Auktion in Zug

15. Februar 2018 16:21; Akt: 15.02.2018 16:41 Print

Rekord-Bieter kauft drei Nummern für 424'000 Fr

«Queens007» hat am Mittwoch das Nummernschild «ZG 10» für einen noch nie dagewesenen Preis ersteigert. Es war nicht die einzige: Total kaufte er Nummern für fast eine halbe Million.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Zum Rekordpreis von 233'000 Franken ist am Mittwochabend die Autonummer «ZG 10» bei der Auktion des Zuger Strassenverkehrsamtes versteigert worden. Der Startpreis lag bei 30'000 Franken, der Mindesterhöhungsschritt bei 100 Fr.

Erster Tag: Zwei Bieter treiben den Preis auf 101'000 Fr.

Das Rennen um das Schild war ein regelrechter Showdown: Vier Bieter hatten den Preis in die Höhe getrieben. Dabei kam es zu zwei Duellen zwischen jeweils zwei Bietern. Am ersten Auktionstag am 8. Februar trieben «Ordnas» und «Redli» den Preis in etwas über einer Stunde auf 101'000 Franken. Offenbar gab «Ordnas» dabei ein Maximalgebot ab. Denn beim Bieten zeigte sich ein Muster: Zeitgleich mit jedem Gebot von «Redli» gab «Ordnas» jeweils ein Gebot ab, das 100 Franken höher lag.

Ausgesehen hat das so:
10:41:45 «Redli» bietet 35'000 Fr.
10:41:45 «Ordnas» bietet 35'100 Fr.
10:43:50 «Redli» bietet 40'000 Fr.
10:43:50 «Ordnas» bietet 40'100 Fr.

(... wir spulen etwas vor ...)

11:03:57 «Redli» bietet 95'000 Fr.
11:03:57 «Ordnas» bietet 95'100 Fr.
11:07:56 «Redli» bietet 99'900 Fr.
11:07:56 «Ordnas» bietet 100'000 Fr.
11:17:50 «Redli» bietet 101'000 Fr.

100'000 Fr. dürfte das Maximalgebot von «Ordnas» betragen haben, denn zeitgleiche Erhöhungsschritte gabs danach keine mehr.

Letzter Tag: Zwei neue Bieter steigen ein

Dann war es lange still – bis zum letzten Tag der Auktion am 14. Februar. Nach wenigen Geboten von «Redli» und «Ordnas» stieg knapp zwei Stunden vor Auktionsende «satoshinakamoto» ins Rennen ein. «Ordnas» hingegen schied bei 101'100 Franken aus. 68 Sekunden vor dem offiziellen Ende um 21 Uhr schaltete sich mit «Queens007» wie aus dem Nichts der letzte Kontrahent mit 115'000 Fr. ein. Gegen ihn hatte niemand eine Chance: «Redli» gab sich kurz darauf geschlagen.

Danach kam es zum Duell zwischen «satoshinakamoto» und «Queens007». Wegen der fortwährend eingehenden Gebote wurde die Auktion verlängert, wie man das etwa auch von ricardo.ch kennt.

21:00:26 «satoshinakamoto» bietet 120'000 Fr.
21:01:17 «Queens007» bietet 125'000 Fr.
21:01:55 «satoshinakamoto» bietet 130'000 Fr.
21:02:36 «Queens007» bietet 135'000 Fr.
(...)
21:13:11 «Queens007» bietet 163'000 Fr.
21:13:49 «satoshinakamoto» bietet 164'000 Fr.
(...)
21:39:20 «satoshinakamoto» bietet 200'000 Fr.
21:39:47 «Queens007» bietet 203'000 Fr.
(...)
21:46:47 «Queens007» bietet 230'000 Fr.
21:48:01 «satoshinakamoto» bietet 231'000 Fr.
21:48:30 «Queens007» bietet 233'000 Fr.

