder, welcher einen Fahrgast mitnimmt registriert. Aus diesem Grunde sinkt das Risiko für eine Entführung. Ich finde dieses System recht gut überdacht!

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