Dielsdorf ZH

03. Juli 2018 10:48; Akt: 03.07.2018 15:55 Print

«Der Bub wäre fast in der Badi ertrunken»

In der Erlen-Badi in Dielsdorf wäre ein 5-jähriger Bub fast ertrunken. Dank beherztem Eingreifen von Badegästen konnte der Junge wiederbelebt werden.

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Sportanlage Erlen in Dielsdorf am Montag gegen 16.30 Uhr. Eine Leserin bemerkte eine Riesenhektik beim Erwachsenenschwimmbecken. «Als ich mich umschaute, sah ich einen fünfjährigen Buben am Beckenrand liegen.» Badegäste seien daneben gestanden und hätten schockiert zugeschaut. Der Notfallknopf sei betätigt worden: «Als der Badmeister kam, versuchte ihn bereits eine Frau wiederzubeleben.»

Der Badmeister sei hin und her gelaufen. «Ich hatte den Eindruck, dass er nicht wusste, was er tun sollte», sagt ein anderer Leser. Weitere Personen hätten geholfen und die Herzmassage und Beatmung weitergeführt: «Bevor die Ambulanz, Polizei und Rega eintrafen, half ein weiterer Bademeister mit einem Defibrillator.» Die Ärzte hätten den Buben beatmet: «Zum Glück war der Puls wieder da.»

Peter Müller, Geschäftsführer der Sportanlage Erlen, bestätigt das Unglück: «Wie es dem Buben heute geht, weiss ich noch nicht. Als die Luftrettung kam, hat er aber geatmet und sein Puls war normal.» Bei Unglücken mit Kindern sei es Standard, dass die Luftrettung komme. Anders als die zwei Badegäste findet er aber, dass der Badmeister alles richtig gemacht hat.

«Der Badmeister weiss, wie Wiederbelebung geht»

Richtig sei zwar, dass er, als der Notfallknopf betätigt wurde, nicht da war: «Er kann nicht überall gleichzeitig sein, eilte dann aber schnell herbei.» Er habe sofort die Herzmassage übernommen. Nach einer Weile hätten diese zwei Samariterinnen weitergeführt: «Selbstverständlich wissen unsere Badmeister aber, wie das geht.» Der Badmeister hätte dann die Rettungskräfte alarmiert und sein Kollege hätte den Defibrillator geholt: «Es ist normal, dass diese die Badmeister nicht immer dabei haben.»

Man hätte zum Zeitpunk des Unglücks die Eltern des fünfjährigen Kindes vermisst: «Sie waren nirgends zu sehen.» Leider beobachte er immer wieder, dass Eltern nicht auf ihre Kinder aufpassten, so Müller: «Wir ziehen pro Woche etwa drei Kinder aus dem Wasser. Zum Glück geht das meistens glimpflich aus.»

5-jähriger Junge lag regungslos im Wasser

Die Kantonspolizei Zürich bestätigt den Badeunfall am Montagnachmittag im Freibad Erlen in Dielsdorf. Kurz vor 16.30 Uhr hätten Badegäste bemerkt, dass ein 5-jähriger Knabe im Erwachsenenschwimmbecken regungslos im Wasser lag.

Der Junge wurde daraufhin bewusstlos aus dem Wasser geborgen und durch den Bademeister sowie einem Rettungsteam vom Rettungsdienst Bülach reanimiert, wie es in einer Mitteilung heisst. Anschliessend musste das Kind mit einem Rettungshelikopter ins Spital geflogen werden. Der genaue Hergang des Badeunfalls sei noch unklar und werde nun abgeklärt.

«Rettung lief optimal»

Gemäss Jean Mezghini, Leiter des Rettungsdienstes Bülach, war die Rettung optimal gelaufen: «Es dauerte keine zehn Minuten bis der Rettungsdienst da war.» Auch der Bademeister hat aus seiner Sicht nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt: «Dass er vielleicht in so einer Situation einen nervösen Eindruck machte, ist normal.» Schliesslich passiere ein solches Unglück nicht alle Tage.

Unglücklich sei hingegen gewesen, dass mehrere Badegäste die Rettungskräfte bei ihrer Arbeit gefilmt hätten: «Teilweise standen Eltern mit kleinen Kindern da und zückten ihre Handys. Das finde ich schon sehr stossend.»

(som)