Stadt Zürich

18. Mai 2017 11:28; Akt: 18.05.2017 11:28 Print

«24 Stunden Baulärm – an Schlaf ist nicht zu denken»

Die Baustelle bei der Haltestelle Stauffacher raubt den Anwohnern den Schlaf. Besserung ist vorerst keine in Sicht – im Gegenteil.

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«Wir sind am Verzweifeln», sagt eine 20-Minuten-Leserin, die bei der Haltestelle Stauffacher wohnt. Grund ist die Grossbaustelle, die dort seit Anfang Mai für Lärm sorgt. «Die Bauarbeiten laufen täglich 24 Stunden – an Schlaf ist hier gar nicht zu denken», so die Anwohnerin. Man akzeptiere ja in der Nachbarschaft, dass die Tramhaltestelle umgebaut werden müsse. Aber: «Wenn der Presslufthammer mitten in der Nacht zum Einsatz kommt, fehlt bei den Anwohnern jegliches Verständnis.»

Mit Sicht auf die Dauer der Baustelle sehe sie schwarz. «Ich habe Angst, wenn ich daran denke, dass wir bis Dezember nur maximal drei Stunden pro Nacht schlafen können – und im Sommer können wir nicht mal das Fenster öffnen», sagt die Anwohnerin. Sonst müsse man sich gar überlegen, ob man temporär wegziehen wolle. «Soviel ich weiss, gibt es auch mehrere Anwohner, die mit einem Anwalt an einem Schreiben für die Stadt Zürich arbeiten», so die Anwohnerin.

Das Schlimmste steht noch bevor

Laut Stefan Hackh, Leiter Kommunikation beim Tiefbauamt der Stadt Zürich, wird so ein Schreiben wenig Auswirkung auf die Baustelle haben: «Wir haben im Voraus angekündigt, dass es während der Nacht zu Arbeiten kommen wird und haben dafür auch die entsprechenden Bewilligungen.» Er verstehe den Unmut der Anwohner – viele Arbeiten an den Gleisen müssten aber in der Nacht erledigt werden, da die Trams dann nicht fahren.

«Eine der wichtigsten Tramstationen der Stadt lahmzulegen, ist keine Option», sagt Hackh. Und auch Besserung ist vorerst nicht in Sicht. «Beim sogenannten Gleisschlag wird es für zwei Wochenenden sehr laut», so Hackh. Danach würde der Lärm in der Nacht aber stetig abnehmen. «Für die Anwohner gilt das Motto Augen zu und durch», sagt Hackh, der selber in der Stauffacher-Region wohnt.

Umsatzrückgang bei Restaurant

Dieses Motto entspricht auch der Denkweise von Francesco Baumgartner, Geschäftsführer der Tschingg AG, die ein Restaurant beim Stauffacher führt: «Baustellen sind nie etwas Erfreuliches, aber diese Erneuerungen müssen schliesslich gemacht werden.» Er müsse wegen den Bauarbeiten für mehrere Tage im Juni gar die Terrasse schliessen. «Natürlich führt dies zu einem Rückgang beim Umsatz und den Kunden», so Baumgartner. Die Bauarbeiter nähmen aber während dem Mittag- und Abendgeschäft so gut wie möglich Rücksicht mit den Bauemissionen. Auch der Austausch mit den Bauarbeitern sei stets positiv und man sei im Voraus auch gut informiert worden.

(wed)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ausgezogener am 18.05.2017 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Zeit zu gehen

    Verlasst ihn doch, den Moloch 'Züri'. Kehrt den Städten, in denen es sich nicht mehr angenehm Leben lässt, und dazu gehört auch das Schlafen, den Rücken zu. Ich hab's getan und bis heute nicht bereut.

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  • Keijo am 18.05.2017 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und auf der Autobahnbaustelle?

    Dort könnte man ja 24/7 arbeiten. Aber denkste, an Wochenenden und Feiertagen gähnende Leere. So viel zu schweizer Effizienz.

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  • eine Leserin am 18.05.2017 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Die Stadt muss man halt lieben.

    Leute seid froh Ihr habt eine Wohnung in der Stadt im Zentrum das ist gold wert, ansonsten auf dem land ists schön ruhig..und nicht teuer..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • supernova am 18.05.2017 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    lärmig

    habe wir gerade mehr oder weniger hinter mir. 3 monate wurden die tramgleise bei der haltestelle bäckeranlage erneuert. jetzt machen sie noch den belag neu richtung helvetiaplatz. wochenlang lärm und am wochenende die ganze nacht durchgearbeitet. war höllisch, hat sich aber gelohnt, denn die trams quitschen jetzt nicht mehr.

  • Hildi am 18.05.2017 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    Heisse Sommernöchte und Baulärm 24 Std.

    War vor 2 Jahren am Albisriederplatz auch so. Dann ausgerechnet noch die ganze hochsommerliche Zeit über, wo man nachts erstickt, wenn man das Fenster schliesst. Es war grauenhaft. Suche schon lange eine andere Wohnung, weil es immer lauter wird. Jetzt wieder die Autos und Motorradfahrer,mdie im Sommer besonders gerne aufdrehen, egal ob sie fahren, stehen oder losfahren.

  • Markus Eggenberger am 18.05.2017 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aktion gleich Reaktion

    Naja, wer wollte Steuergelder für den Öffentlichen Verkehr, dessen Ausbau, das es schnell geht? Wer war dafür? Das Einte führt zum Anderen. Aktion gleich Reaktion.

  • Land Bewohner am 18.05.2017 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Lärm-Terror

    "Wir haben im Voraus angekündigt, dass es während der Nacht zu Arbeiten kommen wird und haben dafür auch die entsprechenden Bewilligungen." Das berechtigt dann, die Anwohner ein Jahr lang mit Lärm zu malträtieren? Bin ich froh habe ich ein Haus mit viel Umschwung auf dem ruhigen Lande mit unverbaubarer Hanglage...

  • Zöri Horner am 18.05.2017 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es muss sein

    Lieber den Baulärm als die Kiffer/Alk Party Schreier auf der Strasse. Nachts kann ohne gross störende "Überbevölkerung" gebaut werden.