Blue Opera

11. Juni 2018 05:46; Akt: 11.06.2018 05:46 Print

Edelpuff hat rund 1 Million Franken Schulden

Das Edelpuff Blue Opera im Zürcher Seefeld hat bei mehreren Unternehmen hohe Schulden. Der Inhaber streitet ab, dass die Forderungen gerechtfertigt sind.

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Buttersäure-Attacke, Farbanschläge, Verkaufsgerüchte und jetzt noch das: Unternehmer erheben schwere Vorwürfe gegen den Inhaber des Edelpuffs Blue Opera im Zürcher Seefeld. «Es ist ein Schlag ins Gesicht: In den Medien wird berichtet, dass der Betrieb viel Gewinn abwirft, doch von diesem Geld haben wir bisher nichts gesehen», sagt der Architekt, der für den Aufbau des Lokals verantwortlich war.

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Er spricht von insgesamt rund einer Million Franken Schulden, die der Inhaber bei Unternehmern hat. Handwerker würden gezielt portionenweise bezahlt. «Ich bin sauer, wir haben gearbeitet und erhalten nichts dafür.» Anfänglich habe ein kollegiales Verhältnis bestanden, dann sei es zwischenmenschlich immer schlechter gelaufen. «Wir hatten dem Inhaber vertraut, dass er nach der Eröffnung zahlen würde.»

«Willkürlich Mängel gerügt»

Ein weiterer betroffener Subunternehmer berichtet, dass er bisher 2000 Franken erhalten habe – ein Bruchteil der offenen Rechnungen von mindestens 100'000 Franken. «Der Inhaber spielt auf Zeit und hat unter anderem willkürlich Mängel gerügt, damit er nicht zahlen muss.» Es sei eine Frage der Zeit, bis der Konkurs eröffnet werde. Der Inhaber versuche, sein Geschäft als lukrativ erscheinen zu lassen, um Investoren zu finden.

Dass zum Teil hohe Summen offen sind, zeigt ein Auszug aus dem Grundbuch, der 20 Minuten vorliegt. Eine Firma aus dem IT-Bereich hat ein Pfand von über 400'000 Franken eintragen lassen. Weil man Pfandrechte nur auf Liegenschaften eintragen kann, ist auch die Eigentümerin davon betroffen. Sie wollte keine Stellung zu diesem Fall nehmen und verwies auf die beklagte Partei.

«Forderungen sind ungerechtfertigt»

Der Anwalt der Betreibergesellschaft äusserte sich zu den Vorwürfen schriftlich. Ein Konkurs stehe nicht zur Diskussion und es stimme auch nicht, dass man auf Zeit spielt. Man habe bereits mehrere 100'000 Franken an die Handwerker bezahlt. «Im Streit stehen die ungerechtfertigten und überrissenen Forderungen der Unternehmer», schreibt er.

Ungerechtfertigt seien die Forderungen in der Höhe von «mehreren 100'000 Franken», weil Architekten und Handwerker die Kosten massiv überschritten hätten und Baumängel vorlägen, die noch nicht behoben worden sind. «Laut Aussage eines Baufachmanns waren am Umbau reine Dilettanten am Werk.» Zudem sei billigstes Material verbaut und geliefert, jedoch als teures Material in Rechnung gestellt worden.

«Es gibt nicht so viele Mängel»

In einem Protokoll, das 20 Minuten vorliegt, sind mehrere nicht fertiggestellte Installationen zu dokumentiert. Der Bauexperte, der den Bericht verfasst hat, rügt unter anderem lose Elektrodrähte und falsch angeschlagene Kastentüren.

Der verantwortliche Architekt rechtfertigt sich: «Ja, es gibt teilweise Bedarf für Nachbesserungen, aber nicht im angegebenen Umfang.» Zudem sei es schwierig, die Handwerker auf Platz zu bringen, wenn der Inhaber kein Geld bezahle.

«Nie öffentlich zum Gewinn geäussert»

Von einem Vertrauensmissbrauch will der Anwalt der Betreibergesellschaft nichts wissen: «Es trifft keineswegs zu, dass der Inhaber das Vertrauen der Unternehmer ausgenützt hat.» Auch habe sich der Inhaber nie öffentlich über den Gewinn geäussert und werde das auch in Zukunft nicht tun. «Wie die Medien zur Annahme kommen, das Etablissement werfe viel Gewinn ab, entzieht sich den Kenntnissen meiner Mandantin.»

(tam/wed)