Kanton Uri

07. Februar 2018 05:48; Akt: 07.02.2018 05:48 Print

Behörden warnen vor zu hohem Schwanenbestand

Weil es am Urnersee immer mehr Schwäne hat, ruft der Kanton zum Verzicht auf das Füttern auf. Die Vogelwarte bestätigt zwar, dass Füttern ein Problem sein kann – aber nicht immer.

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«Fütterungen von Schwänen können zu einer unerwünschten Zunahme der Population und zu lokalen Konzentrationen führen», teilte der Kanton Uri am Dienstag mit. Deshalb ruft das Amt für Forst und Jagd dazu auf, dass Schwäne und auch andere Wasservögel nicht mehr gefüttert werden sollten.

Denn: «Höckerschwäne können Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen verursachen», sagt Jagdverwalter Josef Walker. Landet Schwanenkot auf den Wesen, könne das zu Verlusten beim Futtergras führen.

Werden die Tiere zusätzlich zum natürlichen Nahrungsangebot in der freien Wildbahn von Spaziergängern oder Tierliebhabern gefüttert, kann dies zu «zu einer Zunahme der Population und zu lokalen Konzentrationen führen», sagt Walker. «Wir sehen immer wieder, dass Tiere gefüttert werden», so der Jagdverwalter. Einen ungewollten Anstieg will man nun mit dieser Sensibilisierungsmassnahme verhindern. Aktuell seien es am Urnersee rund 20 Tiere.

«Wasservögel gut an hiesige Winterbedigungen angepasst

«Wenn sich zu viele Wasservögel im selben Gebiet aufhalten, kann es zu einem vermehrten Austausch von Parasiten kommen.» Dadurch könnten sich Krankheiten unter den Tieren verbreiten. Und auch zu «unliebsamen Begegnungen» mit Spaziergängern könne es kommen. «Wenn man den Höckerschwänen zu nahe geht und sie ihr Territorium verteidigen wollen, dann tun sie das auch.»

Sorge wegen mangelnden Futterquellen im Winter muss man aber nicht haben: «Wasservögel sind gut an die hiesigen Winterbedingungen angepasst.»

Wo zu intensiv gefüttert wird, entstehen Probleme

«Die Wasservögel, die hier den Winter verbringen, können problemlos in der Natur genügend Nahrung finden», sagt auch der Biologe Michael Schaad von der Vogelwarte Sempach. Aber: «Wenn Menschen ihnen Futter anbieten, dann nutzen sie das natürlich.»

Konflikte entstehen laut Schaad jeweils an jenen Orten, an denen zu intensiv gefüttert wird. «Dann sollte man versuchen, die lokale Konzentration der Vögel aufzulösen, indem man mit Füttern aufhört», sagt Schaad.

Keinesfalls verschimmeltes Brot oder Teigwaren

Der Biologe sagt jedoch auch, dass es Wasservögeln nicht schadet, wenn man sie massvoll füttert und es einem Spass macht: «Nimmt man bloss ein kleines Säckchen mit Brot mit, führt das kaum zu Problemen.» Es sei auch nicht so, dass Schwäne wegen des Brotes krank werden. Aber man müsse sehr darauf achten, dass das Brot einwandfrei ist: «Verschimmeltes Brot darf man keinesfalls verfüttern. Auch Teigwaren oder ähnliches darf man den Tieren nicht geben.»

Zu lokalen Konzentrationen kommt es trotz Sensibilisierungsmassnahmen jedoch immer wieder: So hat der Kanton Luzern erst vor kurzem bekanntgegeben, dass am Hallwilersee Eier aus Schwanennestern entnommen werden, um die den Bestand zu senken. In der Stadt Luzern setzt man auf erhöhte Holzbalken, damit die Tiere nicht so einfach vom Ufer auf das Trottoir gelangen können. Auch in Brunnen kam es wegen Überpopulationen schon zu Problemen. Im Kanton Nidwalden wurden deswegen Tiere auch schon zum Abschuss freigegeben.

(gwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cassandra am 07.02.2018 10:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verboten

    Man darf, laut Gesetz, die Schwäne auch nicht füttern geschätzte Behörden. Wie wärs mit einer Weiterbildung? Auch wenn es toll ist die Wasservögel zu füttern. Aber gut tut es ihnen nicht.

  • Ch. Mensch am 07.02.2018 07:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Platz für Tiere

    Ich sehe lieber Schwäne auf dem See als die Vermüller Gesellschaft.

  • Joey King am 07.02.2018 11:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und was ist mit Menschen?

    Gibt es nicht schon genug Menschen auf dieser Welt? Freue mich auf die negativen Bewertungen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lili am 07.02.2018 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aegerimeer

    Kippt doch den ganzen Strassenschnee in den See, wir in Aegeri haben schon lange kein Schwanenproblem mehr! Kein einziger bleibt. Die Behörden sagen der See ist zu sauber. Ich glaube aber, es hat mit der Salzlaake zu tun. Früher hatte es ünrigens Schwäne auf dem see gehabt. Seit wir jahrelang Salz reinkippen keinen mehr.

  • Kidi am 07.02.2018 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wiese

    Bei mir kann höchstens Schwanenkot auf der Wiese landen. Das stört mein Wesen

  • Andy am 07.02.2018 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach was...

    Ich warne vor zu hohem Menschenbestand. Danke

  • Werner Hofer am 07.02.2018 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Auch eine Warnung:

    Ich warne vor zu hohem Menschenbestand...

  • Maus am 07.02.2018 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Überbevölkerung

    Behörden warnen vor zu hohem Schwanenbestand? Aber gegen eine Überbevölkerung in der Schweiz tun sie nichts? Ich warte weiterhin auf die Umsetzung der MEI! Und zwar auf eine vollumfängliche!

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