Taxifahrer vor Gericht

15. Juni 2018 05:39; Akt: 15.06.2018 05:39 Print

Vergewaltiger muss sieben Jahre hinter Gitter

Das Luzerner Kriminalgericht hat einen Mann verurteilt, der sich an Kundinnen sexuell vergangen und eine Frau vergewaltigt hat. Er kriegt eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren.

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Die Opfer des Taxifahrers waren junge, alkoholisierte Frauen, die nachts mit dem Taxi nach Hause fahren wollten. Zur Last gelegt wurden ihm sechs solche Fälle aus den Jahren 2010, 2012 und 2016. Er hatte sich an den Kundinnen sexuell vergangen, eine von ihnen hatte er vergewaltigt. Das Gericht verurteilte den Mann, wie von der Staatsanwaltschaft beantragt, zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren.

Gemäss des am Donnerstag publizierten Urteils wurde der 45-jährige Pakistani wegen Vergewaltigung, fünffacher sexueller Nötigung und dreifacher Entführung schuldig gesprochen. In einem Fall wurde der Mann freigesprochen, da dieser bereits verjährt ist.

Täter wurde durch DNS-Spuren entlarvt

Die vergewaltigte Taxikundin, eine 18-jährige australische Austauschstudentin, war das letzte Opfer des Beschuldigten. Zwei Monate später wurde der Taxifahrer festgenommen und dank DNS-Tests der anderen Taten überführt.

In diesem Fall machte er sich der Vergewaltigung, der sexuellen Nötigung sowie der versuchten schweren Körperverletzung schuldig. Weil der Beschuldigte HIV-positiv ist, machte er sich neben dem Vergewaltigungsopfer auch gegenüber seiner Gattin, die nichts von der Infektion wusste, der versuchten schweren Körperverletzung schuldig. Angesteckt wurden die beiden Frauen nicht.

Vier weitere junge Frauen nötigte der Taxifahrer sexuell. Er berührte die Opfer, die auf dem Beifahrersitz sassen, an Brust, Beinen und Unterleib, teilweise auch unter der Wäsche. Bei dreien dieser Fälle machte er sich durch das Abweichen von der Route auch der Entführung schuldig.

Gratisfahrt angeboten

Der Verteidiger hatte mehrere Delikte geringfügiger als die Staatsanwaltschaft und das Gericht eingestuft. Er forderte für seinen Mandanten eine dreijährige, teilbedingte Freiheitsstrafe. Den Vorwurf der Entführung liess er nicht gelten, weil sein Mandant nur kurze Abstecher gemacht habe. Auch habe er verschiedentlich die Frauen nicht genötigt, sondern nur belästigt.

Fragen nur teilweise oder gar nicht beantwortet

Der Taxifahrer war am Prozess vom 30. Mai weitgehend geständig. Er habe grosse Fehler gemacht, sagte er. Sein Verhalten erklären konnte er nicht, und er beantwortete Fragen dazu teilweise nicht oder nur widersprüchlich.

Das Kriminalgericht untersagt dem Mann zudem, für die Dauer von fünf Jahren Taxifahrten anzubieten und durchzuführen. Die Verfahrenskosten, die der Beschuldigte übernehmen soll, betragen gegen 61'000 Franken. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(sda)