Hitchhike

06. März 2018 16:10; Akt: 06.03.2018 16:10 Print

Carpooling soll verstopfte Zuger Strassen lichten

Der Kanton und die Stadt Zug setzen auf Carpooling: Damit sollen verstopfte Strassen und die Parkplatzsuche vermindert werden. Auch Firmen sollen beim Luzerner Startup mitmachen.

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Belegte Parkplätze und überfüllte Strassen sind der Ärger vieler Autofahrer. Um dies künftig zu vermindern, setzen der Kanton und die Stadt Zug auf ein neues Element: Sie sind eine Partnerschaft mit dem Startup Hitchhike eingegangen, um Fahrgemeinschaften zu fördern.

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Kanton und Stadt haben ihre Angestellten über die Möglichkeit informiert, dass sie über die Web-App Hitchhike.ch Fahrgemeinschaften bilden können. Sie haben dafür gut gelegene Parkplätze reserviert und an verschiedenen Orten Informationstafeln angeschlagen.

Kanton und Stadt unterstützen das Vorhaben ideell: Für die Steuerzahler entstehen keine Kosten, wie Kantonsplaner René Hutter und Stadtökologe Walter Fassbind am Dienstag an einer Pressekonferenz sagten. Rund 100 Anmeldungen sind seit dem Start im Februar eingegangen, fünf Fahrgemeinschaften haben sich gebildet, sagte Hitchhike-Mitgründer Jean-François Schnyder.

Jeder kann Fahrgemeinschaften anbieten und suchen

Bislang war das Angebot, bei dem auch das Zuger Kantonsspital mitmacht, auf Verwaltungsmitarbeiter und -standorte begrenzt. Seit Dienstag besteht nun eine für alle zugängliche Hitchhike Carpooling Region Zug. «Jeder, der in die oder aus der Stadt Zug fahren möchte, kann eine Fahrgemeinschaft anbieten oder suchen», sagt Schnyder.

Um sich nicht zu verzetteln, sind vorerst nur vier zentrale, oft aufgesuchte Standorte – wie etwa beim Bahnhof – definiert worden. Schnyder: «So erhöhen sich die Matching-Chancen, damit sich auch wirklich Fahrgemeinschaften bilden können.»

Firmen sollen beim Carpooling mitmachen

Ziel ist es nun, dass sich auch Unternehmen am Carpooling beteiligen. Entsprechende Gespräche, etwa mit Schindler und Siemens, sind gemäss Schnyder im Gang. Auch weitere Gemeinden aus der Region Zug sollen angesprochen werden.

Für Kanton und Stadt Zug ist klar, dass Fahrgemeinschaften ein weiteres Element sein könnten, um dem Verkehrswachstum zu begegnen. «Durch die vielen Zu- und Wegpendler haben wir insbesondere in den Hauptverkehrszeiten ein Problem. Carpooling könnte da helfen», sagt Kantonsplaner Hutter. «Heutzutage lernen sich Leute auf einer Vielzahl von verschiedenen Online-Netzwerken kennen – wieso sollte man sich nicht auch bei einer Autofahrt kennenlernen und dabei voneinander profitieren»

«Viele wechseln ab oder bringen ein Gipfeli mit»

Trotz verschiedener Versuche haben sich Fahrgemeinschaftskonzepte in der Schweiz noch nicht durchgesetzt. Stadtökologe Fassbind glaubt aber an einen Mentalitätswandel: Früher habe doch niemand auf sein eigenes Auto verzichten wollen. Angesichts voller Strassen, Staus und Zeitverlust lasse man es heute gerne stehen, sofern eine gute Alternative zur Verfügung stehe. Eine solche könnte laut Fassbind Carpooling durchaus sein.

Das 2011 gegründete Luzerner Startup HitchHike hat die App entwickelt, über die sich Fahrgemeinschaften bilden können. Anbieter und Mitfahrer finden sich in der Folge selber, auch was die Entschädigung betrifft. «Viele wechseln sich einfach beim Fahren ab oder bringen mal ein Gipfeli mit», sagte Schnyder. Eine eigentliche Bezahlung würden viele ablehnen, da sie die Strecke ja ohnehin fahren würden.

