Kanton Zürich

19. März 2017 10:19; Akt: 19.03.2017 10:27 Print

«Das ist Geschlechter-Diskriminierung»

Kindergärtnerinnen wird das Maximalpensum auf 88 Prozent gekürzt. Ein Musterbrief soll nun zu zahlreichen Einsprachen anregen.

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Begleitete Pausen werden nicht mehr entlöhnt: Kindergärtner basteln mit ihrer Kindergärtnerin in einem Aargauer Kindergarten. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Christian Beutler)

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Der Streit der Zürcher Kindergärtnerinnen mit ihrem Arbeitgeber geht weiter: Der Kanton hat entschieden, die Kindergärtnerinnen nur noch zu maximal 88 Prozent anzustellen. Schliesslich würden sie auch weniger Lektionen erteilen als eine Primarlehrerin oder ein Primarlehrer.

Der Kanton teilte den Kindergärtnerinnen den Entscheid in einer Verfügung mit. Die neue Maximalanstellung sei aufgrund der Lektionenzahl gerechtfertigt. Eine Primarlehrerin oder ein Primarlehrer unterrichte für ein 100 Prozent Pensum 28 Lektionen pro Woche. Im Kindergarten seien es nur 24 Lektionen.

Musterbrief für Einsprache

Der Verband Kindergarten Zürich ist mit dieser Zurückstufung alles andere als einverstanden. Er formulierte einen Musterbrief, mit dem die Betroffenen bei der Bildungsdirektion Einsprache erheben können.

Bei einer 88-Prozent-Anstellung würden Kindergärtnerinnen für Leistungen wie begleitete Pausen, die bei kleinen Kindern nun mal nötig seien, nicht mehr entschädigt, steht in diesem Musterbrief, über den auch die «NZZ am Sonntag» berichtete.

Für die Kindergärtnerinnen kommt dies «einer Geschlechterdiskriminierung gleich». Die tatsächliche Belastung entspreche einer 42-Stunden-Woche und entsprechend seien die Kindergärtnerinnen zu einem 100-Prozent-Pensum anzustellen. Die ohnehin schon diskriminierende Lohnsituation werde sonst zementiert.

Vor Bundesgericht hängig

Die Zürcher Kindergärtnerinnen liegen seit längerer Zeit mit dem Kanton im Streit. Mit einer Lohnklage wehren sie sich bereits dagegen, dass sie nur 87 Prozent des Lohnes jener Kategorie erhalten, in die sie eigentlich eingeteilt sind.

Nachdem das Verwaltungsgericht ihre Klage ablehnte und die Löhne als nicht diskriminierend einstufte, zogen sie mit ihrer Klage vor Bundesgericht. Der Entscheid steht noch aus.

(sep/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • The Bell Curve am 19.03.2017 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Überall Diskriminierung

    Wenn die Maurer keine Lohnerhöhung bekommen, so ist das auch keine Diskriminierung der Männer, auch wenn die meisten Maurer Männer sind. Die Sexismuskeule wirkt nicht mehr, das sollte man langsam gemerkt haben.

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  • Persusson am 19.03.2017 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Diskriminierung.

    Gilt das nur für Kindergärtnerinnen oder auch für Kindergärtner? Wenn auch für Kindergärtner: Warum wird das männliche Geschlecht im Artikel diskriminiert? Wenn man schon überall Diskriminierung sehen will, dann aber richtig!

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  • stume am 19.03.2017 10:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unverschämt

    soll das ein witz sein? beschweren sich darüber dass 24 lektionen keine 100% sind? für assistenzärzte sind 50h pro woche offiziell 100%, die realität sieht aber oft so aus, dass es mind 60h werden... sollen mal zufrieden sein mit dem, was sie haben!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • LLLL am 19.03.2017 18:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiterbildung?

    Als Mann einer Lehrerin, kann ich beurteilen was so abgeht. Kaum sind die Ferien vorbei, gibt es für die Kinder Schulfrei, da die Lehrer sich weiterbilden müssen. Lehrer kommen nie auf das gleiche Arbeitspensum wie diejenigen in der Privatwirtschaft. Die Löhne halten je nach Altersklasse ganz gut mit denen der Privatwirtschaft mit.

  • Nixversteh am 19.03.2017 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Helft mir

    Hab nicht verstanden, wo es eine Geschlechter-Diskriminierung gibt.

  • MirDochEgalCH am 19.03.2017 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egal welche Seite

    es ist egal um was es geht, eine seite wird immer diskriminiert. MirDochEgal denn auch ich werde in irgend einer Art Diskriminiert und es geht mir am a vorbei.

  • peter ball am 19.03.2017 16:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was soll das?

    es ist mometan brand gefährlich was sich in der Bildungspolitk unter Frau Steiner so passiert. Sei es mit der Entlöhnung der Kindergärtnerinnen oder mit der Husientscheidung im Langgymnasium, man könnte Seiten füllen. Wir als Lehrpersonen werden nicht mehr geschätzt unsere Arbeit wird nur noch hinterfragt, kein Lob keine Anerkennung. Warum quitieren immer mehr Personen den Schuldienst, siehe auch Tagimagibericht. Burnout nach 10 Jahren Unterricht, was soll das? Wir werden noch bitter für diese Sache bezahlen.

  • Jakob am 19.03.2017 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Freie Kindergarten und Schulwahl

    meine Meinung: Das Monopol der Staatlichen Zwangsbeschulung kippen und Bildungsgutscheine einführen. im moment kostet ein Schulkind im Jahr ca 13500 Fr. geben wir jedem Kind 10000Fr. Freie Marktwirtschaft gute Schule= gute Lehrer = viele Kinder = guter Lohn = glücklichere Kinder