Mit 54 Jahren

22. Juni 2018 05:46; Akt: 22.06.2018 05:46 Print

Engelberger fährt mit dem Velo an die WM

von Daniela Gigor - René Joller ist am 9. Juni mit seinem Velo in Engelberg OW losgefahren und am Mittwoch in Kaliningrad angekommen. 1860 Kilometer. Am Freitag nun feuert er im Stadion die Nati an.

René Joller ist mit dem Velo täglich etwa 170 Kilometer weit gefahren, um an die WM in Kaliningrad zu gelangen.
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Der 54-jährige René Joller ist eine echte Sportkanone: Seine Hobbys sind Velofahren, Triathlon, Wandern und Langlauf. Gar einen Ironman hat Joller schon hinter sich gebracht: «Das war ein harter Triathlon-Wettkampf.» Auch nicht gerade eine gemütliche Spazierfahrt hat Joller gerade eben hinter sich. Am Samstag, 9. Juni schwang er sich in Engelberg aufs Velo, um nach Kaliningrad an die WM zu reisen, um vor Ort am Freitag die Partie Serbien – Schweiz zu verfolgen.

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Am Ziel eine Pizza und ein kühles Bier bestellt

Elf Tage später, am Mittwoch, 1860 Kilometer von Engelberg entfernt, ist Joller an seinem Ziel angekommen. «Ich habe sehr schöne Ort gesehen, wie etwa Leipzig, Bromberg in Polen oder einen traumhaft schön gelegenen Campingplatz für Kanufahrer und Radler in Ulm», sagt Joller. In Kaliningrad habe er sich zuerst eine riesige Pizza und ein kühles Bier gegönnt.

«Velofahren ist für mich eine Passion»

Joller war den ganzen Weg alleine unterwegs, bekleidet mit einem Trikot der Schweizer Nati. Unterwegs und in Hotels habe er immer wieder andere Schweizer getroffen. Joller: «Unterwegs haben mich noch Lastwagen des SRF überholt.» Zwei Mal musste er die Pneus an seinem Velo wechseln, weil die Strassen teilweise in schlechtem Zustand waren. «Das Velofahren ist für mich eine Passion, Erholung pur, da kann ich total abschalten», sagt Joller, der sein Geld als Software-Spezialist verdient und darum froh ist, ab und an vom PC wegzukommen. Im letzten Jahr fuhr Joller stolze 15'000 Kilometer mit dem Velo.

Joller fährt pro Tag 60 Kilometer zur Arbeit

Wen wundert es also, wenn Joller auch noch den Weg zur Arbeit mit dem Velo unter die Beine nimmt. Dafür radelt er pro Tag rund 60 Kilometer hin und her. Auch bei geschäftlichen Tätigkeiten im Ausland fehlt das Velo nicht: «Einmal bin ich von Polen nach Engelberg gefahren.» Nun wird er am Freitag den Match geniessen, in der Hoffnung, dass die Partie 3:1 für die Schweiz endet. Dann wird er wieder in die Pedale treten und nach Hamburg fahren. Dort wird er dann in den Zug umsteigen und sich gemütlich zurück nach Engelberg fahren lassen.