Finanziert wird das Startup durch Unternehmen, die sich beteiligen. Für den einzelnen Nutzer ist das Angebot kostenlos.

(sda/gwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • hubsy2005 am 06.03.2018 19:03 Report Diesen Beitrag melden

    ......öfter mal was Neues!

    Der allergrösste Schmarr`n! Wurde bereits vor Jahren schon mehrmals in Deutschland probiert und ist jedes Mal kläglich gescheitert. Unterschiedliche Arbeitszeiten (u.a. gleitende Arbeitszeiten), verschiedene Wohn- resp. Arbeitsorte, Frei- und Urlaubstage, unterschiedliche Grösse der Autos bei wechselnder Benutzung (wer nimmt wie viele Leute mit?), Mentalitätsprobleme, Essen + Trinken im Auto, etc. etc. etc.

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  • Philipp G am 06.03.2018 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    abwechseln? 

    ja klar, sicher lasse ich jemanden hinters steuer von meinem camaro.. gipfeli? in meinen autos wird nicht gegessen! ich fahre jede woche zig 100km hin und her, ich würde ja schon jemanden mitnehmen wens sein muss, aber dann wird sich auch am bleifrei beteiligt! ich fahre sowiso lieber alleine mit der musikalischen untermalung des V8, aber wenn ich eurer grünen ideologie schon helfen soll, dann sicher nicht gratis, ich muss schliesslich auch für jeden mist bezahlen...

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  • Knox am 06.03.2018 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Unzulässig

    Es kann ja nicht sein das jemand Oeffentliche Parkplätze mieten kann, die gehören doch allen sprich dem Steuerzahler. Ich würde mein Auto jederzeit dort abstellen. Und mich wehren bis vor Bundesgericht!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • BiChaDe am 11.03.2018 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fahrgemeinschaft

    Wir sind zu viert nach Bremgarten an die Schule und jedes al ist ein anderer mit seinem Auto gefahren... 3 Jahre lang haben wir das gemacht, war super :)

  • Mann am 06.03.2018 19:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heikel

    Ich nehme nur Frauen mit. Ich mag Herren Parfum nicht.

  • hubsy2005 am 06.03.2018 19:03 Report Diesen Beitrag melden

    ......öfter mal was Neues!

    Der allergrösste Schmarr`n! Wurde bereits vor Jahren schon mehrmals in Deutschland probiert und ist jedes Mal kläglich gescheitert. Unterschiedliche Arbeitszeiten (u.a. gleitende Arbeitszeiten), verschiedene Wohn- resp. Arbeitsorte, Frei- und Urlaubstage, unterschiedliche Grösse der Autos bei wechselnder Benutzung (wer nimmt wie viele Leute mit?), Mentalitätsprobleme, Essen + Trinken im Auto, etc. etc. etc.

    • Glas am 06.03.2018 22:47 Report Diesen Beitrag melden

      Glas

      Das Glas ist halb leer.

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  • Knox am 06.03.2018 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Unzulässig

    Es kann ja nicht sein das jemand Oeffentliche Parkplätze mieten kann, die gehören doch allen sprich dem Steuerzahler. Ich würde mein Auto jederzeit dort abstellen. Und mich wehren bis vor Bundesgericht!

    • Franz B am 06.03.2018 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Knox

      Wegen Egoisten wie Dir, gibts ja erst Stau

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  • Userin am 06.03.2018 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie suchen?

    Vielleicht (resp. hoffentlich) mache ich etwas falsch, aber als ich vor einiger Zeit einen HitchHike-Account errichtet habe, stand bei mir nur immer, dass ich zuerst Fahrten anbieten müsse bevor ich suchen könne. Obwohl ich das gemacht habe, konnte ich keine Anbieter suchen. Hab es nun schon lange nicht mehr getestet, aber kennt jemand dieses Phänomen? Danke!