Andermatt

12. Februar 2018 11:49; Akt: 12.02.2018 15:40 Print

Steinbock spurtet die Skipiste runter

Im Skigebiet Andermatt-Sedrun sichtete ein Leser-Reporter vom Sesselllift aus ein Steinbock: Das Tier rannte die Skipiste runter.

Im Video sehen Sie wie der Steinbock die Skipiste hinunter rennt. (Video:Leser-Reporter)
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Skifahrer oder Steinbock – wer ist schneller auf der Skipiste? Leser-Reporter Kurt Baumann hielt im Video fest, wie sich eines der alpinen Huftiere ins Skigebiet verirrt hatte.

Leser-Reporter Baumann verbrachte den letzten Mittwoch auf den Skis. Er erzählt: «Ich war gerade auf dem Lift, als ich ein Tier im Schnee sichtete. Und plötzlich lärmten die Leute los.» Er nahm sein Handy und filmte: «Es war ein Steinbock, der die Skipiste hinunter rannte. So etwas habe ich noch nie gesehen. Es war ein toller Moment», freut sich Baumann.

Im hohen Schnee ist es für Steinböcke mühsam

Auch Peter Indergand, Wildhüter im Kanton Uri, sagt, dass die Situation nicht alltäglich sei. Es könne mehrere Gründe geben, warum der Steinbock über die Piste rennt. «Derzeit ist die Schneedecke sehr hoch, deshalb ist es für ein einzelnes Tier mühsam, sich einen Weg zu bahnen. Möglicherweise wählte dieser Steinbock die Piste, weil sie präpariert und für ihn deshalb einfacher zu begehen ist.» Es könne auch sein, dass das Tier zu einer Futterstelle gelangen wolle, wo der Wind den Schnee wegweht:. «Dann muss das Tier von A nach B, und vielleicht führte dieser Weg über die Piste.»

In Graubünden wurden kürzlich Hirsche gefilmt, wie sie aus Hunger zum Fressen Ställe aufsuchten. Die Tiere wurden danach wegen Tuberkulose-Gefahr erlegt. Dass das hier auch der Fall war glaubt Indergand nicht: «Steinwild kann man nicht mit Hirschen vergleichen, sie werden nicht so zutraulich. In der Regel bleiben sie auch viel weiter oben, Hirsche kommen viel tiefer runter.»

Hirsche werden nicht aktiv gefüttert

Wie Hirsche hätten aber auch Steinböcke gerne Heu. Manchmal würden sie sich deshalb an freistehenden Heutristen bedienen, die Bauern eingerichtet haben. Aktiv gefüttert würden die Steinböcke aber nicht. Sollte der Winter allerdings noch weiter so hart bleiben, könnte sich dies in Absprache mit den Behörden noch ändern.

Im Kanton Uri leben rund 500 Steinböcke. Der Bestand ist laut Indergand in den letzten Jahren leicht zunehmend. Weil der Winter heuer aber härter und länger ist als sonst, sei jetzt mit einer Bestandesminderung zu rechnen.

(sw/mme)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Janine am 12.02.2018 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spiess umdrehen

    Bei diesem Lärm würde ich als Steinbock auch davonrennen. Finde es einfach tragisch dass die Wildtiere nirgends mehr Ruhe finden, überall Lärm und Gefahren. Einige Schneeschuhläufer und Skitourenfahrer gehen nebst den Skifahrern durch Wälder und Gebiete wo sich die Tiere gerne aufhalten. Baut nur noch mehr Bergbahnen, Nachtskifahren und Schlitteln damit sie gar keine Ruhe mehr finden. Hört endlich auf so egoistisch zu sein und denkt auch an unsere Tiere denn dies ist ihr Zuhause!Fuchs, Reh und Steinbock laufen auch nicht durch euer Wohnzimmer und machen Lärm, stressen euch. Tja wenn nur alles umgekehrt wäre würde der Mensch sein Verhalten sofort ändern. traurig

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  • annatina am 12.02.2018 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    macht mich traurig!

    Toller Moment, wenn ein Steinbock um sein Leben rennt? Wildtiere sollten im Winter ruhen können, da ihre Energiereserven bis im Frühling reichen müssen. Eine derartige Stressituation kann bis zur Verendung des Steinbocks führen. Liebe Leute, denkt darüber nach, bevor ihr euch über einen solchen seltenen Anblick freut!

  • Phil ziit am 12.02.2018 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich!

    Ein Steinbock hat sich in die Bergwelt verirrt...wird immer schlimmer! :)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • sc am 12.02.2018 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kann vorkommen

    und jetzt? man ist halt in der Natur, und wir nehmen den Tieren Platz weg, also kommen sie halt in die Zivilisation

  • Rosen Stöckli am 12.02.2018 16:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Der Mensch ist das schlimmste Untier. Jeglicher Lebensraum für Tiere wird zerstört.

  • carmen diaz am 12.02.2018 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    na wenn das keine news...

    ...ist, dass tiere im winter über pisten laufen und rennen, dann weiss ich auch nicht. der weltfrieden muss ausgebrochen sein und keiner hat mir bescheid gegeben...

  • Ruth Fahrni am 12.02.2018 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unmöglich

    Und sowas kommt in der Zeitung... ich glaub ich spinne.

  • Mutzli am 12.02.2018 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    Das Steinbock?

    Dass er angeblich - gemäss Einleitung "ein" Steinbock sah, kann nicht sein. Er sah ein Steinböckli. Denn sonst hätte er "einen" Steinbock gesehen.

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