Nach 101 Geboten sicherte sich «Queens007» das Nummernschild für den Preis von 233'000 Franken. Das ist schweizweit ein absoluter Rekord. Erstaunlich: «Queens007» ersteigerte auch «ZG 18» für 128'000 Fr. und «ZG 63» für 63'000 Fr. Insgesamt gab «Queens007» am Mittwochabend also kurzerhand 424'000 Franken für drei Nummernschilder aus.

Mit rund 400'000 Franken gerechnet

«Wir sind im Kontakt mit diesem Kunden und haben das weitere Vorgehen besprochen», sagt Markus Feer, Leiter des Zuger Strassenverkehrsamtes. Wer die Nummern ersteigert hat, darf er nicht verraten: «Den Namen oder andere Angaben können und dürfen wir nicht öffentlich machen.» Der Bieter wolle anonym bleiben. Feer: «Diese Praxis wenden wir bei allen Mitbietenden an.»

Mit dem Rekordpreis habe man nicht gerechnet: «Ja, es übertrifft die Erwartungen», sagt Feer. «Wir haben uns zum Ziel gesetzt, 400'000 Franken pro Jahr einzunehmen. Ich bin überrascht, dass dies bereits mit der ersten Auktion übertroffen wurde.» Die nächste Auktion sei ab dem 22. März geplant. Möglicherweise kommt dann auch «ZG 1» unter den Hammer. Feer: «Bisher hat sich noch kein Interessent für ‹ZG 1› gemeldet. In die Auktion gelangt dieses Kontrollschild, wenn uns ein entsprechendes Angebot vorliegt.»

Bisheriger Rekordhalter war das Schild «VS» mit 160'100 Fr., für «SG 1» und «TI 1» wurden je «135'000» Fr. bezahlt, «AG 25» erzielte einen Preis von 70'000 Franken.

(gwa)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Donna M. am 15.02.2018 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Die einen werfen ihr Geld für ein Blechschild raus. (...) Die anderen wissen nicht, wie sie über die Runde kommen. Schöne reiche Schweiz.

    einklappen einklappen
  • Alex dEr Dankbare am 15.02.2018 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Sache

    Diese Auktionen finde ich echt eine gute Idee. Da kommt "ungefragt" richtig viel Kohle rein. Ist mir wesentlich lieber als die Schikane-Geschwindigkeits-Kontrollen um den Staatshaushalt aufzupolieren. Und scheinbar brauchen die Bieter das Geld nicht wirklich selber für lebensnotwendige Sachen. So kommt die Kohle wieder unters Volk statt auf ein Bankkonto.

    einklappen einklappen
  • Thomas Rieder am 15.02.2018 16:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur Grippekranke!!

    Wie dekadent ist das denn...........

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • schoggi69 am 15.02.2018 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    Diebstahlversicherung

    Frage mich nur ob dieser seine neuen Nummernschilder auch gegen Diebstahl versichert?!

  • Sarawak am 15.02.2018 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Äusserst grosszügig

    Ein grosses Danke schön an den Käufer der drei Nummern, er hat fast eine halbe Million Franken dem Kanton, somit der öffentlichen Hand gespendet. Solchen Leuten gehört gedankt.

  • fanki am 15.02.2018 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die einen

    müssen in der Schweiz jeden Rappen drehen das sie ihre Familie ernähren können, und Andere können für ein Stück Blech fast eine halbe Million hinblättern .Da soll mir noch einer sagen das sei normal.

  • Petersilie aus dem Thurgau am 15.02.2018 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    wau

    Wau, so eine tiefe Nummer für so viel Geld - und das im kleinen Kt. Zug mit gerade mal 10'000 eingelösten Autos ;) für mich als zh sind zg, sz, nw etc. so oder so nur bauernnummer die unsere strassen verstopfen und keinen chf in unsere Kassen zahlen. Vielleicht fährt er jetzt mit einer kleinen errektion herum!

  • Ezio_Auditore am 15.02.2018 18:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ach ja

    Wenn ZG10 soviel kostet ...wieviel würde dann ZH 10 kosten ? was denkt ihr ?