Kanton Zug

21. Februar 2018 11:39; Akt: 21.02.2018 12:48 Print

Spiess-Hegglin muss im April vor Gericht

Das Zuger Strafgericht muss beurteilen, ob die ehemalige Zuger Kantonsrätin Markus Hürlimann (SVP) «wider besseren Wissens» eines Verbrechens beschuldigt hat.

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Die ehemalige Zuger Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin muss sich am 17. April vor dem Zuger Strafgericht verantworten. Sie ist wegen übler Nachrede, Verleumdung und falscher Anschuldigung angeklagt. Details aus der Anklageschrift dürften vor Prozessbeginn nicht publik gemacht werden, schreibt das Gericht.

Der Zuger Prozess hat Auswirkungen auf eine Verhandlung am Zürcher Obergericht. Die Zürcher Richter wollen zuerst das Resultat der Zuger Verhandlung abwarten, bevor sie ihrerseits den Prozess gegen «Weltwoche»-Autor Philipp Gut durchführen.

Gut wurde vom Zürcher Bezirksgericht bereits wegen übler Nachrede zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt. Er hatte geschrieben, dass sich Spiess-Hegglin die mutmassliche Schändung durch SVP-Kantonsrat Markus Hürlimann nur ausgedacht habe, um ihren Seitensprung zu vertuschen.

Urteil hat Auswirkungen auf anderen Prozess

Kommen die Zuger Richter zum Schluss, dass Spiess-Hegglin gelogen hat, erscheint Guts Artikel «Die fatalen Folgen eines Fehltritts» in einem neuen Licht – was wiederum Auswirkungen auf das Urteil in dessen eigenem Prozess hätte.

Der Vorfall, der die Justiz seit langem beschäftigt, ereignete sich an der Landammannfeier im Dezember 2014. Spiess-Hegglin ging am nächsten Morgen mit Unterleibsschmerzen ins Spital. Erinnern konnte sie sich gemäss eigenen Aussagen an nichts.

Ihr Kantonsratskollege Markus Hürlimann geriet daraufhin in den Verdacht, sie mit K.-o.-Tropfen gefügig gemacht zu haben. Hürlimann stritt einen Übergriff jedoch ab. Es habe zwar eine Annäherung gegeben, diese sei jedoch einvernehmlich gewesen. Das Verfahren gegen ihn wurde schliesslich eingestellt.

(sda)