Strichplan Zürich

26. November 2012 19:42; Akt: 27.11.2012 16:14 Print

«Bis jetzt müssen 15 Freier eine Busse bezahlen»

von M. Sommerhalder - Prostituierte müssen ein Billett lösen, Salonbetreiber brauchen einen Businessplan. Polizeivorsteher Daniel Leupi zum Vorhaben der Stadt Zürich, das älteste Gewerbe legaler zu machen.

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«Ab diesem Tag wird es auf dem Sihlquai keinen Strassenstrich mehr geben.» Stadtrat Daniel Leupi über die Einweihung der Sexboxen. (Bild: Keystone)

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Im Zürcher Prostitutionsgewerbe wird vieles neu. Was sind die wichtigsten Änderungen?
Daniel Leupi: Ab dem Januar 2013 brauchen Salonbetreiber und Strassenprostituierte eine Bewilligung. Strassenprostituierte müssen volljährig und krankenversichert sein. Zusätzlich werden sie in einem obligatorischen Gespräch mit der Frauenberatung Flora Dora über ihre Rechte und Pflichten aufgeklärt. Salonbetreiber brauchen eine Baubewilligung und müssen uns ein Betriebskonzept vorlegen. Sie sollen ihren Prostituierten faire Arbeitsbedingungen bieten, sie vor Gewalt schützen und ihnen gratis Präventionsmaterial zur Verfügung stellen.

Diese strengeren Vorschriften werden wohl nicht alle Salons erfüllen können.
Davon gehen wir aus. Momentan gibt es in der Stadt Zürich etwa 300 Salons. Einige davon werden sicher schliessen oder sich einen neuen Standort suchen müssen.

Neu müssen Strassenprostituierte der Stadt pro Tag eine Gebühr von fünf Franken zahlen. Wie funktioniert das?
Sie werfen das Geld in Billettautomaten, die in den Zürcher Strichzonen stehen. Dafür erhalten sie ein Billett, das sie der Polizei bei Kontrollen jederzeit vorweisen müssen. Sonst droht ihnen eine Busse von 450 Franken.

Was sollen diese Gebühren den Prostituierten bringen?
Der Status der Prostituierten wird mit der Bewilligung aufgewertet. Ihr Gewerbe wird gleich behandelt wie alle anderen Gewerbe. Zudem sehen wir durch die Gespräche bei Flora Dora, wo es Probleme gibt und werden schneller auf Menschenhandel aufmerksam.

Im August 2013 wird in Zürich-Altstetten ein Strichplatz eingeweiht. Was ändert sich ab diesem Tag?
Ab diesem Tag wird es auf dem Sihlquai keinen Strassenstrich mehr geben. Die zwölf Kilometer Strichzonen in der Stadt werden stark reduziert. Strassenprostitution wird nur noch im Niederdorf, in der Brunau und auf dem neuen Strichplatz erlaubt sein. Auf diesen Zeitpunkt werden auch die Strichzeiten im Niederdorf auf vier Stunden pro Tag verkürzt ausgeschrieben.

Die Anwohner des neuen Strichplatzes in Altstetten werden wohl weniger begeistert sein.
Wir werden alles für ihre Sicherheit tun. Die Polizei wird um den Strichplatz sehr präsent sein, bei Problemen greift sie sofort ein.

Bereits seit diesem Sommer werden die Freier belangt, wenn sie ausserhalb der Strichzonen erwischt werden. Wie sieht die Bilanz aus?
Bis jetzt müssen 15 Freier eine Busse von 450 Franken bezahlen. Tatsächlich gibt es aber noch mehr Fälle, die noch nicht hängig sind. Die fehlbaren Freier wurden entweder von Stadtpolizisten beobachtet oder haben unaufgefordert Polizistinnen in Zivil angesprochen – die meisten davon im Langstrassenquartier.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Der abgezockte Bürger am 26.11.2012 21:22 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocker

    Die Abzocker des Staates, welche für immer sinnlosere Bewilligungen ihre ganze Kreativität aufwenden.ö

  • Vanessa am 26.11.2012 20:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wie die Boxen sind gratis?

    Die Stricherboxen sind gratis...? aber wenn ich ins Sihlcity möchte, bezahle ich für weniger als 1H ganze CHF 3.50! Pro Fahrzeug sollte man zusätzlich CHF 5 Gebühr für die Stricher verlangen. Einfach Automaten hinstellen, schliesslich muss die Polizeipräsenz auch bezahlt werden! Und konsequent Strassen-Prostitution in der ganzen CH verbieten. Busse: 1000.- für beide (Freier und Prostituierte), dann wird's auch eingehalten! In der CH greift man einfach nicht hart durch! Pro Region paar solche Boxen in Industriequartiere mit gebührenfinanziertes Putz- und Sicherheitspersonal reichen völlig aus!

  • Ein Studiobetreiber am 26.11.2012 20:44 Report Diesen Beitrag melden

    Alles nur Augenwischerei

    Aha, der Salonbetreiber soll den Prostituierten fairere Arbeitsbedingungen bieten - finde ich persönlich auch - aber das gleiche sollte auch der Staat machen. So ist es nicht möglich, eine Prostituierte gegen ALV zu versichern oder eine Zusatzversicherung für Lohnausfall bei Krankheit oder Unfall. Die Prostituierte wird vom Staat ausgenommen wie eine Weihnachtsans, Steuern, AHV etc. dürfen sie bezahlen. Seit Jahren werden für Studios keine Bewilligung mehr ausgestellt. Die Salons, die jetzt noch sind, haben eine Bewilligung. Es werden also keine Salons "verschwinden".

  • Roby am 26.11.2012 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Suppi Sach

    Gute Sache. Die Mädchen müssen geschützt sein und der Strassenstrich soll ganz verboten werden!

  • Christian ;) am 26.11.2012 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die teure Schweiz

    jetzt müssen sie zahlen um eine bewilligung zu bekommen? Wie gierig muss man sein!

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