Neu im Ursprungs-Register

24. März 2015 17:40; Akt: 24.03.2015 18:28 Print

Zuger Kirschtorte steht jetzt unter Schutz

Genau 100 Jahre nach ihrer Erfindung in der Stadt Zug steht die Zuger Kirschtorte nun im Register der Ursprungsbezeichnungen: Jetzt darf sie nur noch in Zug produziert werden.

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Für die Herstellung der Zuger Kirschtorte darf ausschliesslich Zuger Kirsch oder Rigi Kirsch verwendet werden. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Ritterschlag für die Zuger Kirschtorte: Seit Dienstag ist sie im Register der Ursprungsbezeichnungen und geografischen Angaben eingetragen. «Wir freuen uns sehr über den Entscheid», sagt Bruno Heini, Präsident der Zuger Kirschtorten Gesellschaft und Inhaber der Confiserie Treichler, dem Erfinderhaus der Zuger Kirschtorte.

Wie eine Zuger Kirschtorte auszusehen hat, ist genau festgelegt: Gemäss dem am Dienstag vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) publizierten Pflichtenheft muss die Torte rund sein, mindestens 8 Zentimeter Durchmesser und eine maximale Höhe von 45 Millimetern aufweisen. Auch der Alkoholgehalt, der genaue Aufbau, die Mandel-Dekoration an den Seiten und das charakteristische Rautenmuster in der Puderzuckerschicht sind vorgeschrieben. Wegen der Auflagen wird laut Heini aber keiner der Zuger Kirschtortenhersteller seine Produktion umstellen müssen.

50'000 Kirschbäume im Kanton Zug

Für die Herstellung darf ausschliesslich Zuger Kirsch oder Rigi Kirsch verwendet werden. Die Herkunft des Kirschs war einer der Streitpunkte, die nach Auskunft des BLW vor der Einigung gelöst werden mussten. Dass jetzt nur noch Zuger oder Rigi Kirsch verwendet werden dürfen, führt laut Heini aber nicht zu einem Engpass: «Durch den Schutz der Kirschtorte wird es für die Landwirte sicherer, Kirschen anzubauen», so Heini. Rund 50‘000 Kirschbäume gebe es im Kanton Zug – viele davon würden wegen der fehlenden Abnahmegarantie derzeit nicht gepflegt. Dies dürfte sich laut Heini in Zukunft ändern.

Mit der Eintragung im Register der Ursprungsbezeichnungen und geografischen Angaben werden Gebietsnamen und traditionelle Bezeichnungen von landwirtschaftlichen Erzeugnissen geschützt, deren Qualität und Haupteigenschaften durch ihre geografische Herkunft bestimmt werden. Der Name darf nur von den Produzenten in dem Gebiet verwendet werden. Im Fall der Zuger Kirschtorte sind das die insgesamt 16 Hersteller im Kanton Zug. 14 von ihnen sind in der Zuger Kirschtorten Gesellschaft zusammengeschlossen, die die Eintragung beantragt hatte.

32 geschützte Produkte

Die Zuger Kirschtorte wurde 1915 in der Stadt Zug erfunden. Das Herstellungsverfahren ist seit 100 Jahren gleich geblieben, mit Ausnahme gewisser technischer Fortschritte und veränderten Zutaten. Auch der Kirschanteil ist seit der Erfindung stetig gestiegen: War der Alkohol zunächst nur ein Aromastoff, ist er heute ein wesentlicher Bestandteil der Torte. Im Kanton Zug werden pro Jahr etwa 250'000 Kirschtorten mit rund 15'000 Litern hochprozentigem Kirsch hergestellt.

Im Register der Ursprungsbezeichnungen und geografischen Angaben sind heute 32 Produkte eingetragen, darunter das Bündnerfleisch, das Walliser Roggenbrot oder der Glarner Alpkäse.

(sda)